SIEGE OF POWER: Warning Blast

siege-of-power-warning-blast

Wass passiert, wenn sich diverse langjährige Death Metal-Mucker zusammentun um einfach mal die Sau raus zu lassen? Eine mögliche Antwort liefern SIEGE OF POWER, bei denen neben der Death Metal-Legende Chris Reifert (AUTOPSY, ABSCESS) das niederländische Trio Paul Baayens (ASPHYX, THANATOS, Ex-HAIL OF BULLETS), Theo van Eekeln (Ex-HAIL OF BULLETS, Ex-HOUWITSER und Ex-GRAND SUPREME BLOODCOURT) sowie Bob Bagchus (SOULBURN, Ex-ASPHYX, Ex-GRAND SUPREME BLOODCOURT) aktiv ist. 2013 unter dem Namen FIRST CLASS ELITE gegründet, haut die Band nun mit “Warning Blast” ihr Debütalbum raus.

Auf dem Papier klingen SIEGE OF POWER verlockend

Das bei solch prominenter Besetzung ein Plattenvertrag nicht lange auf sich warten lässt, verwundert nicht. Alleine durch die beteiligten Musiker dürfte das Interesse groß genug für ordentliche Verkaufszahlen sein. Aber jenseits kommerziellen Kalküls, welches ich bei einem Plattenlabel, an dem auch Arbeitsplätze hängen, für in keiner Weise verwerflich halte, ist die Besetzung auf dem Papier natürlich durchaus verlockend. Paul Baayens hat sein Händchen für gute Riffs schon bei drei Bands unter Beweis gestellt und Chris Reifert hat einfach eines der abgefucktesten, geilsten Organe im Death Metal.

Die Zeichen stehen also nicht schlecht für einen ordentlichen Hassbatzen. Achtzehn Songs in etwas mehr als vierzig Minuten – diese nüchternen Zahlen geben die grobe Marschrichtung vor. Kurze, simple und brachiale Stücke hauen SIEGE OF POWER uns auf “Warning Blast” um die Ohren. Dabei setzt die Band auf eine rabiate Mischung aus Punk und Thrash sowie ein wenig Death Metal. Als Einflüsse nennt man unter anderem CARNIVORE, S.O.D., DISCHARGE oder AMEBIX. Dazu würde ich noch BOLT THROWER, CELTIC FROST und NAPALM DEATH nennen, die man in vereinzelten Songs wiederfinden kann. Beim Titelsong sowie dem Rausschmeißer “The Cold Room” kommt auch die Doom Death Vergangenheit und Gegenwart der Beteiligten durch. Bis auf eine Ausnahme werden sämtliche Songs in ein bis zweieinhalb Minuten runter gerotzt.

Neben einigen Volltreffern enthält “Warning Blast” leider auch viel Durchschnitts-Gebolze

Was in der Theorie ein unterhaltsamer Schlag in die Fresse, der perfekte Soundtrack zum Knochenbrechen im Moshpit sein könnte, krankt leider an der Umsetzung. Neben einigen Volltreffern gibt es nämlich auch eine Menge Mittelmaß. Zu oft zünden die Songs nicht so richtig und laufen irgendwie ins Leere. Einen nicht geringen Anteil dabei hat das Drumming von Bob Bagchus, welches den Songs teilweise fast schon hinterher hechelt. An mancher Stelle, wartet man nur darauf, dass das Drumming den Song nach vorne treibt… und es passiert nichts. Aber auch Paul Baayens hat neben einigen echten Killerriffs leider auch ein paar eher uninspirierte Akkordfolgen im Gepäck. Da fällt so manches Stück nach einem guten Start in sich zusammen.

Das klingt jetzt ziemlich ernüchternd, dabei ist “Warning Blast” sicher kein schlechtes Album. Aber eben auch kein Überflieger. Hätten SIEGE OF POWER die besten Songs für eine EP genommen, wäre das Ergebnis vermutlich deutlich besser bei mir weggekommen. So ist “Warning Blast” ein Album auf dem neben starken Songs leider auch ne Menge Durchschnitts-Gebolze zu finden ist. Eine Platte, die durchaus Spaß macht, durch das inkonsistente Songwriting aber wohl kaum Langzeitwirkung haben wird. Schade, da wäre mehr drin gewesen.

Veröffentlichungsdatum: 07.09.2018

Spielzeit: 42:06

Line Up:
Chris Reifert – vocals
Paul Baayens – guitars
Theo van Eekelen – bass
Bob Bagchus – drums

Label: Metal Blade

Facebook: .facebook.com/Siege-Of-Power
Bandcamp: siegeofpowermetal.bandcamp.com

SIEGE OF POWER „Warning Blast“ Tracklist:

01. Conquest for what?
02. For the Pain
03. Bulldozing Skulls
04. Born into Hate
05. Torture lab
06. Uglification
07. Trapped and Blinded
08. Diatribe
09. Warning blast
10. Mushroom Cloud Altar (Video bei YouTube)
11. Lost and Insane
12. Bleeding for the Cause
13. Escalation ‚til Extermination
14. Privileged Prick
15. Short Fuse
16. Violence in the Air (Audio bei YouTube)
17. It Will Never Happen
18. The Cold Room (Video bei YouTube)