ROOT: Capturing Sweden – Live in Falkenberg

ROOT: Capturing Sweden – Live in Falkenberg

Ganz schön mutig, heutzutage noch ein Live-Album in derartigem Soundgewand offiziell in die Läden zu stellen…manch einer würde es vielleicht gar als Frechheit bezeichnen. Dem muss aber widersprochen werden, denn bei Capturing Sweden – Live in Falkenberg handelt es sich um ein Album, das von der Band selbst als reine Fanangelegenheit gesehen und über das eigene Indie-Label Lava Productions veröffentlicht wird. Capturing Sweden ist die unbearbeitete Aufnahme eines für die Band legendären Auftritts im Jahr 2001 im Rahmen des 2 Heavy 4 You-Festivals in Falkenberg/Schweden. Sie klingt genau so, wie man das von alten, aufgemotzten Bootlegs her kennt, also direkt vom Mikro zum Mischpult und dort auf Band. Dadurch hört sich das ganze teilweise sehr undifferenziert und höhenlastig an – ohrenschonend ist dieses Live-Dokument also nicht ausgefallen.

Dafür dürfte Capturing Sweden aber vor allem für alle ROOT-Fans interessant sein, die die rohe Seite an der Band mögen – hier bekommt man wirklich die Essenz von ROOT um die Ohren gehauen und die wuchtigen Gitarrenriffs bekommen dadurch eine besondere Aufmerksamkeit. Songtechnisch bekommt man die ganze Palette vorgesetzt, angefangen von Songs der ersten Veröffentlichungen wie Zjeveni oder Pisen pro Satana bis hin zu The Book und es fällt schwer, dabei Highlights herauszupicken. Cassilda´s Song ist einer meiner Favoriten, weil er in dieser Live-Variante schön im Kontrast zur vor kurzem veröffentlichten Cassilda-EP steht und das tighte Zusammenspiel der Musiker gut zur Geltung kommt. Insgesamt ist Capturing Sweden ein schönes Dokument dafür, was für versierte Musiker hier am Werk sind, die richtig leidenschaftlich zur Sache gehen. In erster Linie mag ich hier aber Songs wie Zjeveni, 666 oder Pisen pro Satana, weil gerade bei denen die Rohheit der Stücke durch den Live-Sound noch mal richtig gut zur Geltung kommt.

Insgesamt ist Capturing Sweden – Live in falkenberg für Fans also wirklich eine lohnende Angelegenheit, man muss halt wirklich deutliche Abstriche beim Sound machen. Wer darauf wert legt, der verkneift sich die Anschaffung dieses Albums vielleicht doch besser.

Veröffentlichungstermin: Juni 2008

Line-Up:
Big Boss – Gesang
Blackie – Gitarre
Igor – Bass
Ashok – Gitarre
Evil – Schlagzeug
Label: Lava Productions

Homepage: http://www.rootan.net/

MySpace-Seite: http://www.myspace.com/rootcze

Tracklist:

  1. The Wall
  2. The Temple in the Underworld
  3. Lucifer
  4. Leviathan
  5. The Old Ones
  6. Message
  7. Casilda´s Song
  8. Aposiopesis
  9. Zjeveni
  10. The Curse – Durron
  11. Remember Me
  12. Trygän – Sexton
  13. 666
  14. Pisen pro Satana
  15. Hrbitov
  16. The Book