LORDI: Sexorcism

LORDI: Sexorcism

Regelmäßig alle zwei Jahre beglücken die Grusel-Rocker LORDI den Planeten mit einem neuen Album. Nachdem 2016 „Monstereophonic“ in Teilen eine Gruselgeschichte erzählte, werden auf der aktuellen Scheibe „Sexorcism“ teils tiefe Einblicke in die Sexwelt des Mr. Lordi gewährt. Ob es sich hierbei um Phantasien handelt, erfährt der bedächtig Lauschende nicht. Es entsteht beim Hörer aber durchaus der Eindruck, als würde das ein oder andere mit einem Augenzwinkern besungen.
Ganz klar ist dagegen, dass LORDI auch mit „Sexorcism“ wieder schocken und auf sich aufmerksam machen wollen und werden. Titel wie „The Beast Is Yet To Cum“ oder „Naked In My Cellar“ sprechen da eine unmissverständliche Sprache. Das Cover wurde von Mr. Lordi persönlich entworfen und tut sein Übriges. Das neunte Studioalbum „Sexorcism“ ist prall gefüllt mit 13 recht LORDI-typischen Titeln. Etwas weniger hart als „Monstereophonic“, dafür aber mit elendig düsterer Grundstimmung rocken die Finnen über mehr als eine Stunde Spielzeit.

Sex in LORDIs Keller oder einfach ein verdammt hardrockiges Album?

Der Opener und Titeltrack „Sexorcism“ lässt bereits tief blicken. Keine Frage wohin das alles führt. Nach kurzer Einleitung legt Frontman Mr. Lordi mit derb gutturalen Vocals los. Und trotz aller Derbheit ist die eingängige Hard Rock-Komponente gleich zur Stelle. Wie immer bei LORDI, begleitet von einem Touch Heavy Stuff. Die Stimme des Sängers variiert gekonnt von Song zu Song oder auch innerhalb der Titel, was für Abwechslung sorgt. Ja, das muss man ihm lassen: Hr. Lordi bewältigt seine Aufgabe exzellent. Bei „Your Tongue`s Got The Cat“ wagt er sich für seine Verhältnisse weit in die hohen Töne, Screams included. „Naked In My Cellar“ hingegen nutzt der Grusel-Frontmann um nach dem Gewimmer, das wahrscheinlich aus seinem Keller dringt, die Stimme gekonnt verzerrt klingen zu lassen.

Mr. LORDI variiert auf „Sexorcism“ stimmlich mehr denn je!

„Polterchrist“ präsentieren LORDI nach süßlichem Sirenengesang mit eher gedrückter Stimme und stellenweise kaum vorhandener Melodie. Noch hervorzuheben ist „The Beast Is Yet To Cum“, welches trotz LORDI-typischem Refrain durch sonderbare Lachelemente leicht ins Irre abrutscht. Genau so irre und noch ein wenig schräger ist „SCG9: The Documented Phenomenon“. Fühlt sich an, als würde man direkt neben Anna auf der Psychiatercouch sitzen, irgendwo zwischen Hypnose und LORDI-Wahn! Dieser Titel wäre auch ein gelungenes Intro gewesen. Der Rest des Album ist gefüllt mit LORDI, LORDI und nochmal LORDI.
Fazit: Man kann über die Finnen denken was man möchte. LORDI machen das was sie machen gut und gestalten ihre Werke interessant und abwechslungsreich. Und auch das immer wiederkehrende „was machen die denn da jetzt?“ gehört einfach dazu!
Auch diesmal wieder: Daumen hoch!!!

Veröffentlichung: 25.05.2018

Spielzeit: 63:12 min.

Line-Up:
Mr. Lordi: Vocals
Mr. Amen: Guitars
Mr. Ox: Bass
Mr. Mana: Drums
Ms. Hella: Keyboards

Produzent: Mikko Karmila

Label: AFM-Records

Band-Homepage: http://www.lordi.fi

Mehr im Netz: https://de-de.facebook.com/LordiOfficial/

Tracklist LORDI „Sexorcism“:

1. Sexorcism 6:54
2. Your Tongue`s Got The Cat 4:46
3. Romeo Ate Juliet 4:21
4. Naked In My Cellar 4:45
5. The Beast Is Yet To Cum 4:50
6. Polterchrist 5:22
7. SCG9: The Documented Phenomenon 1:15
8. Slashion Model Girls 5:25
9. Rimskin Assassin 4:50
10. Hell Has Room 5:02
11. Hot & Satanned 4:33
12. Sodomesticated Animal 4:25
13. Haunting Season 6:15