LÜÜP: Canticles of the Holy Scythe

LÜÜP: Canticles of the Holy Scythe

Das italienische Label I, Voidhanger Records hat schon so manch schräges Highlight zum Vorschein gebracht. Nur zu gut erinnere ich mich an „A Subtler Kind Of Light“ von LOCUST LEAVES. Ebenso schräg und ebenfalls aus Griechenland sind LÜÜP. Das Projekt von Multi-Instrumentalist und Komponist Stelios Romaliadis setzt sich mit dem Genre der dunklen Kammermusik auseinander. Dabei mischt er Nuancen von Folklore und Black Metal unter, womit „Canticles of the Holy Scythe“ seine Berechtigung erhält, in einem Metal-Medium besprochen zu werden.

LÜÜP balancieren zwischen Folklore und dunkler Kammermusik

LÜÜP starten mit „Γιατί Είναι Μαύρα τα Βουνά (Why Are The Mountains Black)“ in die knapp 40 Minuten des Albums. Hier wird man schon der dissonanten Ausrichtung der Musik gewahr, wenngleich die Vocals Harmonie versprühen. Der Gesang erinnert dabei an THE BULGARIAN VOICES, die ja in Zusammenarbeit mit Lisa Gerrard (DEAD CAN DANCE) jüngst wieder in Erinnerung gerufen worden sind. Ein trotz Disharmonie schöner Einstieg ins Album. So richtig stark entwickelt sich das Album, das den Tod als Leitmotiv hat, alerdings mit „9˚=2˚ (Κόγξ ὀμ Πὰξ)“. Hier werden dramatische Cello-Melodien mit dem diabolischen Sprechgesang von Sofia Sarri (Gastsängerin auf „Hypnosophy“ von AENAON) ergänzt.

„Canticles of the Holy Scythe“ mit kleineren Längen

Im fogendenden „The Greater Holy Assembly (Ha Idra Rabba Qadisha)“ gibt sich Sakis Tolis (ROTTING CHRIST) sein Stelldichein. In diesem von Ambient und klassischen Instrumenten geprägten Zusamenspiel von Klängen verpackt der Sänger seine gesprochenen Vocals zu einer Erzählung über Weisheit und Erleuchtung. Dieser Track wirkt etwas langatmig und wird von dem mit einer positiven Stimmung ausgeleuchteten „Noctivagus (Apparition Of Death)“-Instrumental abgelöst.

LÜÜP setzen auf Theatralik und Dramatik

„Stibium (Triumph of Death)“ setzt schließlich wieder auf gesprochene Vocals. Hier mimt Aldrahn (THE DEATHTRIP, URARV, Ex-DØDHEIMSGARD) theatralisch den Tod und wird erhaben und düster-dramatisch von Cello und anderen (klassischen) Instrumenten begleitet. Das abschließende „Зона (Mors Consolatrix)“ entlässt den Hörer am Ende sanft und unaufgeregt wieder in die Realität.

„Canticles of the Holy Scythe“ ist zum Headbangen ungeeignet

LÜÜP haben mit „Canticles of the Holy Scythe“ ein spannendes Werk abgeliefert, das sich partout nicht zum Headbangen eignet. Viel mehr spielt es mit den Emotionen und der dem Album inne liegenden Atmosphäre. Gerade „9˚=2˚ (Κόγξ ὀμ Πὰξ)“ und „Stibium (Triumph of Death)“ greifen in ihrer schrägen Dramatik nach den Sternen.

Veröffentlichungstermin: 08.12.2017

Spielzeit: 35:27 Min.

Line-Up:
Stelios Romaliadis – Musik, Piano & Flöte

Gastmusiker:
Sakis Tolis (ROTTING CHRIST) – Gesang
Aldrahn (THE DEATHTRIP, URARV, Ex-DØDHEIMSGARD) – Gesang
Sofia Sarri – Gesang
Anna Linardou – Gesang
Xenia Rodotheatou – Gesang
Ourania Lampropoulou – Santouri
Dimitris Kakavoulis – Piano
Fotis Siotas – Viola
Antonis Manias – Viola
Panayotis-Daniel Arapoglou – Viola
Fotini Kallianou – Cello
Sofia Efkleidou – Cello
Lina Triantafyllou – Cello
Marios Kapilidis – Fagott
Konstantinos Sifakis – Kontrabass
Stelios Romaliadis – Singing Bowls
Yannis Iliakis – Percussions

Produziert von Alex Bolpasis @ Artracks Studios, Athina (GRE)

Label: I, Voidhanger Records

Homepage: http://www.luupband.com

Mehr im Netz: https://www.facebook.com/luupband

LÜÜP „Canticles of the Holy Scythe“ Tracklist:

1. Γιατί Είναι Μαύρα τα Βουνά (Why Are The Mountains Black) (04:58)
2. 9˚=2˚ (Κόγξ ὀμ Πὰξ) (08:01)
3. The Greater Holy Assembly (Ha Idra Rabba Qadisha) (07:27)
4. Noctivagus (Apparition Of Death) (04:10)
5. Stibium (Triumph Of Death) (06:44)
6. Зона (Mors Consolatrix) (05:07)

Christian Wögerbauer
Seit 2005 bei Vampster und Lieferant für Reviews, News, Live-Berichte und -Fotos.Genres: Doom, Death, Gothic, Sludge