JUNGLE ROT: Jungle Rot

Jungle-Rot-Cover-Jungle-Rot

Es ist zwar erst das zehnte Album von JUNGLE ROT, aber irgendwie ist’s halt trotzdem Dutzendware. Grooviger Ami Death Metal, der mal von CANNIBAL CORPSE oder SIX FEET UNDER inspiriert war, der aber auch irgendwann die Dynamik verloren hat und jetzt in der selbstgeschaffenen Komfort-Zone dümpelt.

Da helfen auch die hier und da eingestreuten Thrash Metal-Anleihen nicht. Schlimmer noch: DESTRUCTIONs Schmier als Gastmusiker (zu hören beim Song “Fearmonger”) sowie die KREATOR-Coverversion “Terrible Certainty” wirken wie der verzweifelte Versuch, die guten alten Zeiten nochmal aufleben zu lassen. Das ist übrigens nichts Neues – schon 1998 coverten die JUNGLE ROT Songs von SODOM und SLAYER auf der EP ‘Darkness Foretold‘.

Man muss ja nicht immer Neues erfinden: Old School Death Metal ist eine prima Sache, solange rüberkommt, dass eine Band es ehrlich meint und sich beim Songwriting ein bisschen Mühe gegeben hat. Aber da hakt’s bei JUNGLE ROT leider etwas.

Old School Death Metal vom Fließband

JUNGLE ROT sind weder mitreißend noch überzeugend, es fehlt das Alleinstellungsmerkmal, die Eigenständigkeit und der berühmte Funke – alles, was bei mir ankommt, ist eine eingefahrene, routinierte Truppe, die mit beachtlicher Sturheit rumrumpelt. Die Songs sind ohnehin schon recht gleichförmig gehalten, aber die wenig abwechslungsreichen Shouts von Sänger Dave Matrise und das gänzlich uninspirierte Drumming von Session-Schlagzeuer Jesse Beahler machen das ganze Album noch stumpfer. “Terrible Certainty” war damit auch eine denkbar ungünstige Wahl für einen Coversong, denn plötzlich wird deutlich, dass Beahler zumindest technisch ja doch was kann. Schade, dass er es bei den Eigenkompositionen nichts einbringen kann oder darf.

Stumpf ist Trumpf bei JUNGLE ROT

JUNGLE ROT sind Arbeitstiere, und fertigen Ami Death Metal am Fließband, immer streng nach Vorgabe. Unter Kreativität kann man ihnen allerding nur einen Satz ins Zeugnis schreiben: Sie haben sich stets bemüht.

Veröffentlichung: 20. Juli 2018

Label: Victory Records

Mehr im Netz:
facebook.com/igotjunglerot

Besetzung:
Dave Matrise (Gesang)
James Genenz (Gitarre)
Geoff Bub (Gitarre)
Jesse Beahler (Session Drummer für “Jungle Rot”)

JUNGLE ROT „Jungle Rot“ Tracklist

1 Send Forth Oblivion (Video bei YouTube)
2 Delusional Denial
3 A Burning Cinder
4 Triggered
5 Fearmonger (Video bei YouTube)
6 Stay Dead
7 Glory for the Fallen
8 Pumped Full of Lead
9 Twisted Mind
10 Terrible Certainty

andrea
Kümmere mich seit 1999 um Reviews, Interviews und den größten Teil der *Verwaltung*, Telefon-Dienst, Beschwerdestelle, Versandabteilung, Ansprechpartner für alles, Redaktionskonferenz-Köchin...