TESTAMENT: Dark Roots Of Earth

TESTAMENT: Dark Roots Of Earth

Fünf Jahre sind schon wieder vergangen, seit TESTAMENT mit The Formation Of Damnation ihr umjubeltes, meiner bescheidenen Meinung nach – trotz aller Klasse – auch ein bißchen überhyptes Comeback im Fast-Original Line Up ablieferten. Die vier fünftel eben dieses Original Line Ups sind auch auf Dark Roots Of Earth noch in der Band, einen Wechsel gab es lediglich mal wieder auf dem Drumhocker, wo Gene Hoglan als für Paul Bostaph  dazu gestoßen ist. Dave Lombardo, Paul Bostaph, Gene Hoglan – die Aufzählung der Drummer auf den letzten drei TESTAMENT-Alben liest sich nicht schlecht, oder? Und auch sonst ist es beeindruckend, was für unglaublich gute Musiker da bei TESTAMENT versammelt sind. Alleine die Gitarrenarbeit der Herren Skolnick und Peterson ist überragend, fette Riffs und unglaublich gute Soli.

Dark Roots Of Earth ist nun also das zehnte Album der Band und gefällt mir insgesamt eine ganze Ecke besser als der Vorgänger. Die Songs sind abwechslungsreicher und interessanter gehalten als auf The Formation Of Damnation. TESTAMENT hier auch eine Ecke melodischer, so als hätten sie auf The Formation Of Damnation noch beweisen müssen, dass sie brachial zuschlagen können. Das tun sie auf diesem Album ohne Frage auch. Insgesamt nimmt aber das melodische Element auf Dark Roots Of Earth allerdings einen deutlich größeren Teil ein, als auf The Formation Of Damnation. Auch Chuck Billys Gesang gefällt mir eine Ecke besser, der Hüne singt auf Dark Roots Of Earth variabler, lässt öfters mal melodischen Gesang einfließen, packt aber auch die Death Metal-mäßigen growls aus.

Der Opener Rise Up ist ein klassischer Bay Area-Klopfer, eine typische, erstklassige TESTAMENT-Nummer. Ein Einstieg nach Maß. Native Blood enthält sein paar der melodischsten Stellen des Albums, in Refrain trifft melodischer Gesang auf rasantes Schlagzeug-Inferno. Der Titelsong ist schleppend, fast schon doomig. Auch hier singt Chuck erst mal sehr melodisch, wechselt dann zu rhythmischen shouts und im Refrain wieder zurück zur etwas melodischeren Seite. True American Hate kombiniert klassischen Bay Area Thrash mit den bei TESTAMENT ja immer wieder gerne genommenen Death Metal-Parts. Dementsprechend wechselt Chuck hier zwischen shouts und growls. Ebenfalls eines der Highlights des Albums und meiner Meinung nach besser als fast alles auf The Formation Of Damnation.

Cold Embrace beginnt ruhig mit einer akustischen und einer cleanen E-Gitarre sowie dezentem Schlagzeugspiel. Chuck Billy packt hier richtig Gefühl in seinen Gesang. Erst nach drei Minuten gesellen sich ein paar kernige Riffs dazu. Das ganze geht dann im Wechsel so weiter und ergibt eine gelungene Halbballade bevor es mit Man Kills Mankind wieder nach alter Schule auf die Schnauze gibt. Allerdings auch hier wieder mit ordentlich Melodie und ein paar melodischen Leads ala IRON MAIDEN gegen Ende.

Die Songs sind im Schnitt insgesamt etwas länger ausgefallen – nur zwei Songs sind unter fünf Minuten lang, dafür gleich zwei über sieben Minuten. Auch was die Produktion angeht, hat Dark Roots Of Earth im Vergleich zu The Formation Of Damnation meiner Meinung nach die Nase vorn, obwohl beide Scheiben von Andy Sneap produziert wurden. Der Sound auf dem Vorgänger war etwas dumpfer, was hier ausgemerzt wurde. Erstklassig! Die limitierte Auflage von Dark Roots Of Earth enthält neben einer Bonus-DVD drei Cover-Songs von QUEEN, IRON MAIDEN und SCORPIONS und eine extended version von Throne Of Thrones. TESTAMENT liefern mit Dark Roots Of Earth ein Album ab, welches deutlich stärker ist, als ich erwartet habe und sich zusammen mit den aktuellen Alben von OVERKILL, KREATOR und meinem Geheimtipp ERADICATOR in die Thrash-Highlights 2012 einreiht.

Veröffentlichungstermin: 27.07.2012

Spielzeit: 51:12 Min.

Line-Up:
Chuck Billy – vocals
Eric Peterson – guitar
Alex Skolnick – guitar
Greg Christian – bass
Gene Hoglan – drums

Produziert von Andy Sneap
Label: Nuclear Blast

Homepage: http://www.www.testamentlegions.com

Mehr im Netz: https://www.facebook.com/testamentlegions

Tracklist:
01. Rise Up
02. Native Blood
03. Dark Roots Of Earth
04. True American Hate
05. A Day In The Death
06. Cold Embrace
07. Man Kills Mankind
08. Throne Of Thornes
09. Last Stand For Independence

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