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Alt 24.01.2001, 02:00   #1 (permalink)
Tak
vampster-Süchtiger
 

Registriert seit: 14.07.2000
Beiträge: 143
Standard TAKtlos: U und E? Oh je!

Hoi Holzi,


>>du hättest deine Kolumne

auch ruhig aufs Messageboard

stellen können - denn

irgendwie werde ich den

Verdacht nicht los, du hast

sie als Antwort auf meine

Messages zur neuen

Dornenreich-CD geschrieben...

oder war das nur Zufall? Dann

wäre es in der Tat ein sehr

großer!>Kommen wir nun aber zur

Problematik: Natürlich ist

nicht all das ?E-Musik?, was

traurig ist. Die

Unterscheidung von E- und

U-Musik ist ohnehin

schwachsinnig, weil relativ.>Ich halte vieles für

E-Musik, aber ich setze da

andere Prioritäten als andere

Leute. Es gibt keinen

objektiven Unterschied! Es

gibt nur das, was man selbst

fühlt, wenn man Musik hört,

Texte liest, Filme sieht.>Was davon ist Kunst? Die

einzige Instanz, um das zu

entscheiden, ist man doch nur

selbst.>Und wenn es dann sehr viele

gibt, die ebenso denken, kann

man man langsam zu einer

Objektivierung finden - aber

die wird nie vollständig sein.

>Kunst ist das, was man als

Kunst ansieht.>Wenn ich sage, die

Alien-Filme sind wertloser

Schrott (ein häßliches

Mannsweib ballert im Dunkeln

Monster ab - oh, wie

gehaltvoll und spannend!) und

BrainDead ist ein Kunstwerk,

dann ist das wahr für mich. >Aber wir reden ja eigentlich

nicht von Filmen, sondern von

Musik, und hier im besonderen

von Metal. Einer der Gründe,

warum ich Metaller geworden

bin, war zu Anfang die

Faszination des besonderen,

des mysteriösen. Anfangs

liebte ich besonders den

Gothic Metal, und der grenzte

sich von dem Normalen durch

einen bestimmten Unterschied

ab: die Tiefgründigkeit, das

Besondere, der künstlerische

Anspruch.>. Ich befand mich allerdings

in einem Trugschluß, denn

nicht überall, wo Gothic oder

Metal draufsteht, ist auch

Kunst drin. ;-) Ich sage dir:

Es gibt einen Unterschied im

Metal-Bereich, und bei näherer

Betrachtung läßt sich dieser

Unterschied überall

feststellen, wo eine Art der

Kunst zu kommerziellen Zwecken

(wohlgemerkt: zu kommerziellen

ZWECKEN!) ausgeschlachtet

wird. Dann entstehen sog.

?Overkills?, aber das ist ja

Geschichte.>Was ich jetzt die ganze Zeit

sagen will, ist eigentlich:

Bei allem Relativismus ist es

doch irgendwie klar, daß es

hier und da Werke gibt, die

einen besonderen

künstlerischen Anspruch haben.>. Und ich wage zu behaupten,

daß es schlichtweg

höherwertiger ist, sich mit

dem Wesen des Menschen

auseinanderzusetzen als mit

irgendwelchen DJ´s. >Kunst hat zudem viele

Gesichter - ich habe ja

schonmal geschrieben, daß

sowohl ein Comic als auch ein

Gemälde kunstvoll sind - nur

erscheint mir persönlich da

das Gemälde auf einer höheren

Stufe, weil ich für mich da

mehr drin entdecke (vielleicht

ist es aber auch mal umgekeht,

wer weiß?).>Und zu behaupten, daß man

den Begriff ?Kunst? an nichts

festmachen kann, ist

schlichtweg inakzeptabel für

mich. Kommerz z.B. ist keine

Kunst, Kommerz ist die

Ausschlachtung bestimmter

Dinge zum Zwecke des

Geldverdienens. Das hat was

mit dem Selbsterhaltungstrieb

des Menschen zu tun, aber

nicht mit künstlerischem

Anspruch. >Ich bin zwar immer sehr

vorsichtig, was allgemeine

Aussagen angeht, weil ich ein

extrem toleranter Mensch bin,

aber wenn ich sage, daß etwas

ernstgemeinte, hohe Kunst

darstellt, dann sage ich das

aufgrund der Überzeugung, daß

hier Künstler am Werk waren,

die sich mit ihrem Herzblut

und ihrer ganzen Leidenschaft

für ein Werk eingesetzt haben,

um sich damit auszudrücken.>Und das ist etwas ganz

anderes als damit Geld zu

verdienen oder damit

unterhalten zu wollen >(obwohl Unterhaltung auch

eine Kunst für sich ist, aber

das ist ein anderes Thema),

und das kann in jeder

Stilrichtung passieren, selbst

bei bekannten und berühmten

Künstlern. Denn kommerziell

erfolgreich zu sein, heißt ja

noch lange nicht, kommerziell

zu sein.
Tak ist offline  
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