THE GRATEFUL DEAD: The Best Of The Grateful Dead [2CD]

THE GRATEFUL DEAD: The Best Of The Grateful Dead [2CD]

Amerikanische Rockmusik ohne THE GRATEFUL DEAD, undenkbar! Etwa 18 Millionen verkaufte Alben allein in den USA sprechen für sich! 50 Jahre Musik- und sogar Kulturgeschichte, das soll gefeiert werden mit einer neuen, umfassenden Zusammenstellung, vollgepackt mit Studioaufnahmen, welche die gesamte Historie der Band aufzeigt. Zudem werden die verbliebenen Mitglieder, seit 2003 als THE DEAD wieder zusammen, in Chicago an drei Tagen ihre allerletzten Shows spielen, um die Band nochmals live richtig abfeiern zu lassen. Bandkopf Jerry García starb im Sommer 95 an einem Herzinfarkt, dem folgte die offizielle Auflösung der Band. Auch ein Doku-Film soll noch erscheinen. Was so besonders ist an THE GRATEFUL DEAD? Die Band war anfangs mit ein Auslöser für die sogenannte Gegenkultur, wo die Musiker nicht mehr auf heile Welt und den American Dream machten, sondern laut gegen den Kriegswahn und die eingefahrenen Gesellschaftsformen angingen. Die überlangen Konzerte, oft kostenlos, durfte man aufnehmen, die Deadheads waren und sind eine treue bis fanatische Fangemeinde. Legendär die Show beim Woodstock-Festival 1969, wo die Band stundenlang bei strömendem Regen spielte, während des Auftritts erlitt Rhythmusgitarrist Bob Weir einen Stromschlag von seinem Mikrofon. Auf die reguläre Veröffentlichung des Festivalmitschnitts schaffte es die angeblich nicht so gute Show nicht, tauchte aber später doch noch auf. Welchen Stellenwert die über 3.000 Live-Konzerte bei den Deadheads noch heute haben, das zeigt auch der erfolgreiche Release der letzten September erschienenen, Grammy nominierten 23 CDs umfassende Box mit acht Konzerten der Spring Tour 1990.

Die neue Zusammenstellung  The Best Of The Grateful Dead hingegen bietet mit 32 Songs in chronologischer Reihenfolge eine Reise durch die Studioalben von The Golden Road (To Unlimited Devotion) aus dem Jahr 1967 bis zum letzten Studioalbum Standing On The Moon von 1989, alles nicht nur in den USA echte Klassiker. Dabei war die Musik von THE GRATEFUL DEAD immer up to date und oft stilprägend, sie verarbeitete Einflüsse von Bluegrass, Jazz, Blues, Folk Rock, Country Rock, Space Rock und Psychedelic Rock, immer auf recht eigene Art präsentiert.

So beginnen die frühen Songs als typischer Hippie-Rock, vor dem geistigen Auge sieht man Flower-Power-Schönheiten und Love&Peace-Softies tanzen. Born Cross-Eyed zeigt vernebelt-mumpfig die psychedelische Vergangenheit der Band. St. Stephen, voll im damaligen Zeitgeist, als sich auch u.a. die ALLMAN BROTHERS und CROSBY, STILL & NASH aufmachten, die Welt mit fantastischer Musik zu bereichern. Einer der vielen heimlichen Hits der Band, die es unerklärlich nie zu einem echten Charthit gebracht hat abgesehen von der 87er Single Touch Of Grey. Schön entspannt, wieder mit viel Hippie-Flair Uncle John´s Band, ein lockeres Truckin´ mit leichtem BEATLES-Touch, lockere bis traditionelle Folk- und Country-Klänge bei Friend Of The Devil und Ripple. Das frisch groovende Estimated Prophet verbreitet Urlaubsstimmung und macht Platz für die zweite CD, die mit dem 16-Minuten-Epos Terrapin Station beginnt, das 1977 in sieben Teilen die B-Seite vom gleichnamigen Album füllte. Wer mag kann hier auch ein paar Parallelen zu JETHRO TULL entdecken. Mit Shakedown Street hatte man sich funky-catchy etwas dem grassierenden Disco-Fieber angeboten, tritt aber auch mit dem simplen Boogie`n´Roll I Need A Miracle gepflegt Popo. Folgend wird auch zeitgemäß der Gesamtsound kraftvoller, locker-flockige Sunshine-Songs wie Touch Of Grey und das etwas nach BOB SEGER mit BOB DYLAN-Bridge klingende Hell In A Bucket verbreiten gute Laune. Eine Schunkelballade für einsame Trucker und Cowboys wie Black Muddy River oder US-Radio-taugliche Kuschelrocker wie Blow Away (könnte auch von RICK SPRINGFIELD sein) zeigen, dass die Band mit ihren Songs reifer und ruhiger geworden ist, mit der Zeit gegangen ist, ohne sich wirklich einem Trend anzubiedern. Das hatten sie als eine DER großen Rockbands eh nie nötig. Man bekommt einen stimmigen Überblick über das musikalische Werk, das uns THE GRATEFUL DEAD hinterlassen haben, verpackt in einem schicken Digi-Pack. Unvermeidbar ist The Best Of The Grateful Dead auch als Download verfügbar.

