RIOT V: Armor Of Light

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Über vierzig Jahre liegt die Gründung von RIOT nun schon zurück. Damit zählt die Band zu den dienstältesten US Metal-Kapellen überhaupt und veröffentlicht nun mit “Armor Of Light” ihr sechzehntes Album. Nachdem für das grandiose 2011er Werk “Immortal Soul” mit Tony Moore der Sänger der beiden Göttergaben “Thundersteel” und “The Privilege Of Power” zur Band zurückkehrte, gab es 2013 einen erneuten Wechsel am Mikro. Für den “neuen” Sänger Todd Michael Hall ist Armor Of Light nun schon das zweite Album mit RIOT, oder  RIOT V, wie man sich seit dem Tod von Mark Reale nennt.

Ein “Thundersteel” für die 2010er Jahre? RIOT V sind auf “Armor Of Light” in Top-Form

1988 – also vor dreißig Jahren veröffentlichte die Band mit “Thundersteel” eines ihrer bis heute beliebtesten Alben. Und auch drei Dekaden später haben RIOT diesen Stil immer noch drauf, wie keine zweite Band. Fans des 1988er Überfliegers können jedenfalls schon mal die Partyhütchen aus dem Keller holen, denn auf “Armor Of Light” zelebrieren RIOT den “Thundersteel”-Stil (Thunderstil?) auf höchstem Niveau.

Fast jeder Song auf “Armor Of Light” ist ein Paradebeispiel für auf den Punkt komponierten und hervorragend gespielten melodischen Speed bis Power Metal. Es ist eigentlich fast egal, ob ihr euch den Opener “Victory”, “End Of The World”, “Messiah”, die Heavy Metal-Hymne “Angel’s Thunder, Devil’s Reign” oder das mit einem Killer-Refrain ausgestattete “Heart Of A Lion” anhört. Vor allem in der ersten Albumhälfte finden sich ausschließlich Volltreffer!

Während Mike Flyntz und Nick Lee den Hörer mit ihrer grandiosen Gitarrenarbeit erfreuen und mit melodischen Soli nur so um sich schießen treibt Frank Gilchriest die Songs unerbittlich aber auch mit Liebe zum Detail nach vorne. Apropos Frank Gilchriest: Was der Kerl auf Platte abzieht, hält der auch live durch – seine Performance auf dem 2016er ROCK HARD FESTIVAL hat mir echt den Kiefer nach unten klappen lassen. Und dann ist da ja noch Todd Michael Hall, der seinen Vorgänger fast vergessen macht. Sein sehr melodischer, hoher Gesang passt einfach wie der Arsch auf den RIOT-Eimer.

Erst in der zweiten Hälfte schleicht sich auch mal ein Füller auf “Armor Of Light” ein

In der zweiten Albumhälfte geht es kaum schwächer weiter. Der Titelsong ist ein weiteres, grundsolides Stück Melodic Metal. “Set The World Alight”ist von der Stimmung her etwas nachdenklicher und lässt Frank Gilchriest mit sehr verspieltem Drumming glänzen. Lediglich der Refrain passt für mich irgendwie nicht so recht zum restlichen Song. Der kurze Rocker “San Antonio” ist ein nettes Stück, das zwar niemandem weh tut aber irgendwie weder Fisch noch Fleisch ist. Immer noch ein Ohrwurm, im Albumkontext aber eher ein Schwachpunkt. Gleiches gilt für “Ready To Shine”. Beim Stampfer “Caught In the Witches Eye” kommen ganz kurz und fast unbemerkt Blechbläser zum Einsatz, was mich sofort an das “Privilege Of Power”-Album denken lässt. Mit “Raining Fire” treten RIOT zum Abschluss noch mal ordentlich aufs Gaspedal und packen die härtesten Riffs des Albums aus. Ein würdiger Abschluss für ein tolles Album.

Auch wenn “Armor Of LIght” in der zweiten Hälfte ein klein wenig nachlässt, ist RIOT´s sechzehntes Album ein weiteres Manifest in Sachen melodischer Power Metal ohne Keyboards und Kitsch. Ob mit oder ohne V – RIOT sind auch über vierzig Jahre nach Ihrer Gründung ein Größe, mit der man rechnen muss.

Veröffentlichungsdatum: 27.04.2018

Spielzeit: 55:31

Line Up:
Todd Michael Hall – vocals
Mike Flyntz – guitars
Nick Lee – guitars
Don Van Stavern – bass
Frank Gilchriest – drums

Produziert von: Chris Collier

Label: Nuclear Blast

Bandhomepage: areyoureadytoriot.com
Facebook: facebook.com/riotrockcity

RIOT V „Armor Of Light“ Tracklist

01. Victory – Lyric-Video bei YouTube
02. End Of The World
03. Messiah
04. Angel’s Thunder, Devil’s Reign
05. Burn The Daylight
06. Heart Of A Lion – Video bei YouTube
07. Armor Of Light
08. Set The World Alight
09. San Antonio
10. Caught In the Witches Eye
11. Ready to Shine
12. Raining Fire