USNEA: Portals Into Futility

usnea Portals Into Futility CD Cover

Es ist September, und man kann jetzt schon sagen, dass sich die Befürchtungen, das Metal-Jahr 2017 würde schlechter abschneiden als das vergangene, nicht bestätigen konnten. Ganz im Gegenteil: Gemessen an dem, was bereits herausgekommen ist und noch herauskommen wird, ist das laufende Jahr auf einem guten Weg, ein Referenzjahr zu werden.

Vor allem die Doom-Freaks erleben gerade so etwas wie eine Katharsis, denn mit HELL, LOSS und UNEARTHLY TRANCE haben bereits drei der absoluten Genre-Riesen unseren Planeten dem Schwarzen Loch ein ganzes Stück näher gebracht – da fehlen im Prinzip nur noch BELL WITCH und eventuell PRIMITIVE MAN, die dann im Oktober dran sind. Neben den Veteranen weiß auch die junge Generation zu überzeugen: PALLBEARER, ELDER und BATHSHEBA, um jetzt (objektiv gesehen) einige zu nennen. Nun dürften sich dazu auch die Blackened Doomster USNEA aus Portland, Oregon gesellen, die mit „Portals Into Futility“ eine absolute Doom Metal Abrissbirne vom Stapel lassen.

 „Portals Into Futility“ ist mit der brutalste und kompromissloseste Doom Metal der USA

Ehrlich gesagt hat mich der Vorgänger, „Random Cosmic Violence“ (2014) nicht vollends überzeugen können – die Musik war eigentlich ganz gut und heavy, aber am Ende fehlte die letzte Konsequenz bzw. der finale Schliff, womit die Platte im relativen Mittelmaß versank. Auf „Portals Into Futiliy“ machen die Jungs hingegen alles richtig – die Songs haben Power, grooven wie die Hölle, sind durchweg eingängig und haben trotzdem einen Wiedererkennungswert. Im Prinzip machen USNEA das, was sich damals SERPENTINE PATH vorgenommen haben: Sie machen mit den brutalsten und kompromisslosesten Doom Metal der Vereinigten Staaten von Amerika. Punkt.

USNEA haben eine ungeheure Wucht

Dieser Umstand bedeutet freilich nicht, dass die Scheibe in eine primitive Gewaltorgie ausartet, denn die Songs, die ab und an mühelos die Zehn-Minuten-Marke knacken, weisen durchaus progressive Wendungen und ruhige Passagen auf, wie beispielsweise der abschließende „Crown Of Desolatiion“. Wobei ich gestehen muss, dass mein absoluter Favorit „Pyrrhic Victory“ eher einer der kürzeren Tracks der Platte ist. Abgesehen von den überragenden musikalischen Qualitäten, ist hier auch die klare und vollmundige Produktion von Jared See (u.a. STONEBURNER und NUX VOMICA) zu erwähnen – nichts klingt hier steril, schwachbrüstig oder aufgesetzt, wodurch von der ungeheuren Wucht nichts verloren geht. Am Ende bleibt mir nichts anderes übrig, als vor allen, die an diesem Projekt beteiligt waren, meinen Hut zu ziehen.

 

Veröffentlichung: 08.09.2017

Spielzeit: 55:41 Min.

Label: Relapse Records

Produziert von: Jared „Fester“ See, Andrew Grosse und Adam Gonsalvez

Bandwebsite: usneadoom.bandcamp.com/album/portals-into-futility

Facebook: www.facebook.com/usneadoom

Line Up:

Zeke Rogers – Drums
Justin Cory – Vocals and Guitars
Johnny Lovingood – Guitars
Joel Williams – Vocals and Bass

Tracklist USNEA  „Portals Into Futility“

1. Eidolons And The Increate (Video bei YouTube)
2. Lathe Of Heaven (Video bei YouTube)
3. Demon Haunted World
4. Pyrrhic (Victory bei YouTube)
5. A Crown Of Desolation

BKa