ULTRA-VIOLENCE: Operation Misdirection

ULTRA-VIOLENCE: Operation Misdirection

ULTRA-VIOLENCE wurden 2009 in Turin gegründet und haben 2012 ihre Debüt EP “Wildcrash” sowie 2013 und 2015 die Alben “Privilege To Overcome” sowie “Deflect The Flow” veröffentlicht. Zwischen dem letzten Album und der aktuellen Scheibe “Operation Misdirection” wurden Drummer und Bassist ausgetauscht.

Thrash Metal ist nun nicht unbedingt das, woran man als erstes denkt, wenn man die Worte Metal und Italien hört. Ausnahmen wie die sehr angenehmen SATANIKA bestätigen die Regel.

Bay Area Thrash made in Turin? ULTRA-VIOLENCE zeigen, dass das geht!

Deutlich weniger rumpelig als die eben genannten, gehen ULTRA-VIOLENCE zu Werke. Hab ich schon erwähnt, dass ich den Bindestrich im Bandnamen total doof finde? Egal… Wo waren wir? Ach ja, ULTRA(-)VIOLENCE! Die Band orientiert sich stilistisch grob am Bay Area-Thrash. “Welcome to the Freakshow” hat ein bisschen was von DEATH ANGEL, anderswo klingen auch mal ältere METALLICA durch. Ab und zu wildert die Band aber auch außerhalb der Bay Area, so hat “My Fragmented Self” für mich was von PANTERA und mit “The Acrobat” hat die Band sogar eine lupenreine, arschcoole Rotzrock-Nummer inklusive Bass-Slaping im Gepäck.

Dazu kommen hier mal ein paar Achtziger-Synthies als Intro, da mal ein gesprochener Part und dort mal etwas moderneres Riffing. Davon wirkt nichts aufgesetzt oder fehl am Platz sondern gut integriert. Und dann ist da noch das DIRE STRAITS-Cover “Money For Nothing”. Dass man an so einer Vorlage eigentlich nur scheitern kann ist klar aber irgendwie scheitern ULTRA-VIOLENCE mit Stil und viel Spaß! Die “Chicks For Free” und “Refrigerators” Gangshouts sind jedenfalls ziemlich gut.

“Operation Misdirection” findet den richtigen Weg zwischen Stiltreue und Abwechslung.

Von diesen stilistischen Schlenkern mal abgesehen bieten Songs wie “Cadaver Decomposition Island”. “Welcome To The Freakshow” oder “Nomophobia” klassischen Thrash nach US-Bauart. Sehr gut gespielt und kurzweilig. Lediglich der heiser gekrächzte Gesang von Loris Castiglia könnte besser sein, stört aber auch nicht wirklich. Mit einem etwas melodischeren, technisch besseren Sänger könnten ULTRA-VIOLENCE ihre Mucke allerdings durchaus auf ein höheres Level bringen. Man muss den Kerl ja nicht rausschmeissen, schließlich spielt er auch Gitarre. Aber ich will gar nicht viel meckern, denn “Operation Misdirection” ist eigentlich eine rundum gelungene Thrash-Scheibe, die genau den richtigen Weg zwischen Stiltreue und Willen zur Abwechslung findet.

Veröffentlichungsdatum: 13.07.2018

Spielzeit: 49:18

Line Up:
Loris Castiglia – vocals, rhythm guitar
Andrea Vacchiotti – lead guitar
Andrea Lorenti – bBass
Francesco “Frullo” La Rosa – drums

Produziert von:

Label: Spinefarm Records / Candlelight Records

Facebook: https://www.facebook.com/ultraviolencemetal

ULTRA VIOLENCE “Operation Misdirection” Tracklist:
01. Cadaver Decomposition Island (Video bei YouTube)
02. Welcome to the Freakshow
03. My Fragmented Self
04. The Acrobat
05. Nomophobia
06. Money for Nothing (DIRE STRAITS cover)
07. The Stain on My Soul Remains
08. Shining Perpetuity