NOTHING: Dance On The Blacktop

NOTHING: Dance On The Blacktop

Alle verträumten Shoegazer aufgepasst: Die brandneue NOTHING Scheibe ist endlich da. Mit der bewährten Mischung aus Alt- bzw. Postrock, Grunge und Dream Pop geht es für das Quartett aus Philadelphia mit „Dance On The Blacktop“ in die dritte Runde.

Zwischen Resignation und Sarkasmus

Wie schon auf dem Vorgänger, verarbeitet der Bandkopf Domenic Palermo auch hier die persönlichen Lebenserfahrungen und gewährt dem Hörer hiermit einen tiefen Einblick in seine Innenwelt. Das beste Beispiel dafür ist das mogwaieske „The Carpenter‘s Son“, welches über das schwierige Verhältnis zwischen Palermo und seinem verstorbenen Vater, dem Schreiner vom Beruf, erzählt. In „Us/We/Are“ und „I Hate Flowers“ wird wiederum die CTE (Chronisch-traumatische Enzephalopathie) thematisiert, eine unheilbare neurodegenerative Erkrankung, die erst vor Kurzem bei Domenic diagnostiziert wurde. Das erklärt natürlich die mehr als gedrückte Grundstimmung des Albums sowie den streckenweise beißenden Sarkasmus gepaart mit Resignation in den Songlyrics („(HOPE) Is Just Another Word With A Hole In It“).

Stimmige Schnittmenge aus Postrock und Grunge

Was die Musik selbst angeht, klingt „Dance On The Blacktop“ gewohnt „britisch“ – speziell die Bands wie MY BLOODY VALENTINE oder SLOWDIVE bilden hier die Grundlage für den Sound. Zu den weiteren unüberhörbaren Einflüssen gehören unter anderem DEFTONES („Plastic Migraine“, I Hate Flowers“) sowie NIRVANA bzw. DINOSAUR JR. („Us/We/Are“, „You Wind Me Up“). Besonders das Letztere ist alles andere als ein Zufall, denn aufgenommen und abgemischt wurde die Scheibe von keinem geringeren als John Agnello (eben DINOSAUR JR. und u.a. SONIC YOUTH).

Fazit

Alles in allem ist „Dance On The Blacktop“ das NOTHINGs wohl ausgereifteste Werk. Klar wirkt die Scheibe zunächst aufgesetzt und übertrieben melodramatisch, doch bereits beim zweiten Durchgang kommen sämtliche Stärken des Albums, wie der emotionale Tiefgang, kreatives Songwriting, höchst ansteckende melancholische Stimmung sowie das angenehme Abwechslungsreichtum trotz hoher Homogenität, nach und nach zum Vorschein.

Der Fazit: Ein durchweg geiles Album, das jeder geordneten Plattensammlung gut zu Gesicht stehen würde.

Veröffentlichung: 24.08.2018

Spielzeit: 43:00 Min.

Label: Relapse Records

Produziert von: John Agnello und Domenic Palermo

Bandwebsite: https://nothing.bandcamp.com/

Facebook: https://www.facebook.com/BANDOFNOTHING/

Line-Up:

Domenic Palermo – guitars, vocals

Brandon Setta – guitars

Aaron Heard – bass

Kyle Kimball – drums

NOTHING „Dance On The Blacktop“ Tracklist

01. Zero Day (Video auf Youtube)
02. Blue Line Baby (Video auf Youtube)
03. You Wind Me Up
04. Plastic Migraine
05. Us/We/Are
06. Hail on Palace Pier
07. I Hate the Flowers
08. The Carpenter’s Son
09. (HOPE) Is Just Another Word With a Hole in It