TRIAL: Motherless

TRIAL: Motherless

TRIAL wurden 2007 in Schweden gegründet. Der vorherige Background der Musiker scheint eher im extremeren Metal zu liegen. Alle waren oder sind in kleineren Death Metal-Bands aktiv. Die beiden Gitarristen Alexander Ellström und Andreas Johnsson beispielsweise bei ENSNARED, die im Mai 2017  ihr Debütalbum veröffentlichen. „Motherless“ ist das dritte Album der Band. Der Vorgänger „Vessel“ konnte 2015 schon einiges an Staub aufwirbeln, ist aber leider nicht bis zu mir durchgedrungen. Aber es hat dafür gereicht, dass Metalblade sich die Band geschnappt haben.

TRIAL also. Eine weitere schwedische Heavy Metal-Band mit okkultem Anstrich? Vergleiche zu IN SOLITUDE und vor allem PORTRAIT sind nicht ganz von der Hand zu weisen, kratzen aber letztendlich nur an der Oberfläche. Was TRIAL ein ganzes Stück weit von den genannten Bands abhebt ist Sänger Linus Johansson. Der Kerl steckt mit seiner klaren, hohen Stimme die Frontmänner beider Bands locker in die Tasche.  Aber auch was das Songwriting angeht, folgen TRIAL ihrem ganz eigenen Weg.

„Motherless“ ist ein sehr intensives, forderndes, ja manchmal auch anstrengendes Album. Definitiv nichts zum nebenbei hören. Das hier ist ein Album, mit dem man sich beschäftigen, auf das man sich konzentrieren sollte. Gerade noch fegen die Schweden wie ein melodischer Speed Metal-Orkan über den Hörer hinweg, springen von einem Break zum nächsten, nur um uns im nächsten Song verspielt und melancholisch durch die Gegend zu mäandern. Dann mal ein Ausflug in Kauz Metal-Regionen, wie man es vielleicht von SLOUGH FEG erwarten würde. Selbst eine Spur früher FATES WARNING lässt sich im Sound der Schweden wiederfinden. Aber auch ruhige Akustik-Passagen. Und zu guter letzt findet man in einigen Riffs auch Rückstände der Death Metal-Prägung der beiden Gitarristen.

Auch spielerisch sind TRIAL ganz weit vorne. Alexander Ellström und Andreas Johnsson holen echt alles aus ihren Äxten raus und die Rhythmusgruppe, vor allem Drummer Martin Svensson treibt die Songs unerbittlich nach vorne, ohne dabei die Liebe zum Detail vermissten zu lassen. Linus Johansson ist, wie schon erwähnt,  ebenfalls ein richtig Guter, auch wenn er es an einigen Stellen vielleicht etwas mit dem Vibrato übertreibt. Am besten gefallen mir TRIAL, wenn Sie richtig Gas geben, wie beim Titelsong, „Cold Comes The Night“ oder „Aligerous Architect“. Aber auch die vertrackten, ausufernden Mid Tempo-Stücke wie „In Empyrean Labor“, „Juxtaposed“ oder der über neun Minuten lange Prog- und Kauz Metal-Trip „Embodiment“ lassen mich fasziniert zurück.

Für das Cover-Artwork hat die Band erneut mit Costin Chioreanu zusammengearbeitet, der hier ein wirklich tolles Cover entworfen hat, das perfekt zur musikalischen Vision von TRIAL passt. “Motherless” ist kein einfaches Album, dafür aber ein umso faszinierenderes. Hier ist eine Band mit einem wirklich eigenwilligen und eigenständigen Stil am Werk. Und mit „Motherless“ hat diese Band ein Album veröffentlicht, welches mehr als deutlich aus der Masse an Metal-Alben heraussticht.

VÖ: 07.04.2017

Spielzeit: 47:39

Line Up:
Linus Johasson – vocals
Alexander Ellström – guitars
Andreas Johnsson – guitars
Andréas Olsson – bass
Martin Svensson – drums

Produziert von: Olof Berggren

Label: Metalblade Records

Bandhomepage: trialheavymetal.storenvy.com
Mehr im Netz: www.facebook.com/TrialHeavyMetal

Tracklist:
01. Motherless
02. In Empyrean Labour
03. Cold Comes The Night
04. Juxtaposed
05. Aligerous Architect
06. Birth
07. Embodiment
08. Rebirth

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