THEM: Manor Of The Se7en Gables

THEM: Manor Of The Se7en Gables

Mit ihrem 2016er Debüt “Sweet Hollow” konnten THEM bereits Aufmerksamkeit erregen. Durch die Optik, das Horror-Konzept und natürlich den Bandnamen, aber auch durch den teilweise an KING DIAMOND angelehnten Gesang von Frontmann Troy Norr wurde die Band ziemlich schnell in die Ecke der KING DIAMOND-Epigonen gedrückt. Daran ist die Band durch die oben genannten Punkte nicht ganz unschuldig und die zusätzliche Aufmerksamkeit hat man vermutlich auch gerne mitgenommen. Betrachtet man das Schaffen der Band aber mal vom rein musikalischen Standpunkt, so waren schon auf dem Debüt – vom Gesang mal abgesehen – recht wenige Parallelen zum Sound der Dänen auszumachen. THEM gehen deutlich härter zu Werke, sind eher im Grenzbereich zwischen Power und Thrash Metal zu Hause.

Weniger KING DIAMOND, mehr Thrash: THEM lassen es auf Manor Of The Se7en Gables” krachen!

Und auf ihrem zweiten Album forcieren sie das noch mehr. Troy Norr setzt die KING DIAMOND-mäßigen Gesangspassagen weniger ein und instrumental lassen THEM es noch mehr krachen als auf dem Debüt. Das wird schon mit dem mitreißenden Opener “Circuitous” klar. Eine großartige, treibende Power Metal-Granate. Super Gitarrenarbeit, mitreißender dramatischer Gesang – THEM starten ihr zweites Album mit einem echten Highlight. Das folgende “Refuge In The Manor” ist in den Strophen purer Thrash inklusive aggressivem Shouting, während zumindest Troy Norr es im Refrain melodischer angehen lässt.

Die erste Single “Witchfinder” ist gleichzeitig das melodischste und eingängigste Stück auf “Manor Of The Se7en Gables”. Als ich den Song zum ersten Mal gehört habe, hat er mich noch nicht vom Stuhl gehauen. Mit der Zeit und im Gesamtkontext des Albums gewinnt der Song aber deutlich hinzu und ist mit seinem super eingängigen Mitsing-Refrain eine schöne Abwechslung zu den brettharten Riffgewittern. Dasselbe gilt für die düstere Ballade “Ravna”. Das atmosphärische Stück verbreitet ordentlich Grusel-Stimmung.

THEM schaffen den Spagat zwischen Eingängigkeit und musikalischem Anspruch

Die große Klasse beim Songwriting zeigt sich auch bei Songs wie “As The Sage Burns”, welches eher thrashig beginnt, später aber auch epische und bombastische Elemente enthält, aber auch ein paar Blastbeats. “The Secret Stairs” wiederum pendelt zwischen hymnischem Euro Metal und hartem Power Thrash. Allgemein passiert eigentlich bei allen Songs verdammt viel. Trotz aller Eingängigkeit gibt es eine Menge Details zu hören, was für die Langzeitwirkung der Songs sicher förderlich ist. Einfache Schunkel-Nummern, an denen man sich nach zehn Durchläufen satt gehört hat, bekommt man von THEM jedenfalls nicht.

Das letzte Interludium “Peine Forte Et Dure” leitet über zum dramatischen Grande Finale. “Maleficium” ist das am schwersten zugängliche Stück auf “Manor Of The Se7en Gables”. Dank des vertrackten Aufbaus und der ungewöhnlichen Gesangslinien braucht der Song einige Durchläufe, um zu zünden. Musikalisch ist der Song aber eines der interessantesten Stücke des Albums. Danach legen sich THEM zum Endspurt noch mal richtig ins Zeug. “Seven Gables To Ash” bietet knappe vier Minuten Thrash-Gewitter vom feinsten, bevor sich KK Fossors Schicksal im über acht Minuten langen “Punishment By Fire” erfüllt. Power Thrash mit atmosphärischen Keyboards, Tremolo-Riffing und einigen letzten Hörspiel-Passagen, in denen das Schicksal des Protagonisten scheinbar besiegelt wird. Ist das wirklich das Ende von KK Fossor? Hoffentlich nicht! Wenn doch, so ist er zumindest mit einem großen Knall gegangen. Besser als mit diesem Stück mit seinem tollen Spannungsbogen, hätte man das Album nicht abschließen können.

“Manor Of The Se7en Gables” ist eine gewaltige Steigerung zum Debüt

Mit “Manor Of The Se7en Gables” haben THEM sich meiner Meinung nach zum guten Debüt noch mal gewaltig gesteigert. Das Songmaterial wirkt insgesamt mitreißender mit weniger Füllmaterial. Auch der Aufbau, sprich die Songreihenfolge sowie die Zwischenspiele, welche die Story vorantreiben und die Grusel-Atmosphäre verstärken sind perfekt abgestimmt. Lediglich das Cover gefiel mir beim Debüt besser und die 7 als Zahl im Wort “Seven” im Albumtitel finde ich völlig deplatziert. Sowas macht man doch nicht, wenn man die 30 hinter sich gelassen hat. Aber ihr seht schon, wenn man sich die Kritikpunkte so an den Haaren herbei ziehen muss, dann gibt es anscheinend nicht wirklich substantielles zu jammern. “Manor Of The Se7en Gables” ist ein rundum gelungenes Power Thrash-Album, das einfach nur Spaß macht. Spielerisch top, abwechslungsreiche und mitreißende Songs – was will man mehr?

Veröffentlichungsdatum: 26.10.2018

Spielzeit: 55:01

Line Up:
Troy “KK Fossor” Norr – vocals
Markus Johansson – guitars
Markus Ullrich – guitars
Alexander Palma – bass
Angel Cotte – drums
Richie Seibel – keyboards

Label: SPV/Steamhammer

Bandhomepage: www.them666.com
Facebook: facebook.com/thembandofficial
Bandcamp: them6.bandcamp.com

THEM: “Manor Of The Se7en Gabels” Tracklist

01. Residuum (Intro)
02. Circuitous (Lyric-Video bei YouTube)
03. Refuge in the Manor
04. Witchfinder (Lyric-Video bei YouTube)
05. A Scullery Maid (Interlude 1)
06. Ravna
07. As the Sage Burns
08. The Secret Stairs
09. Peine Forte Et Dure (Interlude 2)
10. Maleficium
11. Seven Gables to Ash
12. Punishment By Fire