SPIDERS: Flash Point

SPIDERS: Flash Point

Schweden, Retro-Rock und kein Ende in Sicht. Und obwohl da irgendwie jeder mit jedem in anderen Bands spielt und die Unterschiede im Sound der Bands oft gering sind, wird es bis auf wenige Ausnahmen (noch) nicht langweilig. Um doch etwas herauszuragen muss man sich da doch was einfallen lassen, zum Beispiel einfach die eigene Frau ans Mikro stellen, wie es Ex-WITCHCRAFT-Gitarrist John Hoyles bei SPIDERS macht. Nach einer Single steht nun das Debüt an, um uns musikalisch um 40 Jahre zurück zu beamen. Die Einladung nimmt man doch gern an.

Das hat sich dann auch mit dem Opener erfolgreich erledigt, da werden nicht nur wegen der Optik von Ann-Sofie Hoyles Erinnerungen an die süße SUZI QUATRO wach, während die Herren hier bei SPIDERS weitaus energischer zu Werke gehen, als die Rock`n´Roll-Band der Can The Can-Mieze. Aber schon beim rumpeligen Hang Man mit MOTÖRHEAD-Touch landet man unvermeidbar bei den Mädels von GIRLSCHOOL. Bei Loss In Trouble klingt deutlich BLACK SABBATH´s Wheels Of Confusion durch, bei Fraction sogar Cold Gin von KISS, geschmückt mit zündenden Harmonika-Klängen. Wenn bei Above The Sky mal im Break ordentlich die Drums durchgerührt werden, das bekommt man heute viel zu wenig, auch ein Drummer möchte mal gehört werden. Da wird bei Rules Of The Game halt mal der Gitarrenlauf von Symptom Of The Universe zitiert, ach ja, man ist ja BLACK SABBATH-Fan, was sonst. Zitate gibt es reichlich, die Vorbilder werden nicht versteckt, sondern eingepflegt in abwechslungsreichen Songs gefeiert, ohne dass man permanent an eine 70ies-Coverband denkt. Nun denn, John Hoyles hat genug Erfahrung mit Classic/Retro-Rock, das hier ist nicht zu betont auf Retro gemacht und nicht bemüht auf zeitgemäß getrimmt, es gibt ein gesundes Mittelmaß, das mit dem authentischen Retro-Sound und einer lockeren, mitreißenden Energie durchgehend Spaß macht. Dazu trägt auch Ann-Sofie Hoyles bei, die sicher keine große Stimme hat, welche aber mit einem naiven, jugendlichen Charme perfekt zum unterhaltsamen Hard Rock der Kollegen passt. Und keine Frage, so eine Rockmieze macht sich auf der Bühne sicher auch besser als wieder so ein haariger Zauselhippietyp. Davon kann man sich dann auf der Tour mit den Kollegen von GRAVEYARD überzeugen. Das Album hätte allerdings gern etwas länger sein dürfen, keine halbe Stunde ist zu wenig bei den heutigen CD-Preisen, das als einzigen, aber klaren Kritikpunkt.

Wer auf lockeren, gutgelaunten Retro-Rock steht, der sollte bei den SPIDERS zugreifen. Vor allem natürlich, wenn man diesen Sound mit Sängerin mag, wie z.B. bei den sympathischen Dänen FUZZ MANTA, da eine gemeinsame Tour wäre doch mal ein Knaller!

Tourdaten bei vampster: GRAVEYARD, SPIDERS

Veröffentlichungstermin: 05.10.2012

Spielzeit: 27:34 Min.

Line-Up:
Ann-Sofie Hoyles – Vocals
John Hoyles – Guitars
Matteo Gambacorta – Bass
Ricard Harryson – Drums

Produziert von Per Stålberg und Olle Björk
Label: Crusher Records

Homepage: http://www.myspace.com/wearespiders

Tracklist:
1. Weekend Nights
2. Hang Man
3. Love Me
4. Loss & Trouble
5. Fraction
6. Above The Sky
7. Rules Of The Game
8. Hard To Keep True
9. Stendec

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Frank Hellweg
Lebensmotto "stay slow", Doomer halt.... Love & Peace geht auch immer, nur ohne Musik geht nichts!