MESSA: Feast for Water

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Zwei Jahre ist es her, als mich MESSA mit ihrem Debütalbum „Belfry“ aus den Schuhen kippen ließen. Der rundum gelungene LoFi-Doom Metal mit SUNN O)))-igem Drone-Einfluss überraschte derart positiv, dass ich mir sogleich passenden Merchandise besorgte. Nun haben die Italiener mit „Feast for Water“ ihr zweites Album am Start. Dabei handelt es sich um ein Konzeptalbum rund ums Wasser und seine symbolische und rituelle Bedeutung. Interessant…

MESSA besetzen jazzig bluesige Doom-Nische

Aufgrund des (subjektiven) Erfolgs des Vorgängeralbums war die Erwartungshaltung für „Feast for Water“ schon einmal weit oben angesiedelt. Und das Album enttäuscht nicht, wenngleich sich MESSA ein Stück weit von der Härte her gemäßigter und mitunter massenkompatibler („Snakeskin Drape“, „White Stains“) positioniert haben. Die Drone-Elemente sind weitestgehend verschwunden und das Quartett nähert sich mit seinem okkulten Doom Metal einer jazzig bluesigen Nische. Davon legt unter anderem „Leah“ Zeugnis ab, das in seinen über sieben Minuten gut mit den zuvor erwähnten Elementen spielt.

„Feast for Water“ geizt nicht mit Abwechslung

Generell sind MESSA um Abwechslung bemüht. Insbesondere die längeren Songs spielen mit unterschiedlichen Segmenten. Da werden abgespeckte Doom-Riffs minimalistischen Instrumentierungen gegenüber gestellt, um dann in feinen Gitarren-Soli auszuufern („The Seer“) oder jazzige Piano-Klänge als stimmige und beruhigende Einleitung genommen („She Knows“), ehe der Song ansatzlos in das furiose „Tulsi“ übergeht. Letztgenannter Track überrascht gar mit Blast-Beat-Attacken und Screams von Drummer Rocco.

MESSA überzeugen mit starkem Gesang

Á propos Gesang: Bis auf die erwähnten kurzen Scream-Einwürfe regiert auf „Feast for Water“ der Clean-Gesang von Sara. Und diese hat eine sehr gute Stimme, die sie variabel einzusetzen vermag: Beschwörend, verrucht, sanft, aber auch kräftig. Die Bandbreite der Vocals ist gegenüber „Belfry“ auf jeden Fall größer geworden. Somit ist MESSA mit „Feast for Water“ abermals ein überaus starkes Album gelungen, das den Hörer abholt, um ihn dann auf eine spannende Reise zu schicken. Dass das aktuelle Album weniger „hart“ als der Vorgänger ist, nimmt man MESSA nicht einmal übel. Denn die Italiener eröffnen dem Hörer dadurch den Zugang zu ihrer Interpretation der selbstgewählten Stilbezeichnung des Scarlet Doom. Bravo!

Veröffentlichungstermin: 06.04.2018

Spielzeit: 49:29 Min.

Line-Up:
Marco – Gitarre, Bass & Ambient
Sara – Gesang
Rocco – Schlagzeug & Screams
Alberto – Gitarre (lead) & Rhodes Piano

Label: Aural Music

Homepage: http://www.facebook.com/MESSAproject

MESSA „Feast for Water“ Tracklist:

1. Naunet
2. Snakeskin Drape
5. She Knows
6. Tulsi
7. White Stains
8. Da Tariki Tariquat
Christian Wögerbauer
Seit 2005 bei Vampster und Lieferant für Reviews, News, Live-Berichte und -Fotos.Genres: Doom, Death, Gothic, Sludge