NAGLFAR: Harvest

NAGLFAR: Harvest

So langsam scheinen NAGLFAR ihren Veröffentlichungsrhythmus gefunden zu haben. Seit Sheol veröffentlichen die schwedischen Black Metaller ihre Alben brav im 2 Jahres-Rhythmus. Auch der Ausstieg von Frontmann Jens Ryden vor 2 Jahren hat die Band, zumindest zeitlich, nicht zurück geworfen. Nach dem starken, aber nicht ganz an die Klasse der drei Vorgänger heranreichenden Pariah steht nun mit Harvest das zweite Album der Post-Ryden-Ära an. Inzwischen hat Kristoffer Olivius den Bass an den Nagel gehängt und konzentriert sich voll und ganz auf den Gesang. Der bisherige Live-Bassist Morgan Lie wurde nun offiziell zum vollwertigen Bandmitglied ernannt.

Auf dem nunmehr fünften Album verfolgen NAGLFAR den auf Pariah eingeschlagenen Weg größtenteils weiter, haben es allerdings geschafft, sich im Vergleich zum Vorgänger wieder zu steigern. Schon der großartige Opener Into The Black zeigt, dass NAGLFAR problemlos in der Lage sind, die kürzlich dahin gerafften DISSECTION mehr als würdig zu vertreten und sich auf den Thron des schwedischen Black Metals zu setzten. Das folgende Breathe Through Me ist ein kurzes aber heftiges Knüppel-Inferno, das durch ein klassisches Thrash-Solo im Mittelpart angereichert wird. Allerdings gehen NAGLFAR nie so weit, einen Song in pure Raserei ausarten zu lassen. Bei allen schnellen Songs wie eben Breathe Through Me, Odium Generis Humani oder Feeding Moloch nehmen die Schweden das Tempo immer wieder geschickt raus. Allgemein zeigen sich die Fab Five aus Umea dieses Mal noch einmal deutlich variabler als auf dem ja schon nicht gerade abwechslungsarmen Vorgänger und betreiben das Wechselspiel der Geschwindigkeiten auf Harvest nahezu perfekt. Von Keyboardklängen und einem wunderschönen, melodischen Gitarrensolo wird der das Album abschließende Titeltrack eröffnet. Harvest ist der mit weitem Abstand melodischste Song, den NAGLFAR bisher geschrieben haben, und bei den großartigen Gitarrenharmonien kommt einem mehr als einmal die gute, alte Göteborg-Schule in den Sinn. Ausklingen lassen die Schweden dieses siebenminütige Epos lediglich mit unverzerrten Gitarren und Pianoklängen. Ansonsten spielen die Keyboards bei NAGLFAR weiterhin nur eine untergeordnete Rolle. Hier mal ein Intro wie Feeding Moloch, da mal ein paar Background-Sounds, das war´s.

Neben den beiden Gitarristen Andreas Nilsson und Marcus Vargher Norman, über deren großartiges Spiel man wohl eh keine Worte mehr verlieren muss, ist es vor allem Drummer Mattias Grahn, der mich mit seiner Performance auf Harvest schlicht und ergreifend aus den Socken haut. Rasend schnell, abwechslungsreich und timingsicher wie eine schweizer Taschenuhr. Instrumental kenne ich nicht viele Bands, die diesen Schweden das Wasser reichen könnten. Und so liefern NAGLFAR auch mit Harvest ein großartiges Black Metal-Album ab und lassen das PROFUNDIDebüt ihres ehemaligen Frontmanns klar hinter sich. Die Messlatte liegt hoch für alle anderen Bands, die dieses Jahr in diesem Genre noch was reißen wollen. Dieses Album gehört, wie auch jedes vorherige der Schweden, auf den Einkaufszettel jedes Extrem-Metal Anhängers.

Veröffentlichungstermin: 23.02.2007

Spielzeit: 45:29 Min.

Line-Up:
Kristoffer W. Olivius – vocals
Andreas Nilsson – lead guitar
Marcus V. Norman – rhythm guitar, keyboards
Morgan Lie – bass
Mattias Grahn – drums

Produziert von Toontrack Studio / Umea
Label: Century Media

Homepage: http://www.naglfar.net

Email: andreas@naglfar.net

Tracklist:
01. Into The Black
02. Breathe Through Me
03. The Mirrors Of My Soul
04. Odium Generis Humani
05. The Darkest Road
06. Way Of The Rope
07. Plutonium Reveries
08. Feeding Moloch
09. Harvest