THE ANTICHRIST IMPERIUM: Volume II: Every Tongue Shall Praise Satan

THE ANTICHRIST IMPERIUM: Volume II: Every Tongue Shall Praise Satan

Gezeichnete Nonnen in Schwarz-Weiß auf einem Plattencover avancieren zu einem Qualitätsmerkmal – zumindest für mich. Waren es vergangenes Jahr ATTIC mit „Sanctimonious„, so ließen mich heuer THE ANTICHRIST IMPERIUM mit ihrem Cover-Artwork zu „Volume II: Every Tongue Shall Praise Satan“ auf das Album aufmerksam werden. Und nicht nur das Cover regte meine Aufmerksamkeit an. Auch die Musik. Kein Wunder, handelt es sich doch bei THE ANTICHRIST IMPERIUM um ein Side-Projekt rund um aktive und ehemalige AKERCOCKE– und THE BERZERKER-Musiker. Da gibt es wahrlich schlechtere Voraussetzungen.

„Volume II: Every Tongue Shall Praise Satan“ als Dauerbrenner auf dem Plattenteller

Das zweite Album der Briten startet mit „The Dreadful Hosanna“ furios. Ansatzlos eröffnet Drummer David Gray mit Blastbeats den Track und das Album, während die Gitarren deathig-thrashig kurz angeschlagen werden. In weiterer Folge kommt es zu einer Laut-Leise-Dynamik, sehr feinen Gitarren-Leads und abwechselndem Gesang. Der Song an sich ist einfach von einem sehr feinen Groove durchzogen, hat Abwechslung und macht kurzum Spaß. In ähnlicher Tonart geht es weiter. Die Gitarren-Leads und Soli von Matt Wilcock lassen immer wieder aufhorchen. Ebenso auch die cleanen Gesangs-Passagen von Samuel Loynes, die mitunter ANATHEMA– / U2-Züge zeigen („Liturgy of the Iconoclast / Blood Sacrifice“). Dazu kommen noch die Growls von Sam Bean, die den Songs die nötige Grimmigkeit verleihen – man höre nur das mehrmals geschrieene „Hallelujah“, das sich bei stetig steigerndem Tempo gegen Ende von „Draw Down the Moon“ einprägt.

THE ANTICHRIST IMPERIUM sorgen für eines der 2018er-Highlights

Nicht verschweigen sollte man jedoch, dass so mancher Song in seinem Aufbau etwas sperrig ist („Draw Down the Moon“, „Sermon of Small Faith“). Hier benötigt es mehrere Durchläufe, damit diese Passagen ins Ohr gehen. Aber generell prägt sich der Avantgarde Death Metal, der auf „Volume II: Every Tongue Shall Praise Satan“ vorherrscht, gut im Hinterstübchen ein. THE ANTICHRIST IMPERIUM machen also vieles richtig, als dass sie die Balance zwischen Härte und Melodie sowie Groove und Abwechsung richtig gut hinbekommen. Hinzu kommt eine gewisse Dynamik und kompositorische Reife, die das Album auch nach mehreren Hördurchgängen interessant bleiben lässt. Für mich bislang eines der Highlights des Jahres 2018.

Veröffentlichungstermin: 29.06.2018

Spielzeit: 47:01 Min.

Line-Up:
David Gray – Schlagzeug
Matt Wilcock – Gitarre & Bass
Sam Bean – Gesang
Samuel Loynes – Gesang

Label: Apocalyptic Witchcraft Recordings

Homepage: https://www.facebook.com/theantichristimperium

THE ANTICHRIST IMPERIUM „Volume II Every Tongue Shall Praise Satan“ Tracklist:

1. The Dreadful Hosanna (Audio bei YouTube)
2. Death Ritual
3. Draw Down the Moon
4. Liturgy of the Iconoclast / Blood Sacrifice
5. Ceremonial Suicide Rites
6. Golgothian Hieros Gamos (Audio bei InvisibleOranges)
7. Sermon of Small Faith

Christian Wögerbauer
Seit 2005 bei Vampster und Lieferant für Reviews, News, Live-Berichte und -Fotos.Genres: Doom, Death, Gothic, Sludge