OBSCURA: Akróasis

OBSCURA: Akróasis

Es bleibt dabei: OBSCURA spielen sowohl technisch als auch lyrisch anspruchsvollen Death Metal, der den Hörer fordert. So auch auf Akróasis, dem vierten Album der Münchner, das zudem den dritten Teil in der konzeptionellen Reihe zur Entstehungsgeschichte darstellt. Wurde mit Cosmogenesis die Geburt des Universums thematisert, erklärte Omnivium die Entstehung des Lebens. Akróasis nimmt sich nun der Entstehung des Bewusstseins an, was wiederum in die von Pythagoras geprägte Sphärenharmonie eingegliedert bzw. erklärt ist, weshalb man sich für den Albumtitel auch für das griechische Wort für hören entschieden hat.

Kompliziert ist das Ganze schon, aber wenn man die Zeit aufbringt und Lyrics, Theorien, Cover und schlussendlich auch die Musik gegenüber stellt, dann ergeben sich daraus schon schlüssige und nachvollziehbare Parallelen. Aber das fordert auch seinen Tribut, als dass man zwar das songwriterische Konzept hochschätzen wird, aber die Atmosphäre etwas darunter zu leiden hat. Man nähme nur das überlange Weltseele, wo zwar zwischendurch auch mit klassicher und entschleunigender Instrumentierung gearbeitet wird, aber die vielfältigen Riff- und Tempowechsel dem Hörer keine Zeit zum Begreifen und ja, auch zum Genießen lassen.

Daher kann man sich nur phaseneise etwas treiben lassen, wenn etwa beim Opener Sermon of the Seven Suns oder Akróasis ein gut abgehender Melodic Death Metal-Riff für mitwippende Beine sorgt. Aber auch schwerere und (im positiven Sinn) trägere Tracks wie The Monist und Ode to the Sun haben ihre spezielle Wirkung – aber oft eben nur etappenweise, weil einfach sehr viel passiert.

Musikalisch schöpft die seit dem letzten Album rundum umstrukurierte Band wieder aus dem Vollen. Instrumentale Fingerfertig- und Schnelligkeit ist keinem der Musiker fremd und insbesondere das Bassspiel von Linus Klausenitzer (ALKALOID, NONEUCLID) lässt immer wieder aufhorchen. Daher haben OBSCURA mit Akróasis einen würdigen und anspruchsvollen Tech Death Metal-Vertreter geschaffen, der keine Kompromisse macht, um für ein wenig Easy Listening etwas von seinem Konzept abzuweichen.

Veröffentlichungstermin: 05.02.2016

Spielzeit: 54:00 Min.

Line-Up:
Steffen Kummerer – Gesang & Gitarre
Tom Geldschläger – Gitarre
Linus Klausenitzer – Bass
Sebastian Lanser – Schlagzeug

Gast-Musiker:
Maria Bullok – Gesang (Track 5)
Monika Bullok – Gesang (Track 5)
Matthias Preisinger – Violine & Viola (Track 8)
Jupp Wegener – Cello (Track 8)
Philipp Rohmer – Kontrabass (Track 8)

Produziert von V. Santura (DARK FORTRESS) @ Woodshed Studios, Landshut
Label: Relapse Records

Homepage: http://www.realmofobscura.com

Mehr im Netz: http://www.facebook.com/RealmOfObscura

Tracklist:
1. Sermon of the Seven Suns
2. The Monist
3. Akróasis
4. Ten Sepiroth
5. Ode to the Sun
6. Fractal Dimension
7. Perpetual Infinity
8. Weltseele

Christian Wögerbauer
Seit 2005 bei Vampster und Lieferant für Reviews, News, Live-Berichte und -Fotos.Genres: Doom, Death, Gothic, Sludge