Alt 09.01.2001   #1 (permalink)
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Standard Metal für die Masse?

Hi Leutz!


Ich hatte letztens mit einem Kumpel eine Diskussion über die Kommerzgerichtetheit einiger Bands, die ich jedoch negiere.


Deshalb will ich hier mal die Frage in den Raum stellen, ob es für eine Metal-Band (und damit meine ich RICHTIGE Metal-Bands (ihr wisst schon, was ich meine)) überhaupt möglich ist, KOMMERZIELL zu sein.


Vielen Bands, wie z.B. Dimmu Borgir oder Cradle of Filth wird dieses ja immer wieder vorgeworfen.


Ich meine, dass der Markt Metal für wirklich großkommerzielle Handlungen viel zu klein ist, da sich der Hauptteil ja im Undergroundbereich vollzieht.


Hoffe auf rege Beteiligung!!!
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Alt 10.01.2001   #2 (permalink)
andrea
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Standard Metal für die Masse?

Hallo,


ehrlich gesagt hängt mir dieses Thema langsam zum Hals raus. Wobei es nicht das Thema an sich ist, sondern die Art und Weise wie darüber diskutiert wird.


Ich mag Cradle Of Filth und ich mag auch Dimmu Borgir - ab und zu höre ich mir die Platten dieser Bands wirklich gerne an. Alleine mit dieser Äußerung habe ich mich bei einem Teil der "Metal-Szene" vermutlich disqualifiziert. Ich nehme mir aber das Recht heraus, selbst zu entscheiden, was ich gut finde und was ich nicht gut finde. Für mich zählt - so platt sich das auch anhören mag - die Musik und nicht irgendwelche Denkmuster, wie sie wohl ganz besonders in der Black Metal Szene populär sind. Ich könnte wetten, dass das nächste Immortal-Album vielen nicht gefallen wird, nur weil es eben auf Nuclear Blast rauskommen wird.


Natürlich gibt es auch Bands, bei denen eine gewisse "Weiterentwicklung" in Richtung Massengeschmack nicht zu verleugenen ist. Vom letzten Kreator Studio-Album "Endorama" war ich zum Beispiel ziemlich geschockt; Ich hatte den Eindruck, dass die Band noch auf den Gothic-Zug (der im übrigen meiner meinung nach allerdings längst abgefahren war, als das Album rauskam) aufspringen wollte. Natürlich tut es weh, wenn eine Band, die einem seit Jahren viel bedeutet, in eine Richtung geht, die man selbst nicht mag. Noch schlimmer ist es, wenn die Musik, die man früher mit einem kleinen, eingeweihten Kreis an anderen Fans für sich alleine hatte, nun plötzlich bekannt wird. Plötztlich meint jeder, mitreden zu können... Ich schätze mal, dass dieser Punkt nicht unwichtig ist.


Allerdings will auch nicht bestreiten, dass es Bands gibt, bei denen ich nicht drumrum komme, mir meine Gedanken zu machen... Sub 7 treten in Soaps auf und Atrocitys "Gemini" habe ich einmal (mehr ging einfach nicht...) angehört und dann nach ganz weit hinten ins Regal gestellt.


Fazit: Ich denke, dass es durchaus Bands gibt, die plötzlich erkennen, dass sie vielleicht (besser) von ihrer Musik leben können, wenn sie Kompromisse eingehen - insgesamt finde ich die Diskussion aber etwas übertrieben, da es wohl weitaus einfachere Möglichkeiten gibt, mittels Musik reich zu werden... man braucht sich schließlich nur in einen Container sperren zu lassen.


Gruß,

Andrea




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Alt 10.01.2001   #3 (permalink)
boxhamster
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Standard Metal für die Masse?

Hi Blackstorm,


den Leuten, die Bands wie Cradle usw. vorwerfen, sie seien kommerziell, geht es wohl in erster Linie nicht darum, ob diese Bands nun wirklich kommerziell erfolgreich sind, sondern dass diese Band den verwerflichen Schritt aus dem Underground hin zu einer breiteren Masse gegangen ist.


Wobei dies ja auch schon wieder relativ ist - wie breit ist denn die Masse an Leuten, die sich Musik wie Cradle überhaupt anhören?


Das ist vor allem in der Black Metal-Szene extrem, wo so ziemlich alles verteufelt wird, was nicht nach Kellersound klingt und mehr als zwei Farben auf dem Cover hat (mal etwas überspitzt formuliert).


Dass es aber von einigen Labels genau auf diese Underground-Zielgruppe zugeschnittene Vermarktungskampagnen gibt und genau dieses "Unerground"-Klischee für die "breite Underground Masse" produziert wird, scheinen die Leute nicht zu blicken - hauptsache der Schein des waren Underground bleibt gewahrt.


