THEREIN: Forsaken Ground (Eigenproduktion)

therein forsaken ground Cover

Wann wird aus einer Speed-Picking-Melodie pure Gänsehaut? Was muss ein Riff mitbringen, um sich von bloßen Powerchords in einen wuchtigen Schlag in die Magengrube zu verwandeln? Wie hört sich ein Melodic-Death-Album an, das mit Abwechslungsreichtum und grandiosen Songs aus der Masse an Veröffentlichungen in diesem Genre herausragt? „Forsaken Ground“ von THEREIN bietet überzeugende Antworten auf diese Fragen.

Jeder der zehn Songs auf „Forsaken Ground“ atmet den Geist der großen schwedischen Vorbilder, besitzt jedoch stets auch eigenständigen Wiedererkennungswert. Dies gelingt durch zwei Faktoren: Qualität und Erfahrung. Da sind zunächst die Gitarren zu erwähnen, an deren Melodien so lang gefeilt wurde, bis sie voller Emotion und Epik stecken und keine unnötigen Schnörkel mehr aufweisen. Die Jungs von THEREIN sind jedoch auch schon lange genug dabei, um gleichzeitig latente Einflüsse aus traditionellem Metal als auch etwas modernere Grooves subtil und stets passend einflechten. Hinzu kommen eine immer songdienlich und energiegeladen spielende Rhythmusgruppe und die Killervocals von Holger Speidel, manch einem vielleicht noch von BEHIND THE SCENERY ein Begriff. Dieser benötigt keine Sperenzchen wie melodischen Gesang, um einprägsame Gesangsparts zu erschaffen. Lieber sorgt er mit kratziger, aber klar artikulierender Death-Metal-Stimme für die nötige Power.

THEREIN überzeugen mit Qualität und Erfahrung

Ein Paradebeispiel für die beschriebene Mischung stellt etwa der Titelsong dar, bei dem der moderne, treibende Vers und der sich daraufhin herrlich öffnende Refrain mit zweistimmigen Gitarren für eine unwiderstehliche Dynamik sorgen. Aber auch „The Conductor“ bleibt sofort hängen dank mächtiger, verschleppter Riffs, die die Metalfaust ganz automatisch nach oben schnellen lassen – Widerstand zwecklos. „Judas Christ“ dient ebenfalls als Beleg für die songwriterischen Qualitäten mit seiner überzeugenden Mixtur aus melancholischen Melodien, Blastbeats und sofort mitgrölbarem Doublebass-Refrain. Da hört man sofort die geballte Erfahrung alter Hasen heraus.

„Forsaken Ground“ lässt an der Gerechtigkeit im Metalbusiness zweifeln

Stichwort Qualität und Erfahrung: Nicht zuletzt dank einer von der Band selbst verbrochenen amtlich fetten Produktion kommen die zehn Tracks auf „Forsaken Ground“ voll und ganz zur Geltung, sei es unterm Kopfhörer oder über die Autoanlage mit Vollgas auf der linken Spur. Und so kommt man unweigerlich an den Punkt, wo man an die etlichen mittelmäßigen Genrevertreter auf großen Festivalbühnen denkt und über die Gerechtigkeit im Metalbusiness nachzugrübeln beginnt. Doch dann erinnert man sich ja wieder daran, dass ein Teil der Faszination ja auch daher kommt, unbekannte Underground-Perlen zu finden, weshalb ihr „Forsaken Ground“ schleunigst für ´nen Zehner ordern solltet.

Veröffentlichungstermin: 2015

Spielzeit: 41:53

Line-Up:
Holger Speidel – Vocals
Stefan Bucher – Guitar
Harald Schmid – Guitar
Tobias Messerschmid – Bass
Martin Schmid – Drums

Produziert von: THEREIN

Label: Eigenproduktion

Homepage: therein.de
Mehr im Netz: facebook.com/Thereinmetal
youtube.com/user/Schmidii

THEREIN „Forsaken Ground“ Tracklist

1. I Can´t Deny
2. My Haven
3. Hunt You Down
4. Blindfold
5. Forsaken Ground
6. New Born Hate
7. Transcendent
8. The Constructor (Video bei YouTube)
9. Judas Christ
10. Insanity

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