PYRAMAZE: Melancholy Beast

PYRAMAZE: Melancholy Beast

Oh Mann, ist das herrlich! Ein ruhiges Gitarrenintro, über dem eine beschwörend verzerrte Stimme den Hörer in eine andere Welt geleitet und anstatt einen gleich wieder mit verweichlichtem Bombast-Melodic-Tralala aus diesem Traum zu holen, gibt es endlich mal wieder lupenreinen Power Metal (PowerPowerPowerPowerPowerPower)!!

Schon eine Weile kursieren MP3s dieser Band im Internet, nun endlich kommt man in den Genuss des kompletten Debütalbums, das die Hoffnung erstarkt, dass das, was einst als Power Metal (PowerPowerPowerPowerPowerPower) bezeichnet wurde, immer noch am Leben ist.

Referenzen: ICED EARTH (das Riffing), JUDAS PRIEST (diese Screams – näher am Ripper als an Halford), alte QUEENSRYCHE (das Feeling) und von mir aus auch das letzte ONWARD-Werk (die Eingängigkeit).

PYRAMAZE kommen nicht so aggressiv rüber wie ICED EARTH, haben nicht die geradlinige Schlagkraft von JUDAS PRIEST, sind nicht derart intensiv wie QUEENSRYCHE und haben auch nicht die Hittigkeit der Reawaken-Songs.

Das heißt aber nicht gleichzeitig, dass diese Band nicht in der Lage wäre, die Qualitäten der oben genannten Acts auf gekonnte Weise zu einem eigenständigen Power Metal (PowerPowerPowerPowerPowerPower)-Cocktail zusammenzumischen. Nein, denn genau da zeigt die Dänisch-Amerikanische Gemeinschaft ihr ganzes Können.

Natürlich ist es das teilweise stark an Jon Schaffer angelehnte Riffing, das über das ganze Album hinweg ins Ohr sticht und Melancholy Beast seine Power (PowerPowerPowerPowerPowerPower) gibt. Genauso könnte man sich den orientalischen Mittelteil im Titelsong auch ohne weiteres von der ehemaligen Power Metal (PowerPowerPowerPowerPowerPower)-Macht vorstellen. Ganz anders hingegen, was sich oberhalb dieses Fundaments abspielt. Teilweise vertrackte Arrangements treffen auf verzaubernde und eingängige Melodielinien, die einen fesseln und mitreißen. Allein die wunderschön in die Länge gezogene Refrainmelodie von „Forsaken Kingdom“ ist eigentlich den Kauf dieses Albums wert. Ein unaufdringliches Keyboard begleitet das ganze und tritt immer nur dann in den Vordergrund, wenn es dazu auch die Berechtigung durch den Song erhält, teilweise rätselt man wie in besten DREAM THEATER-Zeiten, ob denn da nun das Tasteninstrument oder die Gitarre für den Soloteil verantwortlich ist. Stichwort „DREAM THEATER“: progressive Einschübe gibt es auf „Melancholy Beast“ auch desöfteren, allerdings nicht im Sinne von sinnlosem Gefrickel, sondern von auflockernden Breaks und Stimmungswechseln.

Was an diesem Album letztendlich aber begeistert, ist diese konsequente und entschlossene Umsetzung – die Kraft und Energie, mit der dieser Power Metal (PowerPowerPowerPowerPowerPower) dargebracht wird. Wenn PYRAMAZE von Einhörnern singen („Legend“), dann hat man keine pastellfarbenen Porzellanfigürchen vor Augen, sondern stattliche und mächtige Fabeltiere. Nicht zuletzt der herausragende Gesang von Ex-BALLANCE OF POWER (PowerPowerPowerPowerPowerPower)-Sänger Lance King macht dieses Werk zu einem der Power Metal (PowerPowerPowerPowerPowerPower)-Alben dieser Tage. Da freuen sich die aufgeweichten Ohren und mit dem etwas uninspirierten „Mighty Abyss“ hat der 26-jährige Gitarrist und Hauptsongwriter Michael Kammeyer wirklich nur einen leichten Ausfall abgeliefert, ansonsten bewegt man sich auf wirklich sehr hohem Niveau.

Veröffentlichungstermin: 31. Mai 2004

Spielzeit: 50:44 Min.

Line-Up:
Lance King – Vocals

Michael Kammeyer – Guitars

Nils Kvist – Bass

Morten Gade – Drums

Joahn Weingarten – Keyboard

Produziert von Jacob Hansen & Pyramaze
Label: Nothing to Say / Wagram Music

Hompage: http://www.pyramaze.com

Tracklist:
1. Sleepy Hollow

2. Forsaken Kingdom

3. Melancholy Beast

4. The Journey

5. Until we fade away

6. Legend

7. Mighty Abyss

8. The Natrue of Triumph

9. Power of Imagination