So jedenfalls in kurzen Zügen meine Meinung zu dem Thema.


gruß,

boxhamster
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Alt 11.01.2001   #4 (permalink)
al
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Standard Metal für die Masse?

Hola Blitz


Lass mich mal weit ausholen: WIr haben in Zürich einen wirklich geilen Metal und Dark-Music-Laden, Trauma nennt sich der, in dem ich vor ca. einem Jahr mal quasi meine ganze Freizeit und mein ganzes Geld verbraten habe.


Inzwischen hat sich bei mir ein bisschen was geändert - ich höre mir inzwischen nur noch *gute Musik* an. Ob das nun derber Black Metal oder Pop oder Crossover oder Jazz ist, ist mir egal.


Was mir negativ aufgefallen ist, ist dass sich vor allem in den Black Metal-Kreisen ein völlig misverstander Elitarismus breit macht.

Black Metaller haben immer das Gefühl, sie seien was besseres, sie können schneller spielen, haben die besseren Songs und so weiter (haha, zeig einem Durschnitts-BM-Drummer mal Dave Weckl oder Terry Bozzio und er legt seine Stöcke in die Ecke).

Und dem ist so - teilweise. COF sind seit 4 Jahren meine absoluten Götter - warum? Weil sie einfach besser sind.

Klar haben sie eine gute Produktion und eine Plattenfirma, die ihr Handwerk versteht - warum? Weil sie einfach besser sind.

Bands, die behaupten, sie seien Underground, weil sie sich diesem Underground verpflichtet fühlen und *deshalb* keine grosse Plattenfirma *wollen* sind in 99% der Fälle lügner.

Welche Band hat schon etwas dagegen, viel zu spielen und (rein abdeckungsmässig) mehr Leute anzusprechen? Hmm?


Ich habe 4 Jahre lang in einer Black Metal Band gespielt, mit der wir aber viel zu wenig Konzerte gespielt haben. Klar haben wir die Musik primär für uns gemacht (und wir sind keine Kompromisse eingegangen) - trotzdem: Nach 4 relativ Erfolglosen Jahren haben wir das Projekt begraben. Und so wird es jeder "Underground"-Band gehen, die keine Aussicht auf "Erfolg" (COF kommen finanziell nach eigenen Angaben "knapp durch") hat. Wer hat schon Lust, mehr als 2 Jahre lang immer nur seinen besten Freunden seine Musik zu zeigen?

Und, wenn diese Leute so sehr auf Underground aus sind, weshalb schliessen sie überhaupt einen Plattenvertrag ab? Das ist doch reiner Ausverkauf!


Versteh mich nicht falsch: Ich mag es auch lieber, eine Band im Kreis von 150 wirklichen Fans zu sehen als in einem Stadion, wo von 20000 Besuchern vielleicht 1000 die Band wirklich *verstehen*. Nur: hält mich das davon ab, diese Stadion-Band (z.B. die Chili Peppers, die ich sehr verehre) gut zu finden? Hoffentlich nicht.


Was mich stört, ist, dass Du (ohne Argumente!) über dieses Magazin herziehst. Unsere Black Metal-Rezensentin hört nicht nur jeden Schrott (sorry; "Underground Black Metal"), sondern sie isst, atmet, spielt und lebt Black Metal. Sie kann Bands etwas abgewinnen, die ich als "Geräusch" beschreiben würde. Aber bei uns zählt halt nur die Kohle, und wenn uns ein Label nicht mindestens DEM 100.- hinstreckt, besprechen wir keine CD (Sarkasmus on - vampster ist bisher ein reines Verlustgeschäft).

Und das noch: Kritik wird bei uns nicht toleriert - sie ist erwünscht! Aber bitte mit Begründung.


Gruss aus Helvetia

al
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Alt 11.01.2001   #5 (permalink)
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Standard Metal für die Masse?

Hi Leutz!


Hoppla, da hat wohl jemand was falsch verstanden...


Meine Äußerung über den "richtigen" Metal hat wohl bei einigen einen Urinstinkt geweckt, für den sie jetzt in die Presche springen: der Denunzierung anderer.

Ich hatte mit dieser Anmerkung NICHT den Black-Metal Sektor gemeint, sondern wollte die Diskussion lediglich von Bands distanzieren, sich Heavy-Metal Bands nennen, jedoch noch in den 80ern stecken und mit Vokohila-Frisur, engen Jeans und weißen Turnschuhen über die Bühnen hüpfen und deren Gesang an das fehlende Ding zwischen ihren Schenkeln erinnert. Dass Iron Maiden eine 100% vermarktete Band ist, weiß ja schlieslich (hoffentlich) jeder. Weiterhin von Bands, die ihren Stil zwar Gothic oder Metal nennen, jedoch nur ein HipHop-Gabba-Hardcore-Punk-Gesabbere produzieren. Ja, genau diese Bands, die man gelegentlich auch mal bei einer Pickelteeniesendung auf VIVA dargeboten bekommt.

