PAARA: Riiti

PAARA: Riiti

Ah, dieses Cover! Wunderschön, da weiß man, was man hat: Black Metal, mystisch, heidnisch, geil. Und tatsächlich: genau so beginnt „Riiti“ von PAARA – mit einer fünfzehnminütigen hymnisches Beschwörung irgendwelcher dunkler Geister vermutlich. Jedoch nicht nur!

Es geht mindestens genau so viel um Bier und Schnaps, da bin ich mir sicher, obgleich ich des Finnischen nicht mächtig bin: Was ich hier ganz klar vernehmen kann, ist der Ruf nach einem zünftigen Gelage. Vielleicht wird auf dem Cover auch ein solches beschworen?

Bei PAARA trifft paganistische Erhabenheit auf zünftige Gelage

Musikalisch jedenfalls wird die paganistische Erhabenheit immer nur solange zelebriert, bis der geneigte Hörer (also ich) es nicht mehr aushält und jetzt aber mal dringend ABROCKEN will. Und da hat er was gemeinsam mit den Herren von PAARA. Wenn die nämlich fertig sind mit Beschwören und Schminken (das Bandfoto stammt offenbar direkt aus den 90ern – hier sind wahrhaft dunkle Mächte am Werk), holen sie den Knüppel raus. Schon in bereits angesprochenener Start-Hymne taucht er irgendwann auf, aber beim zweiten Song, „Hurmeen hauta“, hauta dann so richtig drauf. Geil! Erst wird gerockt, dann kommen die Blast Beats, und die Lead-Gitarre frickelt was drüber, dass es eine helle Freude ist. Wo kriegen die Finnen nur immer so gute Bands her?, frage ich mich, aber nur kurz, denn „Suon sydän“ gibt’s mir erst mit lieblichem Folklore-Gesang (wie schön Finnisch klingt!) und hymnischen Chören, ehe ich dann plötzlich das Bedürfnis zu einem zünftigen Moshpit verspüre und schließlich und endlich mit den anderen wacken Kriegern in die Schlacht ziehe. Alles dabei, würd ich sagen.

„Riiti“ knall und ist sehr, sehr laut

Fragt man mich nach Kritikpunkten an „Riiti“, würde ich zuallererst das Bandfoto nennen, dann den Sound. Denn der ist so fett, dass er mir als Liebhaber obskurer Untergrund-Bands stellenweise gar ein wenig künstlich anmutet. Zum Glück sind die Songs trotz ihrer Länge so gut, dass sie das abkönnen, und wenn wir mal ehrlich sind, tut der volle Sound auch viel Gutes: Alles knallt, alles ist SEHR LAUT, und das ist ja auch irgendwie wichtig, sowohl beim Beschwören als auch beim Feiern. Insofern, weiterhin viel Spaß, liebe Finnen, und danke, dass es euch gibt!

VÖ: 09.02.2018
ViciSolum Productions
Homepage von PAARA

PAARA „Riiti“ Tracklist

01. Viimeinen virta
02. Hurmeen hauta
03. Suon sydän
04. Kuiskaus pimeästä

Line-Up:
Zvartus – guitars & vocals
Helmouth – vocals
Hahtezan – vocals
Lempo – guitars
Trangoth – bass
Waara – drums & percussions

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Andreas ist mit vampster und Metal großgeworden, liebt Wald- und Wiesenmusik und dreckigen Punk und alles, was dazugehört (Whisky, Wanderschuhe und ein kaltes Bier in dunklen Kellern z.B.), und schreibt und singt und kämpft für das Wahre, Gute und Schöne.