OPETH: Sorceress

OPETH: Sorceress

Mit Sorceress haben OPETH das Dutzend an Alben voll gemacht. Und so voll das Dutzend nun ist, so vollständig wirkt auch der Musikgenuss, den man vom aktuellen Album der Schweden erhält. Vor allem auch deshalb, weil man derart viele Facetten zu hören bekommt, die großteils schlüssig komponiert wirken und mit Eleganz ins Ohr gehen.

Das merkt man – nach einem sanften Intro – auch gleich schon beim härteren Titeltrack, der mit tief gestimmten Gitarren und unerwarteten Melodiespüngen überrascht. Im Gegensatz dazu wartet Namenspendant Sorceress 2 mit ganz ruhigen Momenten auf und Mikael Åkerfeldt säuselt die Lyrics derart sacht ins Mikro, als würden SIMON & GARFUNKEL eine Ballade intonieren. Generell zeigt sich der Bandleader gesanglich in guter Form und zeigt mit Variantenreichtum und Charisma in seiner klaren Stimme auf. (Und sollte jemand fragen – nein, Growls gibt es nicht zu hören).

Aber auch musikalisch kommt die Abwechslung nicht zu kurz, wobei vor allem das orientalisch angehauchte The Seventh Sojourn zu erwähnen ist, das in seiner Dramatik überzeugt und mit guten Streicher-Arrangements aufwarten kann, für die im Übrigen Will Malone verantwortlich zeichnet, der auch schon bei BLACK SABBATH und IRON MAIDEN seine Hände im Spiel hatte. Aber auch Chrysalis weiß dank feinem Solo-Duell zwischen Gitarre und Keyboard zu überzeugen. Erwähnung sollte aber auch – Nomen est Omen – Strange Brew finden, das eine etwas andere, ja auch härtere, mitunter jazzige Richtung einschlägt. Dieser Song wurde im Übrigen als einziger nicht von Mikael Åkerfeldt, sondern von Fredrik Åkesson geschrieben.

Mit Sorceress haben OPETH ihre Progressive Rock-Ausrichtung einmal mehr untermauert und die Schweden beweisen, dass sie dort zu den Global Players gehören, als dass die Musik Hand und Fuß hat. Dazu kommen auch noch die individuellen Fähigkeiten der Musiker (z.B. wurde das verspielte Drumming von Martin Axenrot ja noch gar nicht erwähnt), die klare Produktion und die ohnehin schon hoch gesteckte Erwartungshaltung, die man an ein OPETH-Album hat.

Veröffentlichungstermin: 30.09.2016

Spielzeit: 56:35 Min.

Line-Up:
Mikael Åkerfeldt – Gitarre & Gesang
Martín Méndez – Bass
Martin Axenrot – Schlagzeug & Percussion
Fredrik Åkesson – Gitarre
Joakim Svalberg – Keyboards, Hammond Orgel, Mellotron, Cembalo & Backing Vocals

Gast-Musiker:
Will Malone – Streicher Arrangements
Pascale Marie Vickery – Spoken Words

Produziert von Mikael Åkerfeldt & Tom Dalgety @ Rockfield Studios, Monmouth (WAL)
Label: Moderbolaget Records / Nuclear Blast Records

Homepage: http://www.opeth.com

Mehr im Netz: http://www.facebook.com/Opeth

Tracklist:
1. Persephone
2. Sorceress
3. The Wilde Flowers
4. Will o the Wisp
5. Chrysalis
6. Sorceress 2
7. The Seventh Sojourn
8. Strange Brew
9. A Fleeting Glance
10. Era
11. Persephone (Slight Return)

Christian Wögerbauer
Seit 2005 bei Vampster und Lieferant für Reviews, News, Live-Berichte und -Fotos.Genres: Doom, Death, Gothic, Sludge