SUSPERIA: Unlimited

SUSPERIA: Unlimited

Zutreffender hätte der Albumtitel des neuen SUSPERIA-Outputs „Unlimited“ nicht ausfallen können. Die Band um ex-DIMMU BORGIR-Schlagzeuger Tjodalv verband ich stets mit Death/Black Metal auf den Spuren des Ex-Arbeitgebers des Drummers. Auch das Cover der aktuellen Veröffentlichung tendiert unübersehbar in diese Richtung, jedoch kommt alles anders als erwartet.

Nach dem Tappingintro beim Opener „Chemistry“ legen SUSPERIA mächtig los – und zwar mit astreinen Bay Area-Thrash, den die Kollegen von TESTAMENT nicht besser hätten inszenieren können. Arschtight im Uptempobereich, dann mit walzender Doublebass und variablen Riffs. Bemerkenswert sind zudem die Vocals von Frontmann Athera, der zweifelsohne als kleiner Bruder von Chuck Billy durchgeht. Kerniges Shouting mit Ausflügen in melodischere Gefilde zeigt sich Athera als souveräner Sänger, der es schafft den Hörer in seinen Bann zu ziehen. In den Bann zieht mich auch die Mucke des Quintetts, denen der Stilwechsel sehr gut zu Gesichte steht. „The Coming Past“ ist zum Beispiel ein voluminöser Midtempostampfer mit ordentlichem Groove und interessanten Vocallines in der Strophe. Ein wahres Riffinferno bläst mich beim Track „Situational Awareness“ an die Wand, welcher seinen Höhepunkt im melodischeren Refrain findet und die Band dabei ihre skandinavische Herkunft nicht ganz verleugnen kann. Beim anschließenden „Devil May Care“ packt die Combo zu Beginn auch mal die Akustikgitarren aus und bringt etwas Melancholie ins Spiel. Ja, die Bay Area lugt an allen Ecken und Enden schelmisch hervor und „Unlimited“ wächst nach jedem Hördurchlauf ein Stück mehr. Dies liegt vor allem an der enormen Variabilität der Band. Kein Riff wird zweimal verbraten und die Drummer Tjodalv zeigt wie schon bei DIMMU BORGIR, dass er ein wahrer Meister hinter seinem Kit ist und mit seinem manchmal leicht progressiven und stets druckvollen Drumming zu begeistern weiß.

Eine intensive (zudem fett produzierte) Thrash-Scheiblette, die vor Energie, coolen Hooklines und Spielwitz strotzt. SUSPERIA sind zu einer ernstzunehmenden Konkurrenzband der mächtigen TESTAMENT mutiert und „Unlimited“ ist das Resultat, wenn Skandinavier in ihrer alten Bay Area-Plattensammlung graben. Daumen nach oben!

Veröffentlichungstermin: 19.04.2004

Spielzeit: 45:39 Min.

Line-Up:
Athera – vocals

Memnock – bass

Tjodalv – drums

Elvorn – guitars

Cyrus – guitars

Produziert von Susperia/Peter In de Betou
Label: Tabu Recordings

Hompage: http://www.susperia.net

Tracklist:
Chemistry

The Coming Past

Situational Awareness

Devil May Care

Off The Grind

Years Of Infinity

Home Sweet Hell

Mind Apart

Beast By Design

Untouched

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