THE TRUE SYMPHONIC ROCKESTRA feat. THE 3 ROCK TENORS: Concerto In True Minor

THE TRUE SYMPHONIC ROCKESTRA feat. THE 3 ROCK TENORS: Concerto In True Minor

Die 3 Tenöre alias Luciano Pavarotti, Placido Domingo und José Carreras – wer da nicht sofort an Moshpits, Stagediving und Headbangen denkt, sollte weiterlesen. Der Rest kann das Concerto In True Minor getrost ignorieren, da das Album für gewöhnliche Metal-Fans außer einem kurzlebigen Überraschungseffekt absolut nichts zu bieten hat. Klar, es gibt deftiges Riffing und Doubelbass, verpackt in einer Produktion, die mühelos mit den letzten DREAM THEATER-Werken konkurrieren kann. Das Problem liegt woanders: Das Konzept basiert auf der Annahme, dass in den Kompositionen Kraft und Schönheit stecken, die nur darauf gewartet haben, sich in einem Metal-Kontext zu entfalten.

Diese Annahme ist leider falsch.

Da hilft es wenig, dass die drei Vokalakrobaten grandiose Gesangsleistungen abliefern. Da hilft es wenig, dass sich die Band versiert durch thrashige und progressive Metalgefilde knüppelt. Da hilft es wenig, dass an Stelle von opulentem Keyboardbombast lediglich Kammerstreicher für klassische Klangtupfer sorgen. Frank Sinatras My Way war schon immer eine Schnulze. Jetzt ist es eben eine Schnulze mit Wahwah-Gitarre und Power Metal-Wirbelsäule. Das klingt im ersten Moment verstörend. Bald kommt jedoch Langeweile auf, da es sich bei der ganzen Angelegenheit im Grunde im eine Covercoverband handelt.

Der Gruppenname klingt verdächtig nach TRANS-SIBERIAN ORCHESTRA und auf den ersten Blick gibt es auch musikalisch einige Parallelen. Doch die amerikanische Weihnachtskappelle schreibt schlüssige Eigenkompositionen und bedient sich ansonsten lieber bei Beethoven, Mozart und Co., deren Werke um einiges Rock-kompatibler sind als z.B. Bernsteins West Side Story. Das TRUE SYMPHONIC ROCKESTRA unter der künstlerischen Leitung von GIFTIG-Musiker Dirk Ulrich ist dagegen eher ein Metalstra, das sich stets im Schatten seiner Vorbilder bewegt. Die einzige Ausnahme ist Dorogoi dlinnoyu (alias Those Were The Days), wobei die Musiker auch hier entschieden zu E-musikalisch agieren, wo doch bereits Gruppen wie die LENINGRAD COWBOYS gezeigt haben, wie man die Energie dieses Songs richtig entfesselt.

Immer wieder wird im Infotext die Ernsthaftigkeit des Projekts betont. Das ändert aber nichts daran, dass man einzelne Stücke problemlos mit einem Meister der Musik-Jingle versehen und auf ein J.B.O.-Album packen könnte. Abstruser als BLÜMCHEN spielt BLACK SABBATH (oder RUNNING WILD spielen RUNNING WILD) klingt Concerto In True Minor auch nicht.

Veröffentlichungstermin: 28.03.2008

Spielzeit: 45:20 Min.

Line-Up:
Vladimir Grishko (Ukrainischer Kultusminister): Gesang
James LaBrie (DREAM THEATER): Gesang
Thomas Dewald (Musikprofessor): Gesang
Dirk Ulrich: Gitarre
Sandro Martinez: Gitarre
Marvin Philippi: Bass
Paul Jens Olaf Mayland: Schlagzeug
Tobias Schaaf: Gitarre
Christoph Wansleben: Geige
Helge Möller: Cello
Benedikt Hölker: Geige
Chistian Schaal: Bratsche

Produziert von Dirk Ulrich
Label: Fastball Music

Homepage: http://www.tsr-project.com

Tracklist:
1. Nessun dorma

A Tribute To Hollywood
2. My Way
3. Moon River
4. Singing In The Rain

5. Granada
6. Tu, ca nun chiagne

Cat Stories From West Side
7. Ochi tchorniye
8. Memories (Cats)
9. Cielito lindo
10. Tonight (West Side Story)

11. Libiamo ne` lieti calici
12. La donna è mobile
13. Non ti scordar di me
14. O sole mio

Solo Songs:
15. Dein ist mein ganzes Herz
16. With A Song In My Heart
17. Dorogoi dlinnoyu

Around The World:
18. America (West Side Story)
19. Funiculí, Funiculá
20. Brazil

21. Pourquoi me réveiller