Natürlich gibt es von THE GRATEFUL DEAD zahlreiche Best of/Greatest Hits-Alben. Und wer eh eine umfassende Sammlung an Alben der Band hat, dem stehen hier nur ein paar seltenere Versionen einiger Songs als Anreiz zur Verfügung, wie die nicht mal 3-Minütige Studioversion von Dark Star, welches auf den Livealben oft in halbstündige Jams ausufert. Hat man noch keine umfangreiche Sammlung an THE GRATEFUL DEAD-Alben oder gar nur ein paar uralte LPs im Keller, dann ist The Best Of The Grateful Dead unverzichtbar. Die Doppel-CD bietet alles, was man für die regelmäßige Portion THE GRATEFUL DEAD braucht, echte Deadheads stöbern eh eher gezielt nach Tageslaune durch die verschiedenen Phasen der musikalischen Bandgeschichte. Wer nun erst durch diese gelungene Zusammenstellung auf die Band aufmerksam wird, der sollte zugreifen, eine Rocksammlung ohne diese Band geht nicht! Unvermeidbar wird dann aber auch, einen Blick auf die zahllosen Live-Alben zu werfen, denn live auf der Bühne waren THE GRATEFUL DEAD richtig groß.

Veröffentlichungstermin: 27.03.2015

Spielzeit: 79:54 / 79:08 Min.

Line-Up:
Jerry Garcia – Vocals, Lead-Guitar, Pedal Steel, Piano
Bob Weir – Vocals, Guitar
Ron Pigpen McKernan – Organ, Harmonica, Vocals, Keyboards, Acoustic Guitar, Congas, Percussion
Phil Lesh – Bass, Vocals, Guitar, Piano
Bill Kreutzmann – Drums, Persussion
Tom Constanten – Keyboards, Piano
Mickey Hart – Drums, Percussion
Keith Godchaux – Keyboards, Piano, Vocals
Donna Godchaux – Vocals
Brent Mydland – Keyboards, Vocals

Label: Rhino Records / Warner Music Entertainment

Homepage: http://www.dead.net

Mehr im Netz: http://www.facebook.com/gratefuldead

Tracklist:
CD1:
1. The Golden Road (To Unlimited Devotion)
2. Cream Puff War
3. Born Cross-Eyed
4. Dark Star (Single Version)
5. St. Stephen
6. China Cat Sunflower
7. Uncle John´s Band
8. Easy Wind
9. Casey Jones
10. Truckin´
11. Box Of Rain
12. Sugar Magnolia
13. Friend Of The Devil
14. Ripple
15. Eyes Of The World
16. Unbroken Chain
17. Scarlet Begonias
18. The Music Never Stopped
19. Estimated Prophet

CD2:
1. Terrapin Station
2. Shakedown Street
3. I Need A Miracle
4. Fire On The Mountain
5. Feel Like A Stranger
6. Far From Me
7. Touch Of Grey
8. Hell In A Bucket
9. Throwing Stones
10. Black Muddy River
11. Blow Away
12. Foolish Heart
13. Standing On The Moon

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Frank Hellweg

Lebensmotto „stay slow“, Doomer halt….
Love & Peace geht auch immer, nur ohne Musik geht nichts!