SATYRICON: Now, Diabolical

SATYRICON: Now, Diabolical

Gleich die ersten Sekunden von Now, Diabolical machen klar, dass hier nur eine Band am Werk sein kann: SATYRICON. Zeitgleich mit Armada der aufstrebenden KEEP OF KALESSIN erscheint das nunmehr sechste Full Length-Album der Norweger und zeigt, dass der Black Metal des Duos noch keinerlei Altersschwächen aufweist. Satyr hat wiederum auch hinter den Reglern Platz genommen und dem neuen Werk eine Produktion verpasst, welche an diejenige des Vorgängers Volcano erinnert. Transparent, aber nicht klinisch, räudig, aber nicht zu sehr. Der Drumsound ist zwar nicht perfekt, aber authentisch und allemal druckvoller als all die neumodischen Triggerzombies – und Frost stellt wieder einmal unter Beweis, dass er auch im Midtempobereich sehr wohl mit seinem Können glänzen kann und sein diszipliniertes Drummer-Ich nicht weniger reizvoll ist als sein wildes bei 1349.

Vom Musikalischen her haben sich SATYRICON mit Now, Diabolical einen weniger großen Sprung weg von Volcano geleistet. Während Rebel Extravanganza in jeglicher Hinsicht mit sämtlichen Erwartungen brach und rebellisch etliche alte Fans verunsicherte, verzichtet Now, Diabolical auf eine ähnliche Schockwirkung. Dennoch wiederholt das Duo nicht einfach die Volcano-Ära, doch die Entwicklung ist allemal sanfter ausgefallen und der neue Output dürfte bei Anhängern des Vorgängers kaum auf Widerwillen stoßen.

Wie erwartet leisten sich SATYRICON songmäßig keinerlei Ausfälle. Ohne Intro-Firlefanz gibt der Opener sogleich den unheilvollen Ton an. Zäh, düster und groovend meldet sich das Duo schwarzmetallisch zu Wort. Satyrs fiese Stimme komplettiert die rabenschwarze Grundstimmung, welche zu Beginn des Albums etwas in die Black ´n´ Roll-Richtung schielt. Nach dem Kracher K.I.N.G., der einen unweigerlich zum Mitwippen motiviert, kommen in The Pentagram Burns und To The Mountains auch dezente Fanfaren zum Einsatz. Ansonsten regieren minimalistisch Drums, Bass, Gitarre und Satyrs Stimme, Cleangesang, Tempogebolze und andere Experimente sucht man auf Now, Diabolical vergebens. Stattdessen gibt es hypnotische Gitarrenriffs, welche nicht nur That Darkness Shall Be Eternal den typischen und doch schwer fassbaren SATYRICON-Stempel aufdrücken. Zu Beginnn von Dehrum und The Rite Of Our Cross kommen auch mal ruhigere, ja beinahe doomig-schleppende Passagen zum Zug, doch befinden sich die Songs meist im disziplinierten Midtempo-Bereich, aus dem das infernalische Duo nicht ausbricht.

Insgesamt zeigen SATYRICON einmal mehr eindrücklich, dass man sich bei ihren Outputs blind zugreifen kann, da Qualität, düstere Atmosphäre, faszinierende Eigenwilligkeit und exzellentes Songwriting stets gegeben sind. Fulminant!

Veröffentlichungstermin: 24.04.2006

Spielzeit: 44:49 Min.

Line-Up:
Satyr: Vocals, Gitarren, Bass, Lyrics

Frost (1349): Drums

Produziert von Satyr Wongraven, Mike Fraser
Label: Roadrunner Records

Homepage: http://www.satyricon.no

Tracklist:
1. Now, Diabolical

2. K.I.N.G

3. The Pentagram Burns

4. A New Enemy

5. The Rite of War Cross

6. That Darkness Shall be Eternal

7. Delirium

8. To the Mountains

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