JIM STAPLEY: Long Time Coming

JIM STAPLEY: Long Time Coming

Schon als Teenie wusste JIM STAPLEY, was er will: Rocken! Entsprechend packte er seine Sachen in Manchester und zog nach London, wo er mit 17 Jahren anfing, sich einen Namen in der lokalen Scene zu machen. Nun mit seinem Album Long Time Coming wird es Zeit, dass der Engländer auch jenseits der Insel zeigt, dass mit ihm zu rechnen ist. Klassischer Melodic Rock der 80er und eine Prise 70er Classic Rock ist angesagt, und der kommt wirklich gut!

Der Opener rockt mal gleich sehr kräftig und groovy nach vorn, Weichspüler-AOR gibt es also nicht. GIANT kommen einem kurz in den Sinn, aber die 80er sind hier eh im Fokus. Hier und da lassen sich meine Lieblinge TYKETTO ausmachen, große Helden im Hause STAPLEY scheinen FOREIGNER zu sein (Made Of Stone). Ganz klar als Held des Engländers zu erkennen ist auch MICHAEL BOLTON, eher zu Soul Provider/Time, Love And Tenderness-Zeiten, deutlich zu hören bei Heartstrings mit entsprechend souligem Feeling. In ähnliche Höhen schraubt STAPLEY gern mal seine Stimmbänder, wer mit BOLTON Probleme hat, der wird auch hier das Weite suchen. Bluesige Töne mit leichtem Paul Rodgers-Touch (FREE, BAD COMPANY) stehen ihm gut, aber auch rau und soulig mit JOE COCKER-Verbeugung geht es zu wie bei New Religion. Etwas zu sehr, der Megaklassiker des charismatischen Woodstock-Zappelhippies (Glückwunsch zum 70ten!) kommt zu arg durch. Hier und da wünschte man sich, JIM STAPLEY hätte seine Stimme etwas gebremst, dass er es kann, hat er ja mehrfach gezeigt. Aber wie will man nörgeln, wenn er einen bei den ruhigen Tönen so erfolgreich einlullt, in den rockigen Songs Popo tritt.

Unterstützt wird er von großartigen Musikern. Es wird locker-flockig gerockt, die ruhigen Songs kommen kitschfrei, der Sound von Tony Visconti (u.a. DAVID BOWIE, MOODY BLUES, THIN LIZZY) ist nicht zu glatt. Durchgehend starke Gitarrenarbeit gibt es unter anderem vom Londoner Sessionmusiker und Songwriter Ricky Glover, die Kollegen im Studio halten routiniert mit. Bei Laid To Waste wirken die Keyboards etwas überzogen, der ein oder andere Song wird von den Highlights etwas in den Schatten gestellt. Aber das Grundwerk ist stimmig, der Pool bekannter Zutaten, in dem sich STAPLEY bedient, ist längst nicht so abgegriffen wie das, was man im Hard/Classic/Melodic Rock aus Schweden oder Bella Italia so oft geboten bekommt. Im Gegensatz zu vielen dieser Alben wird Long Time Coming nicht langweilig, hier noch ein kurzes WHITESNAKE-Zitat oder viele andere entdecken, dort mal wieder einen Wow-Moment bei den Vocals wie im sonst eher unspannenden Grey Matter. Das Teil macht Spaß bis zum fröhlichen Schlusstrack Shield, der mich mit den Violinen etwas an die flotteren Nummern des letzten RAY WILSON-Album Chasing Rainbows erinnert!

Wer auf klassischen Hard/Melodic Rock steht mit greifbarem 80er Flair, das auch heute wunderbar passt, der kann sich JIM STAPLEY auf den Einkaufszettel schreiben. Ein gelungenes Album eines talentierten Sängers, der zukünftig sicher auch außerhalb Englands mitreden wird.

Veröffentlichungstermin: 30.05.2014

Spielzeit: 47:23 Min.

Line-Up:
Jim Stapley – Vocals, Guitar, Keyboards
Ricky Glover – Guitar, Backing Vocals
Johnson-Jay Mewik – Guitar, Backing Vocals
Daley Tom Swann – Bass
CJ Evans – Drums
Josh Phillips – Hammond
James Arben – Tenor und Bass Saxophon
Rachel Dawson, Sarah Tuke, Polly Wiltshire, Catriona Parker – Strings
Mollie Marriott, Rachel Leavesley, Jessica Morgan – Backing vocals

Produziert von Tony Visconti
Label: MITA Records

Homepage: http://jimstapley.co.uk

Mehr im Netz: https://www.facebook.com/jimstapley

Tracklist:
1. No Good Reason
2. Laid To Waste
3. Hurricane
4. Heartstrings
5. New Religion
6. My Way Home
7. Made Of Stone
8. My Own Worst Enemy
9. Out Of Sight
10. Grey Matter
11. Breaking Out
12. Shield

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Frank Hellweg

Lebensmotto „stay slow“, Doomer halt….
Love & Peace geht auch immer, nur ohne Musik geht nichts!