Ich wollte vielmehr die Diskussion auf die Bands leiten, die gute Musik machen, damit gezwungenermaßen Geld verdienen (einfache Rechnung: verkaufe 10 CDs-verdiene 50 Mark, verkaufe 1000 CDs-verdiene 5000 Mark) und denen infolge dieses Erfolges aufgrund von Neid und Mißgunst hemmungsloses Kommerzstreben vorgeworfen wird.

So, damit hätten wir das schon mal wieder in das richtige Licht gerückt.


Zweitens: Der Black-Metal Sektor ist ein Stil für sich. Das ist einfach mal Fakt. Deshalb sollte man den Mund auch nicht zu voll nehmen, wenn man nicht allzu viel Ahnung davon hat. Denn: Der Black Metal beinhaltet den Satanismus. Und der ist wahrhaftig keine Spielerei. Somit steht hier nicht nur die Musik, sondern eine ganze Ideologie auf dem Spiel. Natürlich ist sich nicht jeder dessen bewußt. Man sollte deshalb nicht die denunzieren, die den Black Metal zu mehr nutzen, als nur im Takt ficken oder rumrülpsen. Ich finde, daß er, jedenfalls in seinem Kern, eine nicht zu unterschätzende Ernsthaftigkeit besitzt. Wie dies die Bands am Ende umsetzen, kann man ihnen nicht vorschreiben. Viele tun dies schlecht. Nur wenige realisieren ihn meiner Meinung nach: in seiner reinen Form als brachiale Lyrik!
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Alt 11.01.2001   #6 (permalink)
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Von uns hat wohl einfach niemand den wahren Spirit of true Black Metal, sorry... Werd mich gleich mal bei unserer Black Metal Elfe Arlette beschweren!


Und komisch, sobald man mal hinterfragt, kommt nichts mehr. Warum gibst Du uns Deine Meinung nicht bekannt, wo Leute mal kritisch nachfragen? Wenn ich meine Meinung nur unter Gleichgesinnten verbreite, erhalte ich natürlich auch nur Zustimmung. Das ist bequemer, klar.


Und nicht ich bin intolerant - ich höre vom gut gemachtem Pop (Tori Amos und so was) bis zum Death Metal Geholze so ziemlich alles und bespreche auch so dubiose CDs wie aktuell die GOLD FÜR EISEN. Intoleranz brauche ich mir da ja wohl nicht vorwerfen lassen, die liegt wohl eher auf der anderen Seite, in der heilen Black Metal Welt.


Und das mit den Fun-Party-Black-Metal-Groups gefällt mir! Bestätigt ja auch die These, dass Black Metal im Grunde nur schnell gespielter Punk ist. (Achtung, Ironie) ;-)


gruß,

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Alt 11.01.2001   #7 (permalink)
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Genau diese Form der Diskussion meinte ich weiter oben...


Andrea





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Alt 11.01.2001   #8 (permalink)
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Du scheinst Dich zu freuen, das jemand wie ich sich hier her verlaufen hat!?

Nein Danke, ich werde Eure Quote nicht mit dem Diskussions-Thema Nr.1 im Black Metal Sektor bereichern.


Ich gebe gerne meine Erfahrungen an Menschen weiter, die dafür ein wahres Interesse zeigen, aber nicht in so einem Forum Preis, um verspottet zu werden, welches Schicksal einem immer blüht, wenn man sich mit meiner Szene gegenüber Intoleranten Leuten wie Euch ausgibt.

Man muß sich ja nur mal Eure Seite näher betrachten und erkennt sofort, daß hier nur so Fun-Party-Black Metal Groups eine wahre Chance haben.

Wenn Ihr über echten Black Metal sprecht, dann klingt das, als wenn meine Großeltern die neue Canibal Corpse CD ins Kreuzverkehr nehmen.


Nein Danke!

Blitz
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Alt 11.01.2001   #9 (permalink)
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Ha ha, ist halt Vampster, da darf man sich nicht wundern - Stumpfsinn in roter Kreide.

Ihr solltet lieber darüber diskutieren, wovon Ihr auch was versteht, also bleibt bei Dimmu und Konsorten und lasst mal das lästern über andere Musikrichtungen, die bei Euch so fehl am Platz sind, wie Christus in der Hölle.


Ach und Vampy: Immortal haben schon angefangen Müll zu produzieren, noch bevor sie zu den Blast, des Geldes wegen rübergesiedelt sind. Nuclear Blast würde niemals eine richitge Black Metal Band signen, daß past garnicht in deren wirtschaftlichen Stil.


Blitz
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Alt 12.01.2001   #10 (permalink)
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Guten Morgen Blitz,


dass der gute Blackstorm vielleicht auch Dich gemeint haben könnte, darauf kommst Du nicht?


Schöne heile Black Metal Welt heute noch!


gruß,

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