THE BODY: I Have Fought Against It, But I Can’t Any Longer

THE BODY: I Have Fought Against It, But I Can’t Any Longer

Würde die Antimaterie Musik machen, dann hieße sie THE BODY. Anfangs als eine reine Sludge/Doom Band ins Leben gerufen, hat sich das Duo aus Portland, Oregon zu einem der absoluten Schwergewichte des unorthodox-extremen Undergrounds entwickelt. In den knapp zwanzig Jahren ihrer Existenz hat THE BODY so viele Metamorphosen erlebt, dass es mittlerweile nahezu unmöglich ist, dieses zweiköpfige Ungeheuer einem bestimmten Genre zuzuordnen. Man wird sich höchstens darin einig, dass die Musik der beiden Herren extrem, harsch, laut, schwermütig und doch so ästhetisch schön ist. Zu erwähnen ist außerdem die überdurchschnittliche Produktivität der beiden Rauschebärte, die ihre Fans praktisch jedes Jahr mit dem immer neuen Material verwöhnen. Zählt man die zahlreichen Kollaborationen mit den anderen Bands (FULL OF HELL, THOU oder VAMPILLIA) nicht mit, so ist „I Have Fought Against It, But I Can’t Any Longer“ das insgesamt sechste Langeisen der Amis. Und das Ding fetzt.

Die Schönheit des Hässlichen: THE BODY.

Es fällt zugegebenermaßen schwer, die Musik des Kollektivs auf dieser Platte in passende Worte zu fassen. Grundsätzlich ist das so etwas wie eine Schnittmenge aus SWANS mit Jarboe am Mikro, TODAY IS THE DAY, GODFLESH und PRURIENT bzw. PHARMAKON auf der Sludge/Doom Basis.

Für die Cineasten unter euch: Die Scheibe könnte durchaus als Soundtrack zu einem der David Lynch Filme fungieren. Düster, kalt und gleichzeitig manisch-depressiv ist die Platte die perfekte Vertonung einer fünfzigminütigen Reise durch die persönliche Hölle. Verzweiflung, Wut, Trauer und komplette Ausweglosigkeit – mit diesen Farben malt die Band ihre Klangbilder. Die Schönheit des Hässlichen braucht keine Genres, wo sie schon einen Namen hat: THE BODY.

Auf jeden Song einzeln einzugehen ergibt nur wenig Sinn, weil dieses Album als ein Gesamtkunstwerk betrachtet werden soll und sogar muss. Allerdings ist es an dieser Stelle fast schon Pflicht, die absolut großartige Gesangsleistung der Gastsängerin Kristin Hayer (LINGUA IGNOTA) zu erwähnen. Das, was diese zierliche Frau hier abliefert, übertrifft, subjektiv gesehen, so ziemlich alles, was von Frauen im extremen Musikbereich in den letzten fünf bis zehn Jahren geboten wurde. Wer‘s nicht glaubt, der sollte sich mal den Song „Nothing Stirs“ zu Gemüte führen. Abschließend noch das obligatorische Wort zur Verpackung: Klingt gut und sieht gut aus.

Leute, kauft diese Scheibe, denn sie ist sehr gut!

Zusammen mit PRIMITIVE MAN und INDIAN bilden THE BODY die unumstrittene Führungsriege des nihilistischen Doom/Sludge Terrorismus und stehen somit in Opposition zu den zahlreichen leicht zugänglichen „Happy Sludge“ Bands wie KYLESA, TORCHE oder BARONESS. Easy Listening geht halt anders, aber Leute, kauft diese Scheibe, denn sie ist sehr gut.

Veröffentlichung: 11.05.2018

Spielzeit: 49:00 Min.

Label: Thrill Jockey

Bandwebsite: thebody.bandcamp.com

Facebook: facebook.com/thebodyband

Line-Up:

Chip King – guitars, vocals

Lee Bufford – drums, percussion

Special Guests:

Keith Souza – drums, keyboards

Seth Manchester – drum programming

Ryan Seaton – saxophone

Laura Gulley – violin, viola

Ben Eberle – vocals

Jim Manchester – vocals

Michael Berdan – vocals

Chrissy Wolpert – vocals, piano

Kristin Hayer – vocals, piano

THE BODY „I Have Fought Against It, But I Can’t Any Longer“ Tracklist

The Last Form Of Loving
Can Carry No Weight (Audio bei Spotify)
Partly Alive
The West Has Failed
Nothing Stirs (Audio bei bandcamp)
Off Script
An Urn
Blessed, Alone
Sickly Heart Of Sand
Ten Times A Day, Every Day, A Stranger