MAGNUM: Wings Of Heaven Live

MAGNUM: Wings Of Heaven Live

Die alten Recken verschwinden nicht von der Bildfläche. Im Gegenteil, immer mehr Formationen finden sich wieder zusammen und erinnern an die erste Blütephase des Heavy Metals und des Hard Rocks. So auch MAGNUM, die aber nunmehr seit 2001 schon wieder aktiv sind und ja auch nur ca. 6 Jahre von der Bildfläche verschwanden. Sie sind wirklich – und das ist jetzt positiv gemeint – Urgroßmütter des Genres. 1972 bereits gegründet, erschien zwar das erste Album Kingdom Of Madness erst 1978, aber schon vorher spielten die britischen Melodic-/Prog-Rocker mit der ebenfalls zu dieser Zeit aufstrebenden Heavy Metal-Ikone JUDAS PRIEST. On A Storyteller`s Night und Wings Of Heaven sind Meilensteine der Rockgeschichte, die bis heute nichts von ihrem Glanz verloren haben.
Wie man vielleicht heraushört, überschlägt sich hier das Monster fast. Warum nur? Das werden sich jetzt viele junge Leser, die die Band nicht kennen, fragen. Ganz einfach! Weil die Veteranen um Bob Catley und Tony Clarkin in Höchstform sind. Das – wie der Titel schon sagt – live aufgenommene Dokument Wings Of Heaven Live beweist das eindrucksvoll. Bob Catleys Organ klingt wie in alten Tagen, Tony Clarkin haut noch immer furiose Soli aufs Parkett und die ganze Formation legt eine Spielfreude an den Tag, die wünschen lässt, man hätte die Gigs für diesen Livemitschnitt selbst gesehen. Wie uns der Titel ebenfalls verrät, spielen die Briten ihr erfolgreichstes Werk Wings Of Heaven in voller Länge. So, wie IRON MAIDEN das mit A Matter Of Life And Death oder METALLICA mit Master Of Puppets auch gemacht haben. Da scheint sich ein Trend zu entwickeln, der wie alles auf unserem Planeten seine Befürworter und Gegner hat. Diskutieren kann man darüber an anderer Stelle. Zurück zum Thema: Wings Of Heaven begeistert auch anno 2008. Hymnen wie Start talkin` love, Different world oder One step away lassen da keine Fragen offen. Das gilt auch für den Rest des Livesets, das dieses Produkt zu einem Zweiteiler heranwachsen lässt. Hits à la Kingdom of Madness, How far Jerusalem, Sacred hour und All England`s eyes stehen sowieso außer Frage, aber auch die Stücke vom neuesten Studiowerk der Briten Princess Alice And The Broken Arrow füllen die Spielzeit nicht nur, nein, sie passen wunderbar ins Gefüge dieser Liveveröffentlichung und sie machen Spaß.
Leicht nervig sind zwar die ständigen Ein- und Ausblendungen, die den Livegenuss ein bisschen stören, das macht die Band allerdings mit ihrer Performance wieder wett. Den klaren druckvollen Sound müsste ich eigentlich gar nicht erwähnen, wenn ich das Album in den vorangegangenen Zeilen so gelobt habe, denn ein Livealbum lebt vor allem auch vom Sound, aber der Vollständigkeit halber, sei dies auch noch hinzugefügt.
Für alle (betagten) Damen und Herren, die nicht auf Gekreische, Gebrülle und Gebolze Lust haben, sondern auf melodischen, emotionalen, virtuosen Hard Rock, kann ich nur eins ausprechen: Eine unverbindliche Kaufempfehlung für dieses großartige Livezeugnis einer großartigen Band!

Veröffentlichungstermin: 25.02.2008

Spielzeit: 116:32 Min.

Line-Up:
Gesang: Bob Catley
Gitarre: Tony Clarkin
Bass: Al Barrow
Schlagzeug: Jimmy Copley
Keyboard: Mark Stanway

Produziert von Tony Clarkin
Label: SPV/Steamhammer

Homepage: http://www.magnumonline.co.uk

Tracklist:
CD1 (57:45 Min.):
1.When we were younger
2.Back street kid
3.Out of the shadows
4.Like brothers we stand
5.How far Jerusalem
6.Dragons are real
7.All England`s eyes
8.Vigilante
9.Kingdom of madness

CD2 (58:47 Min.):
1.Intro
2.Days of no trust
3.Wild swan
4.Start talkin` love
5.One step away
6.It must haven been love
7.Different worlds
8.Pray for the day
9.Don`t wake the lion
10.Sacred hour