SIRENIA: Arcane Astral Aeons

SIRENIA: Arcane Astral Aeons

Ist es denn schon wieder soweit? Tatsächlich, mit „Arcane Astral Aeons“ steht ein weiteres SIRENIA-Album ante portas. Das bereits neunte Album in der 17-jährigen Bandgeschichte zeigt die Norweger von einer bereits bekannten Seite. Auch hinsichtlich Line-Up musste Band-Mastmind Morten Veland (Ex-TRISTANIA) diesmal keine neuen (und zusätzlichen) Gitarristen oder Sängerinnen aus dem Hut zaubern. Gast-Sänger gibt es aber allemal wieder. So ist Yannis Papadopoulos (BEAST IN BLACK, Ex-UNTIL RAIN, Ex-WARDRUM) Teil der im Refrain allzu eingänigen Single „Love Like Cyanide“ und Østen Bergøy (Ex-TRISTANIA) gibt „Aerodyne“ – nur kurz – einen NICK CAVE-Touch.

Gesang als Pluspunkt von „Arcane Astral Aeons“

Der Gesang ist es dann auch der Pluspunkt von „Arcane Astral Aeons“. So bestimmen die Vocals von Emmanuelle Zoldan, die die Lyrics öfter auch auf Französisch intoniert, die Grundausrichtung der einzelnen Song. Setzt sie die Mezzo-Soprano-Stimme ein, werden Teile der Tracks symphonisch, mit einem normalen Clean-Gesang bekommen Songabschnitte wie in „Aerodyne“ etwa eine gewisse Gothic Rock-Note. Hinzu kommt ein nummerisch nicht ganz so breit aufgestellter Chor, der aber eine gute Figur macht.

SIRENIA reduzieren Bombast

Musikalisch machen SIRENIA mit „Arcane Astral Aeons“ aber keinen Schritt nach vorne – eher einen kleinen Hopser zurück, als dass der Bombast von „Dim Days of Dolor“ nicht mehr gar so präsent ist. Dafür hat die Catchiness der Songs zugenommen. Manche Tracks haben in ihren Refrains dabei eine fast schon poppig kitschige Eingängigkeit. Als Kontrast dazu packt Morten Veland dafür wieder öfter die Growls aus, was einem Song wie „In Styx Embrace“ eine packendere Aura verleiht. Nicht uninteressant ist zudem „Desire“, wo ein ungewohntes Keyboard-Gesäusel ebenso für Aufmerksamkeit sorgt wie der Chanson-Zwischenteil, ehe dann kurz mit Blastbeats gearbeitet wird. Hier zeigen die Norweger, dass nach wie vor Kreativität in ihnen steckt.

SIRENIA könnten es besser

Doch nicht jeder Ausflug in andere Gefilde geht derart gut auf. So binden „Asphyxia“ und „Nos heures sombres“ leicht elektronische Elemente mit ein, doch kommen beide Song so oder so nicht auf Touren. Ansonsten hat man es aber eher mit gewohntem Symphonic / Gothic Metal zu tun. Allerdings hat „Arcane Astral Aeons“ nicht diejenige (bombastische) Durschlagskraft, die man sich erwarten hätte dürfen. Zu oft blitzen kraftvolle Ansätze nur kurz hervor, ehe die Songs dann doch wieder in ihrer Energie verflachen („Glowing Embers“). SIRENIA hätten da durchaus mehr und packenderes Potenzial.

Veröffentlichungstermin: 26.10.2018

Spielzeit: 55:12 Min.

Line-Up:
Morten Veland – Gesang, Gitarre, Bass, Keyboards & Programming
Emmanuelle Zoldan – Gesang & Chor
Jonathan A. Perez – Schlagzeug
Jan Erik Soltvedt – Gitarre

Gastmusiker:
Stéphanie Valentin – Violine
Østen Bergøy (Ex-TRISTANIA) – Gesang („Aerodyne“)
Yannis Papadopoulos (BEAST IN BLACK, Ex-UNTIL RAIN, Ex-WARDRUM) – Gesang („Love Like Cyanide“)
Emilie Bernou – Chor
Mathieu Landry – Chor

Produziert von Jacob Hansen

Label: Napalm Records

Homepage: http://www.sirenia.no

Mehr im Netz: http://www.facebook.com/sirenia
Mehr im Netz: https://sirenia.bandcamp.com

SIRENIA „Arcane Astral Aeons“ Tracklist:

1. In Styx Embrace
2. Into the Night
3. Love Like Cyanide (Video bei YouTube)
4. Desire
5. Asphyxia
6. Queen of Lies
7. Nos heures sombres
8. The Voyage
9. Aerodyne
10. The Twilight Hour
11. Glowing Embers

Christian Wögerbauer
Seit 2005 bei Vampster und Lieferant für Reviews, News, Live-Berichte und -Fotos.Genres: Doom, Death, Gothic, Sludge