THE CROWN: Crowned In Terror

THE CROWN: Crowned In Terror

Nach dem ersten Durchgang musste ich mir erst mal wieder die Kinnlade einrenken lassen…. THE CROWN hatten zwar schon angekündigt, dass das nächste Album heftiger werden würde und sich immer als Death Metal Band gesehen, doch mit einem solchen Hammer wie „Crowned In Terror“ hätte ich ehrlich gesagt nicht gerechnet. Auf den beiden letzten Alben Hell Is Here und Deathrace King fanden sich auch eher thrashige Songs und eine nahezu einzigartige Rock n´ Roll-Kick-Ass Atmosphäre, die in der Kombination dem technischem Können der Band genau das Besondere an THE CROWN ausmachte. Mit dem fünften Album hat das schwedisch-finnische Terrorkommando jetzt ein paar Kohlen nachgelegt und ballert sich mit einer überraschenden Brutalität und gesteigerter Präzision durch zehn Songs – und rockt noch immer gewaltig! „Crowned In Terror“ ist kein steriles, seelenloses Geballer, sondern eine perfekte Kombination aus einer überdurchschnittlichen Leistung der einzelnen Musiker, Aggression, unbändiger Power, ein paar Erinnerungen an „The Burning“ und „Eternal Death“ und dem typischen Spirit von THE CROWN. Im Vordergrund steht einmal mehr hörbarer Spaß an der Musik, Eigenständigkeit und rebellisches Selbstbewusstsein. Dass die Band so ganz nebenbei auch vom spielerischen Aspekt aus gesehen die Konkurrenz inmitten einer Staubwolke stehen lässt, spricht für sich.

Was zunächst durch kompromisslose Konsequenz in Härte und Geschwindigkeit beeindruckt, entpuppt sich nach und nach als durchdachtes Album, das zwar nicht so vielseitig wie der Vorgänger Deathrace King ist, das aber trotzdem zu absoluten Spitzenklasse gezählt werden muss. Von Langeweile kann auch gar keine Rede sein, mit dem pumpenden Mid-Tempo Stapfer „World Below“ zeigen die Jungs, dass sie auch zwingende Songs diesseits der Schallmauer schreiben können, „The Speed Of Darkness“ weißt eindeutig die songwriterische Handschrift von Basser Magnus Olsfelt auf und muss in einem Atemzug mit rockigen-Kick-Ass-Krachern wie „Devil Gate Ride“, „Blitzkrieg Witchcraft“ von „Deathrace King“  oder „The Devil And The Darkness“ von „Hell Is Here“ genannt werden. Daneben schreddern sich THE CROWN getreu der Tradition, nach der der letzte Song auf einem Album immer etwas anders ist als der Rest des Materials, mit „Death Metal Holocaust“ zurück in die frühen Neunziger: Bester Ami Death Metal mit einer unglaublichen Vocal-Performance vom neuen Sänger Tomas Lindberg und seinem Vorgänger Johan „Lava For Lunch“ Lindstrand, die die Klasse beider Schreihälse noch mal eindeutig unter Beweis stellt. Blutiger die Stimmbänder nie klangen…

Der Rest der Mannschaft braucht sich keinesfalls hinter dem Ex-AT THE GATES Schreihals zu verstecken, Schlagzeuger Janne Saarenpää blastbeatet sich mit einer Präzision durch die schnelleren Tracks, dass so mancher ambitionierte Halbprofi ganz schnell verschüchtert die Sticks in die unterste Schublade legen wird. Neben dem tighten, akzentuierten und eigenständigen Drumming, das der Band schon immer eine eigene Qualität verliehen hat, überzeugt „Crowned In Terror“ mit dem perfekt aufeinander eingespielten Gitarrenduo Marko Tervonen/Marcus Sunesson, das mit überragenden Leads und Soli sowie ballernden Rhythmusparts glänzt. Perfekt darauf abgestimmt ist das Songwriting, das die technischen Fähigkeiten der Band betont und trotzdem auf den Punkt kommt. Die Kleinigkeiten, die besonders Hell Is Here zu einem spannenden, interessanten Album machten, finden sich auch auf „Crowned In Terror“ – nur eben raffinierter eingesetzt. So besticht „(I Am) Hell“ nicht nur durch eine unwiderstehliche Melodie (ja, richtig gelesenen – inmitten des Druminfernos steckt eine Melodie!), sondern auch mit einem genial eingefügten Mittelteil, bestehend aus einem Gitarrensolo und hervorragendem Schlagzeugspiel, das dem Song in puncto Dynamik noch mal einen draufsetzt. In nahezu jedem Song finden sich fantastische Leads – das besondere an diesem Album ist, dass die Band über ihre Spielkünste nicht das Wesentliche, das Songwriting, vergisst. Gekrönt wird das Album von einer unglaublich druckvollen, aber dennoch glasklaren Produktion – die man allerdings nur genießen kann, wenn man ordentlich aufdreht.

Das im Intro beschworene House Of Hades steht euch offen – tretet ein! Doch seid gewarnt, „Riding with the speed of darkness“ macht sehr schnell sehr süchtig. Bleibt als Fazit nur festzustellen, dass die Band dieses Album nur sehr schwer toppen kann – doch genau das dachte ich mir auch schon bei Hell Is Here und Deathrace King
 

 
Tracklist:

Introduction – House Of Hades

Crowned In Terror

Under The Whip

Drugged Unholy

World Below

The Speed Of darkness

Out For Blood

(I Am ) Hell

Death Is The Hunter

Satanist

Death Metal Holocaust

Besetzung:

Tomas Lindberg – Vocals

Marko Tervonen – Gitarre

Marcus Sunesson – Gitarre

Magnus Olsfeld – Bass

Janne Saarenpää – Schlagzeug

Spielzeit: 43:04

Veröffentlichungstermin: 08.04.2002

Hompage: http://www.thecrownonline.com

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andrea

Kümmere mich seit 1999 um Reviews, Interviews und den größten Teil der *Verwaltung*, Telefon-Dienst, Beschwerdestelle, Versandabteilung, Ansprechpartner für alles, Redaktionskonferenz-Köchin…