SEPTICFLESH: Titan

SEPTICFLESH: Titan

Mit Titan greifen SEPTICFLESH einmal mehr in die Symphonic Death Metal-Trickkiste, um Aggressivität mit Melodie und Dramatik zu verbinden. Der mit Communion oder The Great Mass eingeschlagene Weg wird mit dem neunten Album der Griechen fortgesetzt und geht sich ein Stück weit barrierefreier, als dass das Songmaterial geradliniger wirkt, ohne jedoch an Extravaganz einzubüßen, wie etwa im Kammermusik-Part bei Order Of Dracul mitsamt schrägen Übergängen zwischen Klassik und Death Metal.

In sich geschlossener sind die episch-dramatischen Tracks wie der Opener War In Heaven, der in seiner orchestralen Unterstützung ebenso Filmmusik-Potenzial hat wie Confessions Of A Serial Killer. Dass SEPTICFLESH ihre Wurzeln nicht aus den Augen verloren haben, zeigen die aggressiv groovenden Parts, wobei ich mir aber nicht sicher bin, ob die Griechen auch ohne den Einsatz der symphonischen Dramatik durchgehend (noch) derart überzeugen könnten.

Aber auch bei im Tempo schleppenderen und melodischen Parts wie im mit Chor-Unterstützung operierenden Song Prototype (mit interessantem Riff) verstehen es SEPTICFLESH zu überzeugen. Möchte man einen kleinen Kritikpunkt anbringen, dann darf er am Gesang festgemacht werden: So wirkt der selten eingesetzte Clean-Gesang – etwa in Dogma – nicht ganz so ausdrucksstark, insbesondere, wenn er in direkter Quasi-Konkurrenz zum Chor steht. Auch die Growls sind auf Dauer etwas eintönig, bilden jedoch einen gelungenen Kontrast zur harmonisch-melodischen Klassik-Abteilung.

In technischer Hinsicht gibt es schließlich keinen Grund zu jammern. Gut aufeinander abgestimmt ergeben die eingebundenen Klassik- und Chor-Arrangements ein homogenes Klangbild zu den klassischen Death Metal-Zutaten. Somit ist Titan ein in sich rundes Album, das nicht zuletzt durch sein düsteres Gesamtbild überzeugen kann.

Veröffentlichungstermin: 20.06.2014

Spielzeit: 45:25 Min.

Line-Up:
Spiros Seth Antoniou – Gesang & Bass
Sotiris Anunnaki Vayenas – Gitarre & Gesang
Christos Antoniou – Gitarre
Fotis Benardo – Schlagzeug

Gastmusiker:
FILMharmonic Orchestra Prag (inklusive Chor)

Produziert von Logan Mader @ Devasoundz Studio, Athen (GRE)
Label: Season of Mist

Homepage: http://www.septicflesh.com

Mehr im Netz: http://www.facebook.com/septicfleshband

Tracklist:
1. War In Heaven
2. Burn
3. Order Of Dracul
4. Prototype
5. Dogma
6. Prometheus
7. Titan
8. Confessions Of A Serial Killer
9. Ground Zero
10. The First Immortal

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Christian Wögerbauer

Seit 2005 bei Vampster und Lieferant für Reviews, News, Live-Berichte und -Fotos.

Genres: Doom, Death, Gothic, Sludge