MEGADETH: Rude Awakening

MEGADETH: Rude Awakening

Während manche Bands in 20 Jahren Bandbestehen ca. 5 halbgare Best-Of oder Live-CD`s veröffentlichen, haben MEGADETH im November endlich mal ein Livekonzert mitgeschnitten und als Doppel-Live-CD veröffentlicht. Wurde ja auch wirklich Zeit. Eigentlich sollten die Aufnahmen in Argentinien stattfinden, aber die Herren Musiker hatten Angst nach dem 11. September ein Flugzeug zu betreten (so zumindest die offizielle Erklärung…) und deshalb fanden die Aufnahmen in ihrer Heimatstadt Phoenix statt. Oder lag es vielleicht daran, daß man zuhause wohl mehr und fanatischere Fans vorfindet?

Nach Hören des über zweistündigen Gigs und der Gewissheit, daß MEGADETH auch bei ihren letzten Deutschlandabstecher im Sommer des vergangenen Jahres kräftig gerockt haben, frage ich mich schon, warum die Band im Rock Hard-Poll als zweitschlechteste Liveband gewählt wurde. In 24 Songs von alt („Mechanix“, „In My Darkest Hour“, „Wake Up Dead“) bis neu („Dread And The Fugitive Mind“, „1000 Times Goodbye“, „Burning Bridges“) wird der gesamte Backkatalog der Band –mit Ausnahme des umstrittenen Risk Werkes- abgedeckt. Auch werden Songs wie „Hook In Mouth“ (Killerversion!), „Ashes In Your Mouth“, „Devil`s Island“ oder „Angry Again“ gespielt, welche deutsche Fans schon seit Jahren auf keinen Gig der Band mehr hören durften. Der Sound klingt kräftig und fett und kommt ohne, oder mit nur sehr wenigen Nachbesserungen aus den Boxen. Deshalb klingt auch der Gesang von Mustaine manchmal etwas anders als auf der Studio-CD. Dies macht diese Scheibe aber auch sehr sympathisch. Die Publikumsresonanzen werden gut eingefangen und der Refrain von „A Tout Le Monde“ scheint aus hunderten Kehlen mitgesungen zu werden. Den Abschluss dieses Werkes bilden die Hits „Trust“, „Symphony Of Destruction“, „Peace Sells…“ und „Holy Wars“. Und wenn es tatsächlich jemanden geben sollte, der die songwriterische Genialität nicht erkennt, bzw. die Riffs dieser Songs nicht gut findet, hat definitiv was an den Ohren. „She Wolf“ wird noch in einer über 8-minütigen Version gespielt und die beiden Gitarristen dürfen sich, genauso wie bei den beiden „Hangar“-Songs so richtig austoben.

Eine Livescheibe die absolut Sinn macht, value for money bietet und das ist wohl am wichtigsten, nur aus erstklassigen Metalsongs besteht. Eine absolute Kaupflicht für alle MEGADETH- und Metalfans. Mitte April erscheint übrigens die DVD dieses Gigs und dann werde ich auch wissen, warum das Publikum vor „Almost Honest“ auf einmal wie verrückt U.S.A, U.S.A schreit…

Spielzeit: 122:59 Min.

Line-Up:
Dave Mustaine – Vocals&Guitar

Al Pitrelli – Guitar

Junior Ellefson – Bass

Jimmy De Grasso – Drums
Label: Sanctuary Records

Homepage: http//www.megadeth.com

Tracklist:
CD: 1

1.Dread and the fugitive mind

2.Kill the king

3.Wake up dead

4.In my darkest hour

5.Angry again

6.She wolf

7.Reckoning day

8.Devil`s island

9.Train of consequences

10.A tout le monde

11.Burning bridges

12.Hangar 18

13.Return to hangar

14.Hook in mouth

CD: 2

1.Almost honest

2.1000 times goodbye

3.Mechanix

4.Tornado of souls

5.Ashes in your mouth

6.Sweating bullets

7.Trust

8.Symphony of destruction

9.Peace sells… but who`s buying

10.Holy wars

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