WARBRINGER: IV Empires Collapse

WARBRINGER: IV Empires Collapse

Mit ihren bisherigen drei Alben haben sich WARBRINGER an die Spitze der neuen Thrash-Bewegung gesetzt. Kaum eine Band wird bei der Frage nach den Lieblings-Bands aus dem Feld der jungen Wilden so häufig genannt, wie die Jungs aus Kalifornien. Und das nicht zu Unrecht, denn bisher haben WARBRINGER stets Qualität abgeliefert, waren stilistisch allerdings auch sehr berechenbar. Das ist jetzt vorbei, WARBRINGER erfinden sich mit ihrem vierten Album vielleicht nicht komplett neu, haben ihren Sound aber deutlich umgekrempelt und erweitert. Vom Original Line Up der Band sind inzwischen nur noch Schreihals John Kevill und Gitarrist John Laux dabei. Drummer Carlos Cruz war bereits auf dem letzten Album dabei, Bassist Ben Mottsman und Gitarrist Jeff Potts sind zwischendurch zur Band gestoßen. Alle drei sind außerdem noch bei MANTIC RITUAL aktiv.

Auf IV Empiers Colapse finden sich neben dem Fundament aus Old School Thrash Metal auch Zutaten aus dem klassischen Metal, Death Metal, Black Metal und Hardcore, alles zu einem homogenen Gesamtsound verschmolzen. Beim Opener Horizon und Hunter Seeker hört man Einflüsse aus dem melodischen Death und Black Metal schwedischer Prägung heraus. Mit One Dimension lehnen sich WARBRINGER deutlich beim Hardcore an, inklusive der typischen Gang-Shouts. Sowohl in Black Sun Black Moon als auch Iron City zaubern WARBRINGER zwischendrin mal eben melodische Gitarrenharmonien aus dem Hut, die dem traditionellen Heavy Metal huldigen. Allgemein ist die Gitarrenarbeit auf IV Empiers Colapse deutlich melodischer und abwechslungsreicher geworden. Hier haben WARBRINGER einen riesigen Sprung gemacht. Scars Remain ist ein wuchtiger Thrasher, der zwischen Mid Tempo und Up Tempo pendelt, bevor er in einer kurzen aber heftigen Orgie aus Raserei und Gefrickel endet. Leviathan ist ein schleppendes, düsteres heavy Biest, auch wenn WARBRINGER im letzten Drittel dann doch das Tempo kurzzeitig anziehen. Danach folgt mit Off With Their Heads!!!! ein anderthalbminütiger Tritt in die Eier mit rasanten Soli und schreddernden Riffs. Ein kurzes und heftiges Massaker. Mit Tower Of The Serpent haben WARBRINGER ganz am Ende noch mal ein richtiges Highlight platziert. Nach dem Intro legt der Song als straighter Vollgas-Thrasher los, dann kommt ein progressiv-frickeliger Zwischenteil, dann etwas Uptempo, bevor der Song mit einer melodischen Gitarrenharmonie ausklingt.

Was die Produktion angeht haben WARBRINGER zum ersten Mal nicht den Produzenten gewechselt, sondern sind wieder mit Steve Evetts ins Studio marschiert, der bereits auf dem Vorgänger sehr gute Arbeit abgeliefert hat und auch IV Empires Colapse einen Bombensound verpasst hat. IV Empiers Colapse ist definitiv das bisher reifste, ausgefeilteste und abwechslungsreichste Werk der Band. Und meiner Meinung nach auch ihr bestes. Mit diesem Album haben sich WARBRINGER endgültig von ihren Vorbildern und auch vom einem Großteil der restlichen, neueren Thrash-Bands emanzipiert. Ein ganz heißer Kandidat für meinen Jahrespoll! ICED EARTH müssen sich auf ihrer Europa-Tour verdammt warm anziehen mit so einer Vorband im Programm.

Veröffentlichungstermin: 25.10.2013

Spielzeit: 41:36 Min.

Line-Up:
John Kevill – vocals
John Laux – guitar
Jeff Potts – guitar
Ben Mottsman – bass
Carlos Cruz – drums

Produziert von Steve Evetts
Label: Century Media

Homepage: http://www.warbringermusic.com

Mehr im Netz: https://www.facebook.com/Warbringermusic

Tracklist:
01. Horizon
02. The Turning Of The Gears
03. One Dimension
04. Hunter-Seeker
05. Black Sun, Black Moon
06. Scars Remain
07. Dying Light
08. Iron City
09. Leviathan
10. Off With Their Heads!
11. Tower Of The Serpent

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