SIENA ROOT: Different Realities

SIENA ROOT: Different Realities

Lust auf einen Trip? Die schwedischen Hippie-Rocker SIENA ROOT nehmen uns wieder mit auf Reisen, durch unterschiedliche Realitäten und in verschiedene Kulturen, die schon lange vergessen sind oder im Verborgenen ein vielleicht schöneres, weil psychedelischeres Leben führen als wir abgestumpften Oberflächenerdlinge.

Auf ihrem vierten Album steigt nochmal mehr würziger Nebel auf als auf den Vorgängern, hier wandert man fast nur instrumental auf neuen Horizonten, schwebt durch exotische Landschaften und asiatische Klangwelten. Es werden uns zwei Kapitel erzählt, die jeweils nochmals unterteilt sind. Agartha ist eine wahrscheinlich untergegangene Zivilisation, vielleicht auch immer noch verborgen im Inneren dieses Planeten existierend, ähnlich den Kollegen aus Atlantis. Wenn so ein Mythos vertont wird, dann kann man sich vorstellen, dass es sehr abgefahren wird. We kommt noch recht rockig, es beginnt mit einer spacig-relaxten Stimmung ähnlich BLACK SABBATH´s Planet Caravan, erschreckt fast mit einem harten LED ZEPPELIN-Break, um sich dann bluesrockig zu steigern. Man wirft mit Opiumbällchen, groovt erfreulich hart nach vorn, um dann verzückt von den hippiesken weiblichen Vocals in spacige HAWKWIND- und Krautrock-Weiten entführt zu werden. Fast ist es schade, dass die schönen Stimmen von Janet Simmonds und Anna Sandberg so selten auftauchen. Um die Geschichte zu erzählen sind sie aber kaum notwendig, die abwechslungsreiche bis schräge Instrumentalisierung führt uns wie durch einen Film. Ist man beim zweiten Kapitel The Road To Agartha angekommen, dann ist man schon längst nicht mehr in dieser kalten, realen Welt, schwebt in geheimnisvollen Sphären. Die rockigen Töne entschwinden in den unendlichen Weiten eines Paralleluniversums, wir wandeln durch die Schluchten und Täler des nördlichen Indien hinauf Richtung Kaschmir. Wandern irgendwann auch auf dem Karakorumpass, die Reise wird spannender, die Klänge lauter und fordernder, sind wir noch in dieser Welt? Der 10-Minuten-Showdown will uns doch wieder rockend zurückholen, aber wollen wir das? Ich habe Different Realities schon mehrmals beim Abwaschen gehört und musste mir anhören, warum ich seit einer halben Stunde immer die gleichen drei Tassen abwasche, hier ist Traumwandeln angesagt, auch im wachen Zustand.

Hippies, die gern mal zu Klängen von Sitar, Darbuka, Tambourine, Flötenklängen und allerlei exotisches Klangwerk abfliegen, aber eben auch gern mal den harten Blues-Rock, gepaart mit psychedelisch-progressiven Trips huldigen, werden hier ihre wahre Freunde haben. Das letzte Album kenne ich nicht, aber im Vergleich zum zweiten Album Kaleidoscope ist man deutlich gereift. Gekrönt wird Different Realities von einem herrlichen Analogsound, eigentlich ist hier das Vinyl Pflicht. Eine wunderschöne Reise in fremde Welten, für Hippies, Jam-Rocker und Kraut(Rock)-Inhalierer ein dicker Tip.

Veröffentlichungstermin: 29.08.2009

Spielzeit: 51:00 Min.

Line-Up:
KG West – Guitars, Sitar, Organ, Fender Rhodes, Synthesizers, Tzouras
Sam Riffer – Bass, Double Bass, Darbuka
Love Billy Forsberg – Drums, Duf, Qaraqab, Tambourine, Bells, Gong, Darbuka
Tängman – Electric Hurdy Gurdy, Acoustic Hurdy Gurdy, Tambourine
Janet Jones Simmonds – Lead Vocals
Anna Sandberg – Recorders, Rauschpfeife, Tambourine, Vocals

Produziert von Siena Root
Label: Transubstans Records

Homepage: http://www.sienaroot.com

MySpace: http://www.myspace.com/sienaroot

Tracklist:
A – We
1. We Are Them
2. In The Desert
3. Over The Mountains
4. As We Return

B – The Road To Agartha (Raagmala)
5. Bairabi
6. Bhairavi
7. Ahir Bhairav
8. Bhimpalasi
9. Shree
10. Jog

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Frank Hellweg

Lebensmotto „stay slow“, Doomer halt….
Love & Peace geht auch immer, nur ohne Musik geht nichts!