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R.I.P. Mark Reale

Veröffentlicht: 22.01.2012 um 21:51 von Jutze
Aktualisiert: 26.01.2012 um 10:00 von Jutze

Überschrift-Update 26. Januar 2012: Mark Reale erlag gestern seinem Leiden. Der Heavy Metal verlor mit ihm einen seiner talentiertesten Gitarristen, Songwriter und Menschen.

"Riot founder and guitarist Mark Reale has been admitted to a San Antonio hospital in critical condition due to complications of Crohn's disease." (RiotRockCity.com, 13. Januar 2012)

Diese Nachricht ließ mein Fan-Herz stocken. Die aktuellen Konzerte in Amerika spielen RIOT momentan auf nachdrücklichen Wunsch von Mark Reales Familie zu viert - statt mit Mark nur mit dessen Gitarrenkoffer auf der Bühne. An dieser Stelle will ich mich der Gegenwart ein wenig entziehen und ein paar mehr oder weniger persönliche Erinnungen zur Bandgeschichte teilen.

Nachdem ich erst spät auf die Musik von RIOT aufmerksam geworden war (1998), ließ ich mir 1999 die Chance nicht entgehen, die Band beim BANG YOUR HEAD live zu sehen. Wie ich erwartet hatte, funktionierte die Musik auf der Bühne noch besser als im Studio. Die Band hatte gerade das "Sons Of Society"-Album eingespielt und präsentierte vorab den grandiosen Titelsong. Ansonsten gab es vom (damals) aktuellen "Angel Eyes" bis zum Klassiker "Warrior" alles, was mein Herz begehrte - und als Zugabe sogar noch eine überraschende Coverversion von THIN LIZZYs "Emerald". Diese Mischung aus profesionellen Musikern und musikalischer Leidenschaft war damals schon selten - heute scheint sie beinahe ausgestorben zu sein.

Weniger als ein Jahr später sah ich die Band erneut live, diesmal in der Stuttgarter Röhre. Trotz kurzfristig eingelerntem Gastschlagzeuger und Vorbandstatus lieferten RIOT auch hier eine tolle Show ab, die für meinen Geschmack freilich viel zu kurz war. Doch tatsächlich sollte es mein vorerst letzter RIOT-Auftritt gewesen sein, da die Band in den letzten zehn Jahren nur sehr sporadisch tourte und auch die neuen Alben spärlicher und durchschnittlicher wurden. Immerhin hatte ich 2002 eine weitere Begegnung mit Mark Reale. Es war mein erstes Interview, das ich für Vampster führte, und entsprechend groß war meine Aufregung. Als die Telefonverbindung schließlich stand, stellte ich erleichtert fest, dass der Saiterhexer und Weltklassekomponist ein völlig ruhiger und entspannter Gesprächspartner war. So unterhielten wir uns über die neue Platte "Through The Storm", aber auch Meisterwerke wie "Inishmore" und "The Privilege Of Power".

Anfang diesen Jahres ergab sich schließlich erneut eine Interviewgelegenheit - und angesichts der starken Reunion-Platte "Immortal Soul" war ich überzeugt, dass RIOT diesmal nicht gleich wieder von der Bildfläche verschwinden würden. So habe ich in den letzten Tagen immer wieder alte Alben rausgeholt und egal ob "Narita", "Thundersteel" oder "Army Of One": Die Gitarrenarbeit von Mark Reale begeisterte mich ungebrochen, gerade weil sie immer genau das liefert, was am besten zur Musik passt. RIOT waren dabei nie ein Ein-Mann-Projekt, sondern stets eine Gemeinschaft von talentierten Musikern, die in den meisten Fällen perfekt zueinander passten.

Jetzt könnte ich noch die ganze Bandgeschichte aufrollen, angefangen von der Veröffentlichung des ersten melodischen Speed Metal-Songs der Welt ("Warrior" 1977) bis zu Mark Reales Abstecher in Hardrock-Gefilde mit WESTWORLD. Doch mir geht es hier nicht um Vollständigkeit, sondern darum, diesem besonderen Gefühl zu huldigen, das sich bei mir beim Anhören von Stücken wie "Wings Are For Angels", "Fire Down Under" und "Santa Maria" einnisten. Es ist eine einzigartige Mischung aus Begeisterung, Faszination und Energie.

In diesem Sinne: SHINE ON!
Kategorie: musik
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Kommentare 1

Kommentare

  1. Alter Kommentar
    Benutzerbild von Ulle
    Jetzt erst entdeckt, dass er hier gewürdigt wurde.
    Toll, Jutze!
    So traurig, er war der BESTE!!!
    Veröffentlicht: 11.02.2012 um 10:14 von Ulle Ulle ist offline
 
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