MOTORJESUS: Electric Revelation

MOTORJESUS: Electric Revelation

Mit ihrem dritten Album Wheels Of Purgatory meldeten sich MOTORJESUS vor gut drei Jahren eindrucksvoll zurück. Das Line Up-Durcheinander war überwunden, und heraus kam ein erstklassiges Album, von manchem Fan gar für das beste der Band-Geschichte gehalten. Dass es mit dem Nachfolger nicht ganz so schnell ging wie vermutlich geplant, lag unter anderem daran, dass Frontmann Chris Birx sich letztes Jahr einem überfälligen ärztlichen Eingriff unterziehen musste. Nun ist das vierte Album der Band aber da und das Warten hat sich mehr als gelohnt. Ein Album-Teaser, ein vorab veröffentlichtes Lyric-Video und sogar ein Werbespot auf DMAX für das neue Album – was die Promotion angeht, scheinen Drakkar es ernst zu meinen. Das würde man wohl nicht tun, wenn man nicht an die Band und das Album glauben würde. Ich hoffe von Herzen, dass es die Band entsprechend weiter bringt. Dass MOTORJESUS zu den am fettesten rockenden Bands überhaupt gehören, das beweisen die Jungs auf Album Nummer vier erneut und sogar mehr als je zuvor.

MOTORJESUS arbeiten auf Electric Revelation nach der bewährten Formel und servieren uns wieder ein Dutzend erstklassige Rock-Songs, wie sie in Deutschland keine andere Band zu Stande kriegt. Und auch international gibt es niemanden, vor dem MOTORJESUS sich verstecken müssten. Nach dem Intro The Arrival haut der Up Tempo-Rocker Trouble In Motor City sofort rein. Kurzes, knarziges Bass-Intro und los geht’s. Bridge und Refrain gehen richtig gut ins Ohr, dazu ein kurzer heavy Part, nachdem Andreas Peters ein klasse Solo raushaut. The Run ist ein typischer, wuchtiger MOTORJESUS-Stampfer, am ehesten vergleichbar mit Motor Discipline vom Vorgänger-Album, zumindest was die Riffs angeht. Einer der besten Songs auf dem Album ist das nur etwas über drei Minuten lange Back In The Action Car, das stellenweise eine dezente THIN LIZZY-Note hat und erneut mit einem klasse Refrain punkten kann. Aber klar, mit THIN LIZZY kriegt man mich eh immer bei den Eiern.

Mit Rust gibt es auch wieder eine Ballade. Gefühlvoll, aber völlig kitschfrei überzeugt die Band auch mit dieser ruhigeren Nummer, bei der Chris seine gesundheitlichen Probleme verarbeitet. Mit 100.000 Volt Survivor und Dead Army haben MOTORJESUS hier auch die letzten beiden Songs der 100.000 Volt Survivor-EP noch mal neu eingespielt. Beide Songs sind so gut – sie verdienen es, vom richtigen Line Up auf CD gebannt zu werden. Auch der Titelsong Electric Revelation ist, wenn ich mich recht entsinne, nicht mehr taufrisch und wurde schon vor einigen Jahren mal live gespielt. Diese treibende, pumpende Nummer mit heftigen Shouts von Chris im Mittelteil zählt ebenfalls zu einem der ganz großen Highlights des Albums und dürfte außerdem auch einer der härtesten Songs überhaupt im MOTORJESUS-Fundus sein. Mit Sicherheit auch einer ihrer besten.

Ach verdammt, ich könnte hier über jeden Song Lob-Hymnen anstimmen, denn MOTORJESUS haben erneut ein Album ohne einen einzigen Schwachpunkt abgeliefert. Darüber hinaus hat die Band sich in einigen Belangen noch mal weiter gesteigert. So ist die Produktion mit Sicherheit die beste, die MOTORJESUS bisher hatten. Und auch die Gesangs-Arrangements sind noch mal eine Ecke ausgefeilter als bisher. Wenn ich nicht eine so persönliche, emotionale Verbindung zum Debüt Dirty Pounding Gasoline hätte, würde ich Electric Revelation wohl zum bisher besten Album der Mönchengladbacher Heavy Rocker wählen. Da es aber nun mal so ist, wie es ist, behält das Debüt für mich persönlich die Nase vorn – knapp! Objektiv betrachtet haben MOTORJESUS hier wohl wirklich ihr bisheriges Meisterstück abgeliefert. So oder so ist Electric Revelation ein konkurrenzlos geiles Album, welches man als Fan ehrlicher, fetter Rock-Musik nicht verpassen darf. Ich werfe auch mal ganz vorsichtig den Titel Album des Jahres in den Raum, denn mir fällt beim besten Willen keine Band ein, die dieses geile Teil überbieten könnte.

Veröffentlichungstermin: 21.02.2014

Spielzeit: 49:54 Min.

Line-Up:
Christoph Birx – vocals
Andreas Peters – lead guitar
Guido Reuss – guitar
Roman Jasicak – bass
Oliver Beck – drums

Label: Drakkar Records

Homepage: http://www.motorjesus.net

Mehr im Netz: https://www.facebook.com/motorjesus

Tracklist:
01. The Arrival (Intro)
02. Trouble in Motor City
03. The Run
04. Speed of the Beast
05. Back in the Action Car
06. Rust
07. 100.000 Volt Survivor
08. Electric Revelation
09. Midnight Rider
10. The Warning
11. Resurrection Man
12. Dead Army
13. The Right Hand of the Devil