NEAL MORSE: Live And Times

NEAL MORSE: Live And Times

Nach all den Releases die letzten Jahre mit der NEAL MORSE BAND, seinem MORSEFEST und zuletzt SPOCK´S BEARD fällt es ja schon schwer, eine Einleitung zu einem weiteren Thema von NEAL MORSE zu finden. Diesmal macht es einem der Prog-Rocker jedoch leicht. Denn statt auf gewohnten harten Prog Rock-Sound besinnt sich MORSE auf ruhige Klänge und präsentiert sich 2018 mit einem Album, dass ihn mal von der Singer/Songwriter-Seite zeigt. Einfach mal einen Gang zurückschalten, und das ist ihm mit „Live And Times“ gut gelungen. Und das überträgt er direkt auf den Zuhörer. Einen schlechten Tag gehabt? „Live & Times“ hilft da sehr gut! Viele der Songs schrieb er während der „The Road Called Home“-Tour 2017. Einige sind von den Orten inspiriert, die er gesehen hat, andere von der gemeinsamen Zeit mit seiner Familie. „Ich habe viele schwierige Zeiten hinter mir und bin im Moment ziemlich zufrieden mit meinem Leben. In manchen meiner Songs klingt das durch.“ Durchaus, das hört man!

„Live And Times“ bietet einen angenehmen Mix aus melancholischen und fröhlichen Liedern

So beginnt das Album locker-flockig mit dem beswingten „Livin´ Lightly“, das sehr schnell eine entspannte, fröhliche Stimmung verbreitet. „Good Love Is On The Way“ klingt herrlich verliebt, wer gern RAY WILSON hört fühlt sich nicht nur hier zuhause. Aber auch MORSE´ Verehrung für die BEATLES klingt deutlich durch. „Selfie In The Square“, ebenfalls ein echter gute Laune-Bringer. Es beschreibt seine Eindrücke in Luxemburg, die Kirchenglocken, spielende Kinder – und welchen Unterschied es macht, solche Erlebnisse teilen zu können. „Es war wirklich schön, aber wenn meine Frau dabei gewesen wäre, hätte es sich wie Urlaub angefühlt. Also habe ich einen Song darüber geschrieben und ihn ihr geschickt.“ Also für mich als Flower-Power-Doom-Softie klingt das sehr romantisch. Auch der Rest des Albums bietet einen angenehmen Mix aus melancholischen und fröhlichen Liedern, die durchgehend Spaß machen.

NEAL MORSE´s „He Died At Home“, ein Song mit realer Geschichte

Mittelpunkt des Albums ist jedoch das sehr traurige „He Died At Home“! Ein Mann der für die Army lebte, merkt dass alles nur eine große Lüge ist und sich zuhause das Leben nimmt. Sehr melancholisch, sehr gefühlvoll vorgetragen. Ein wirklich schönes Lied! MORSE dazu: „Als ich die Idee für den Song hatte, habe ich im Netz über Selbstmorde von Soldaten recherchiert und fand einen Artikel über einen jungen Soldaten namens William Busbee. Er war 2012 aus Afghanistan zurückgekehrt und hatte dann Selbstmord begangen. Der Regisseur des Videos hat dann Libby Busbee, die Mutter des Toten angesprochen. Sie hat den Song gehört und war so berührt, dass sie Fotos von William für das Video zur Verfügung gestellt hat.“

NEAL MORSE: Video zu „He Died At Home“ bei youtube

Beim lebhaften „Wave On The Ocean“ weiß man, dass nun live das Publikum anfängt zu tanzen. Ebenso beim fröhlichen „Manchester“, das einen tatsächlich sonnigen Tag im sonst düsteren Manchester besingt. Das eingerahmte „You And Me And Everything“ ist eine wunderschöne, sentimentale Liebeserklärung. Ein bisschen BON JOVI-Ballade, auch passend zu einem Herzschmerzfilm. Darf man als Metaller zugeben, dass so eine sentimentale Country-Ballade wie „Old Alabama“ wunderschön ist? Mit bezaubernden Vocals von Juli Harrison? Ja darf man!

Musik zum Händchenhalten, einfach mal einen guten Freund umarmen, sich wohlfühlen!

Ein schönes Album wenn es bald losgeht mit Frühling, Händchenhalten und was weiß ich. Sicher eher für die mitgereifte Fangeneration von NEAL MORSE. Aber schöne Musik bleibt schöne Musik, und davon gibt es hier reichlich. Wer beim Namen MORSE an komplexe Songs mit harten Klängen denkt, der wird hier zweimal hinhören müssen. Und dann doch erkennen, dass es genau der richtige Zeitpunkt war für NEAL MORSE, mal andere Töne anzuschlagen. Wer kuschelige, positive Musik mag wird sich bei „Live And Times“ wohl fühlen. Und jeder NEAL MORSE-Fan wird trotzdem seinen Helden wiedererkennen. Die sollten definitiv zugreifen.

Spielzeit: ca. 51 Min.

Veröffentlichungstermin: 16.02.2017

Lineup:
Neal Morse – Vocals, Backing Vocals, Guitar, Keyboards, Mandoline, Percussion
Scott Williamson – Drums
Richard Brinsfield – Bass
Chris Carmichael – Strings
Scotty Sanders – Pedal Steel, Dobro
Juli Harrison – Vocals, Backing Vocals
Wil Morse – Background Vocals, Genral Input
Gabe Klein – Background Vocals, Programming
Joey Pippin – Shouting on „Manchster“
Holly Smith – French Horn
Dominique Caster – Trumpet

Produzent: Neal Morse

Label: Radiant Records /Metal Blade/Sony

Website: http://www.nealmorse.com

Mehr im Netz: https://www.facebook.com/nealmorse

Die Tracklist von „Life And Times“:

1. Livin´ Lightly
2. Good Love Is On The Way
3. Joanna
4. Selfie In The Square
5. He Died At Home
6. She´s Changed Her Mind
7. Wave On The Ocean
8. You And Me And Everything
9. Manchester
10. Lay Low
11. Old Alabama
12. If I Only Had A Day

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Frank Hellweg
Lebensmotto "stay slow", Doomer halt.... Love & Peace geht auch immer, nur ohne Musik geht nichts!