MIKE & THE MECHANICS: Let Me Fly

MIKE & THE MECHANICS: Let Me Fly

Ganz untätig sind sie ja nicht, die Leute aus dem GENESIS-Pool. PHIL COLLINS hat zuletzt all seine Scheiben aufwändig neu aufgelegt, das neue Album von Gitarrist STEVE HACKETT „The Night Siren“ scheint richtig gut zu sein, Kurzzeit-Sänger RAY WILSON ist permanent live unterwegs und liefert seinen Fans tolle Platten. Und Gitarrist/Basser Mike Rutherford meldet sich mit MIKE & THE MECHANICS zurück, allseits bekannt durch Hits wie „The Living Years“ oder „All I Need Is A Miracle“, das tolle „Another Cup Of Coffee“ gibt es oft auch live bei RAY WILSON zu hören. Die Band gibt es nun auch schon 32 Jahre und man liefert nun das achtes Album ab. Das letzte Album „The Road“ von 2011 hatte bei mir nicht wirklich Eindruck hinterlassen, kann „Let Me Fly“ mehr?

Wie gewohnt darf man keinen Rock oder gar Prog-Rock erwarten, hier liegt man nahe am Pop, allenfalls Kuschelrock ist angesagt. Aber was soll´s, wird ja hoffentlich noch mal wieder Frühling, da passt so eine Musik durchaus, und Gerüchten zufolge lauschen unsere Leser auch mal – vielleicht auch heimlich – gepflegten ruhigen Klängen. So wird man gleich beim Titelsong erfolgreich im positiven Sinne eingelullt, eingängige, ja nicht zu aufdringliche Melodien, die wohlige Stimme von Andrew Roachford, wie viele der Kollegen seit dem letzten Album dabei, macht sich breit. Dazu ein fetter Chor mit Gospel-Touch, der den Song immer größer macht. Etwas mehr Drive bei „Are You Ready“, hier kann man durchaus mal von Rockmusik sprechen. Das wie auf dem ganzen Album mit reichlich 80er Flair, Bandkopf Rutherford hatte ja angekündigt, dass es wieder mehr in Richtung früher MIKE & THE MECHANICS gehen soll. Ein bisschen BRUCE HORNSBY bei „Wonder“, die Ballade „Save The World“ umschmeichelt jeden, der auch bei den Kuschelsongs von TOTO dahinschmelzt. „The Letter“ würde auch Ex-Kollege WILSON gut stehen, „The Best Is Yet To Come“ und „Don´t Know What Came Over Me“, das ein wenig an NICK KAMEN („I Promised Myself“) erinnert, passen wahlweise in den edlen Disco-Club, ins Nachtprogramm des Autoradios oder zum Hausputz. Denn das ist klar, hier gibt es keine Ecken und Kanten, nichts ragt wirklich heraus, leider auch kein wirklicher Hit. Zum Ende hin macht sich auch ein wenig Gleichförmigkeit breit. Die Songs sind sehr Keyboard-lastig, die Gitarre schiebt sich selten in den Vordergrund, schade. Die Songs leben eher von der cremigen, souligen Stimme von Andrew Roachford. Aber auch Tim Howar, der auch mal eher nach klassischem Melodic-Rock/AOR kling, hat eine sehr schöne Stimme, die den entsprechenden Songs eine eigene Note gibt. Die Herren Musiker wissen, was sie tun, und Mike Rutherford ist mit seinem typischen Spiel präsent. Alles klingt schon nach MIKE & THE MECHANICS, man wird aber auch durchgehend an andere Stars des 80er Pop-Rock erinnert. Obwohl es hier meist recht ruhig zugeht und alles im Wattebauschsound daher kommt, strahlt das Album eine sehr positive Stimmung aus. Ein gelungenes, Überraschungsfreies Album, dass den eher schwachen Vorgänger vergessen lässt. Vielleicht auch weil die Band zuletzt viel Live unterwegs war in kleineren Clubs. Da wächst man natürlich anders zusammen als in irgendeinem Tonstudio.

Wer klassischen 80er Pop-Rock mag und auch heute noch gern mal BRUCE HORNSBY, RICHARD MARX, DON HENLEY, kuschelige TOTO, MICHAEL BOLTON und Co. in den Player schiebt, der wird sich hier wohlfühlen. Fans von MIKE & THE MECHANICS können bedenkenlos zugreifen.

Veröffentlichungstermin: 07.04.2017

Spielzeit: 50:36 Min.

Line-Up:
Mike Rutherford – Guitar, Bass
Andrew Roachford – Vocals
Tim Howar – Vocals
Anthony Drennan – Guitar
Luke Juby – Keyboards
Gary Wallis – Drums

Label: BMG

Homepage: http://www.mikeandthemechanics.com

Mehr im Netz: https://www.facebook.com/mikeandthemechanicsofficial

Tracklist:
1. Let Me Fly
2. Are You Ready
3. Wonder
4. The Best Is Yet To Come
5. Save The World
6. Don´t Know What Came Over Me
7. High Life
8. The Letter
9. Not Out Of Love
10. Love Left Over
11. I´ll Be There For You
12. Save My Soul

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Frank Hellweg

Lebensmotto „stay slow“, Doomer halt….
Love & Peace geht auch immer, nur ohne Musik geht nichts!