SATAN: Cruel Magic

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Neben “White Horse Hill” von SOLSTICE und dem kommenden WITHERFALL-Album “A Prelude To Sorrow” habe ich kein Album dieses Jahr mit soviel Spannung und Vorfreude erwartet wie “Cruel Magic”, das neue Album der NWOBHM Kult-Truppe SATAN. Mit der Vorab-Single “The Doomsday Clock” haben SATAN ja schonmal angedeutet, dass auch das dritte Album seit der Reunion großartig werden würde. Aber können die Briten das hohe Niveau tatsächlich erneut über die komplette Albumdistanz halten und den dritten Knaller in Folge seit der Reunion abliefern? Ja, sie können! “Cruel Magic” erfüllt sämtliche Erwartungen, die ich in das insgesamt sechste Album der Band aus Newcastle hatte.

Never change a running system – SATAN setzen auf Konstanz und machen damit alles richtig!

Nach der Devise “never change a running system” haben SATAN auch für die Produktion von “Cruel Magic” auf die Dienste von Dario Mollo und Dave Curle zurückgegriffen. Die beiden verpassten der Band erneut den, von “Life Sentence” und “Atom By Atom” bekannten, rohen, sehr live klingenden Sound, welcher einfach nur perfekt zum direkten, ungekünstelten Stil der Band passt. Viel besser als so manche arg sterile Produktion, mit der man von mancher traditionellen Metal-Band in letzter Zeit “beglückt” wurde. Auch für das Cover setzen SATAN auf Konstanz und ließen das Artwork erneut von Eliran Kantor anfertigen, der den Stil der beiden Vorgänger fortführt.

“Cruel Magic” enthält ausschließlich NWOBHM-Gold!

Mit “Into The Mouth Of Eternity” legt die Band einen exzellenten Start hin. Eine eingängige Up Tempo-Nummer mit einem stur treibenden Beat, starken Soli und einem souveränen Brian Ross. Der folgende Titelsong sowie “Legion Hellbound” sind die melodischsten Stücke auf “Cruel Magic”, was der Band ebenfalls hervorragend zu Gesicht steht. Aber die Band hat mit “The Doomsday Clock” “My Prophetic Soul” oder “Death Knell For A King” auch genug rasante Speed Metal-Abfahrten im Gepäck. Dem gegenüber stehen komplexe und abwechslungsreiche Stücke wie “Ophidian”, “Who Among Us” oder “Mortality”, welche die große Klasse der Band in Sachen Songwriting und Arrangement zeigen – mal hynotisch, theatralisch, dann wieder episch. Aber egal, ob die Band nun straight Vollgas gibt, im Midtempo rockt oder spannende Stücke mit vielen Wendungen schreibt – alles was SATAN hier abliefern ist pures NWOBHM-Gold. Das Gitarrenduo Tippins/Ramsey zeigt hier erneut, dass die beiden Herren völlig unterbewertet sind. Sowohl gefühlvolle Soli als auch wildes Saitenqualmen beherrschen die zwei in Vollendung. Und Brian Ross scheint mir seit dem 1983er Debüt “Court In The Act” auch kaum gealtert zu sein. Seine charakteristische Stimme ist kraftvoll wie eh und je und sein Gesang einfach nur fantastisch, mal aggressiv, mal beschwörend oder dramatisch.

35 Jahre nach ihrem Debüt zeigen SATAN keinerlei Anzeichen von Altersmüdigkeit

Kritikpunkte habe ich keine – “Cruel Magic” ist ein von vorne bis hinten perfektes Heavy Metal-Album, mit dem die älteren Herren in Sachen Spielfreude, Energielevel und Songwriting einen Großteil jüngerer Truppen aber auch alter Weggefährten deutlich hinter sich lassen. Was schnörkellosen, unprätentiösen klassischen Metal angeht, führt an SATAN auch 2018 kein Weg vorbei. Ich habe es in meiner Rezension zur “The Doomsday Clock”-Single schon geschrieben und ich schreibe es hier erneut: Welche Band fällt euch noch ein, die mit ihren aktuellen Alben auf höchstem Niveau den eigenen Werken aus den Achtzigern ebenbürtige Nachfolger an die Seite stellt? 35 Jahre nach ihrem Debüt zeigen SATAN keinerlei Anzeichen von Altersmüdigkeit. “Cruel Magic” ist ein absoluter Pflichtkauf und zeigt eine Band, die ihren zweiten Frühling nach allen Regeln der Kunst auslebt.

Veröffentlichungsdatum: 07.09.2018

Spielzeit: 49:46

Line Up:
Brian Ross – vocals
Russ Tippins – guitars
Steve Ramsey – guitars
Graeme English – bass
Sean Taylor – drums

Produziert von: Dave Curle & Dario Mollo

Label: Metal Blade

Bandhomepage: www.satanmusic.com
Facebook: facebook.com/officialsatanpage

Tracklist:
01. Into The Mouth Of Eternity
02. Cruel Magic
03. The Doomsday Clock
04. Legions Hellbound
05. Ophidian
06. My Prophetic Soul
07. Death Knell For A King
08. Who Among Us
09. Ghosts Of Monongah
10. Mortality