WHITE WIZZARD: Infernal Overdrive

WHITE WIZZARD: Infernal Overdrive

Ein Review bei heftigem Unwetter zu schreiben hat seinen ganz eigenen Charme. Draußen scheint die Welt unterzugehen. Wassermassen trommeln gegen die Fenster und Blitze jagen vom Himmel. Laut, grell, beängstigend. Da kann ein bisschen Magie nicht schaden. Und das Erscheinen des Weißen Zauberers beruhigt doch irgendwie immer: Auch wenn WHITE WIZZARDs viertes Studioalbum „Infernal Overdrive“ zumindest teilweise doch eher das Gegenteil von beruhigend ist, passt es gerade großartig zur Stimmung. Und es muss verdammt laut gehört werden! Auch das passt!
Dass Sänger Wyatt Anderson wieder mit an Bord ist, pusht WHITE WIZZARD enorm. Seinen Spitznamen „Screamin` Demon“ hat der Frontman nicht zu Unrecht. Das Album lebt von seinen Vocals, der Abwechslung zwischen Metal-Geschrei, klar gesungenen Parts und High Screams die schon fast unmännlich klingen, ihm aber noch immer klar und anscheinend locker aus der Kehle entweichen. „Infernal Overdrive“ ist nicht nur der Albumtitel sondern auch Opener. JUDAS PRIEST lassen hier mit Screams und Riffs grüßen.

WHITE WIZZRD lassen es MAIDEN like krachen!

Anschließend orientiert man sich an den wirklich „Großen“ der NWOBHM. „Storm The Shores“ ist ein Tribute to Steve Harris und Co. IRON MAIDEN selbst hätten es nicht viel besser gekonnt. Klar, mit einem Bruce Dickinson will man nicht konkurrieren. Tut man es doch und geht dabei nicht sang und klanglos unter, hat man mehr als nur gewonnen. „Pretty May“ startet akustisch und leicht countrymäßig angehaucht und geht zu einem gitarrenlastigen und drumtechnisch gelungenen Song über. Ein Highlight an das sich unmittelbar und mit gleichem Spaßfaktor „Chasing Dragons“ anschließt.

„Infernal Overdrive“ lebt von der Rückkehr Wyatt Andersons!

„Voyage Of The Wolf Raiders“ startet unnötigerweise mit integriertem, eigenem Intro und zieht sich durch ewig lange Instrumentalparts, für die meine Aufmerksamkeitsspanne an dieser Stelle einfach nicht reicht, obwohl alle Teile an sich, sowohl musikalisch, als auch von der Leistung des Sängers, völlig okay sind. Hier reihen sich weitere Songs wie „Cocoon“ und „Metamorphosis“ an, die trotz kürzerer Spielzeit für meinen Geschmack einfach zu vocalarm daherkommen. Beim finalen Titel „The Illusion`s Tears“ darf der Frontman nochmal alles geben. Klare hohe Screams, melodischen Gesang und das eben Übliche vereint er auch hier gut.

Für alle, die sich, so wie ich, noch immer nicht von True Metal, Heavy Metal und der NWOBHM trennen können, ist WHITE WIZZARDs „Infernal Overdrive“ einen gute Wahl. Dazu kommt, dass man bei WHITE WIZZARD keine Angst haben muss, dass die Jungs altersbedingt in absehbarer Zeit den Geist aufgeben. Und die Sonne scheint auch fast wieder!

Veröffentlicht: 12.01.2018

Spielzeit: 61:04 min.

Line-Up:
Wyatt Anderson: Vocals
Jon Leon: Guitars, Bass
James J LaRue: Guitars
Dylan Marks: Drums

Label: M-Theory Audio

Im Netz: https://de-de.facebook.com/WhiteWizzard/
https://whitewizzard.bandcamp.com/

Tracklist WHITE WIZZARD „Infernal Overdrive“:

1. Infernal Overdrive 4:53
2. Storm The Shores 3:18
3. Pretty May 3:18
4. Chasing Dragons 8:16
5. Voyage Of The Wolf Raiders 9:38
6. Critical Mass 8:34
7. Cocoon 6:17
8. Metamorphosis 4:35
9. The Illusion`s Tears 11:03