ROBBEN FORD: Purple House

ROBBEN FORD: Purple House

ROBBEN FORD ist schon lange dabei, erste Platte 1972, hat mit Größen wie MILES DAVIS, B.B. KING, GEORGE HARRISON, JONI MITCHELL oder auch KISS zusammengearbeitet, um mal rockiger zu werden. Fünf Grammy-Nominierungen, Vorbild vieler Gitarristen. Nun gibt es mit “Purple House” sein neuntes Soloalbum. Diesmal hat er sich vor allem auf die Produktion konzentriert, sagt FORD. Ok, aber Songs schreiben kann der Mann aus Kalifornien auch.

Da rockt dann auch der Opener gleich bluesig nach vorn. Ein fetter Groove, kurze, treffende Female Backings, soulige Bläser drücken nach vorn. Und zur Krönung gibt es ein zündendes Gitarrensolo, alles geklärt in einem Song. Auch “What I Haven´t Done” kommt mit einem unverschämt coolen Groove und souligen Vibes. Viel passiert nicht, trotzdem oder gerade deshalb packt einen der Song. Ruhig kann er auch, “Empty Handed” wabbert jedoch etwas davon. Dann lieber schunkelig wie bei “Bound For Glory”, swingend wie bei “Wild Honey”. Oder Popo tretend wie bei meinem Fave “Somebody´s Fool”, ein kraftvoller Blues-Rocker mit heißem Groove und feurigen Gitarren, bei dem auch BISHOP GUN-Frontmann Travis McCready am Mikro zu hören ist.

ROBBEN FORD´s “Purple House” rockt, groovt, swingt und kuschelt

Ach ja, singen kann ROBBEN FORD auch. Die größte Stimme hat er nicht, aber er setzt sie variabel ein, klingt wie die logische Ergänzung seiner Songs. Ha, hier und da erinnert er mich etwas an Ex-KISS-Spaceman ACE FREHLEY. Die Songs sind stimmig, aufgepeppt mit schönen female Backings und ein Statement setzende Bläser immer an der richtigen Stelle. Ok, im Vergleich mit älteren Platten und vor allem Live-Sachen wie dem Rockpalast hat er spielerisch schon mal mehr beeindruckt. Heute konzentriert er sich mehr auf abwechslungsreiche Songs. Wer so lange so wertige Musik macht, der darf auch selbst entscheiden, was er als nächstes macht. Hier ist es ein Album ohne große Wow-Momente, das dafür in seinem Gesamtbild überzeugt.

“Purple House” macht Spaß, klingt gut, Blues-Rock und Soul-Freaks fühlen sich wohl

“Purple House” ist ein sehr schönes Album geworden. Wer Blues vereint mit Funk und Soul im rockenden Gewand mag, der ist hier richtig. ROBBEN FORD lädt ein, sich zurückzulehnen oder entspannt mitzuwippen. Es groovt, kuschelt, rockt, und ja, die warme, klare Produktion hat er auch super hingekriegt. So macht es einfach Spaß, “Purple House” zu hören.

Wie heute fast üblich gibt es jedoch Abzüge in der B-Note. Ich finde immer noch, dass dieser eine gute Song mehr drin sein sollte, um mehr zu bekommen als eine halbe Stunde Musik. Die ist gut, aber zu schnell vorbei.

Veröffentlicht: 26.10.2018

Spielzeit: 35:01

Lineup:
Robben Ford – Guitars, Vocals, Keyboards
Derrek C. Phillips – Drums, Percussion
Ryan Madora – Bass, Background Vocals
Casey Wasner – Guitar, Percussion, Background Vocals

Special Guests:
Shemekia Copeland – Vocals (5)
Travis McCready – Vovals (8)
Drew Smithers – Guitar Solo (9)
plus additional musicians

Produziert von Robben Ford und Casey Wasner

Label: earMUSIC

Website: http://robbenford.com

Mehr im Web: http://www.facebook.com/RobbenFordOfficial

Die Tracklist von “Purple House”:

1. Tangle With Ya
2. What I Haven`t Done
3. Empty Handed
4. Bound For Glory
5. Break In The Chain
6. Wild Honey
7. Cotton Candy
8. Somebody´s Fool
9. Willing To Wait

Frank Hellweg
Lebensmotto "stay slow", Doomer halt.... Love & Peace geht auch immer, nur ohne Musik geht nichts!