MOONSPELL: Memorial

MOONSPELL: Memorial

Drei Jahre nach der Veröffentlichung von The Antidote melden sich MOONSPELL mit einem wahrlich denkwürdigen Album zurück.
Die Scheibe beginnt mit einem Intro, das durch seine Atmosphäre den Hörer bereits nach den ersten Sekunden eine Gänsehaut verabreicht und ein rechter Vorgeschmack auf das ist, was Memorial über 59 Minuten zu bieten hat.
Das Album besticht durch eine glasklare Produktion, die erneut von Waldemar Sorychta in den Hagener Woodhouse Studios übernommen wurde. Im Gegensatz zu The Antidote konzentrierte sich die Band hier weniger auf ungeschliffen klingende Riffs, sondern setzt bei Memorial ein infernalisches Werk nach dem anderen in Szene. Es gibt kaum cleane Vocals, und anstatt der Tribal-artigen Drums wird hier wieder größtenteils auf Double-Bass gesetzt. Die Keyboards werden gezielt und überwiegend orchestral eingesetzt und verleihen den Songs eine majestätische Größe.
Memorial enthält die für die Band typische Grandiosität, die Dichte und das Vermögen, musikalische Landschaften zu zeichnen, die den Hörer heimsuchen und verfolgen. Das Album umfasst aber nicht die Leichtigkeit von Sin/Pecado oder kaum die hypnotischen Elemente von The Antidote. Es ist, als hätten MOONSPELL sich vollends zu ihrer dunklen Seite bekannt und präsentieren diese dem Hörer mit der brachialen Gewalt eines nahenden Sturmes, der das Meer aufwühlt und die Erde einnimmt.
MOONSPELL setzen trotz der durchgängigen Härte auf Variationen, so dass das Album keine Längen enthält. Sons Of Earth beinhaltet z.B. atmosphärische Elemente, die dann wieder von kraftvollen Gitarren und Double-Bass unterbrochen werden. Auch Best Forgotten ist ein sehr atmosphärischer Midtempo-Song mit weiblichen Vocals, die wunderbar mit Fernandos Growls kontrastieren.
Die Instrumentalsongs Upon The Blood Of Man und Mare Nostrum sind etwas verhaltener und mit teils experimentellem Charakter, stellen aber nur die Ruhe vor dem Sturm dar.
MOONSPELL haben sich auf Memorial wieder einmal auf all das besonnen, was nicht nur sie, sondern jede herausragende Metal-Band ausmacht.

Gastreview von Claudia Feldmann

Veröffentlichungstermin: 21. April 2006

Spielzeit: 59:30 Min.

Line-Up:
Fernando Ribeiro – Vocals
Make Gaspar – Drums
Pedro Paixáo – Guitar/Keys
Risardo Amorim – Guitar/Keys

Produziert von Waldemar Sorytcha
Label: SPV/Steamhammer

Homepage: http://www.moonspell.com/

Tracklist:
1. In Memoriam (intro)
2. Finisterra
3. Memento mori
4. Sons of Earth
5. Blood tells!
6. Upon the Blood of Men
7. At the Image of Pain
8. Sanguine
9. Proliferation
10.Once it was ours!
11.Mare nostrum
12.Luna
13.Best forgotten