INTO ETERNITY: Buried in Oblivion

INTO ETERNITY: Buried in Oblivion

Es war ein Bild für Götter – Boxhamster, Vampi und Fierce saßen gerade in der Küche der Villa Vampiria und aßen zu Abend, als vampi mal eher nebenbei bemerkt, dass am morgen die neue INTO ETERNITY eingetroffen sei, weshalb bei Boxi und Fierce gleich mal die Kinnlade runter klappte und vampi angesichts der Reaktion sofort aufsprang und die CD einlegte. Skeptisch wurden die Blicke aller Anwesenden, als das Album mit einem Gitarrenfrickel-Intro startet und beim einsetzenden Gesang von Neuzugang Chris Krall sah man fünf Leute mit verzerrten Gesichtern am Tisch – der Schock saß erstmal tief, während ich mich aber schon nach kurzer Zeit davon erholen konnte, hat ihn Boxi bis heute nicht überwunden…oder vielleicht wollte er ja einfach auch gar nicht – ein großer Fehler, denn Buried in Oblivion ist einfach nur geil und kann seinen grandiosen Vorgänger fast noch toppen.

Jedenfalls wurde zu dieser erwähnten Stunde der Satz geprägt INTO ETERNITY haben wohl die schlechteste aller Möglichkeiten gewählt: Tim Roth gibt seinen klaren Gesang auf um die gewonnene Zeit nun mit unnötigem

Gefrickel auszufüllen. FALSCH! Denn schon nach kurzer Zeit hat man sich an den etwas höheren und nicht ganz so kräftigen klaren Gesang des Zwillingsbruders von Scott Krall gewöhnt und ins Herz geschlossen und das Gefrickel wirkt in meinen Ohren auch nicht mehr als bei IN FLAMES – mit dem Unterschied dass INTO ETERNITY im Gegensatz zu den Schweden ein ganzes Stück mehr Durchschlagskraft und für mich auch die interessanteren Songs am Start haben. Um bei diesem nicht wirklich angebrachten Vergleich zu bleiben: auch INTO ETERNITY haben ihren Stil mit ihrem dritten Album bereits definiert und ein klares Schema vor Augen, das man nun in allen möglichen Variationen auslebt. Wo für mich ein IN FLAMES-Werk aber bereits nach der Hälfte öde wird, wissen INTO ETERNITY den einzelnen Songs stärker Charakter einzuhauchen und voneinader unterscheidbar zu machen. Da haben die Kanadier auch ganz klar den Vorteil, dass sie viel mehr mit Melodien und Kontrasten arbeiten können und zumindest auf diesem Album haben sich die Schablonen noch nicht abgenutzt, die Kanten sind noch klar erkenn- und nachvollziehbar, das Bild das entsteht hat eine klare Form, die Stücke sind in der Lage den Test of time zu überstehen.

Den Gesang und die Gitarrenmelodien haben wir schon angesprochen, geändert hat sich aber auch erneut der Härtegrad – Buried in Oblivion ist noch mal deutlich aggressiver ausgefallen und durch die starke Produktion wirken die Stakkatoriffs manchmal wie Hammerschläge, mit denen man einem einen Nagel immer tiefer in den Hinterkopf rammt – ein schöner Schmerz in diesem Fall, hört euch beispielsweise Point of Uncertainity mal richtig laut über Kopfhörer an, das kommt schon richtig heftig!

Wirken die ersten Songs auf dem nunmehr dritten Werk zunächst wie eine logische und wenig risikoreiche Fortführung von Dead or Dreaming, ist spätestens ab der Mitte des Albums klar, dass es die Band jetzt endlich wissen will. Das Zusammenspiel aus hochmelodischem, klaren und extrem eingängigen Gesang mit dem harten und thrashig/deathigem Riffing sowie den Death-Metal-Grunzern bzw. Black-Metal-Kreischern wurde weiter perfektioniert. Die Prog-Elemente kommen im Grunde nur noch in der teilweisen Komplexität der Rhythmik und Songstrukturen sowie der Fülle an Breaks zum Vorschein. Da Tim Roth, trotz dass er die Lead-Vocals abgegeben hat, nach wie vor gesanglich auf dem Album mitmischt und man weiterhin mit mehrstimmigen Gesangs-/Grunzarrangements arbeitet, können INTO ETERNITY nun so richtig aus den Vollen schöpfen.

Gegen Ende des Albums zeigen die Kanadier darüber hinaus noch, dass es nicht ihre Absicht ist, bis in alle Ewigkeiten sich an denselben Songschemata fest zu halten und liefern mit „Buried in Oblivion“ und „Black Sea of Agony“ ein kleines 10-minütiges INTO ETERNITY-Epos ab, wobei der ruhige Auftakt als Ballade in ähnlicher Form auch gut auf ANNIHILATOR´s „Set the World on Fire“ stehen hätte können – wobei er dazu ja fast schon wieder einen Tick zu wenig positiv ausgefallen ist. Mit einer nicht ganz so gänsehautartigen, dafür aber sehr relaxten Ballade lässt man „Into Eternity“ dann auch ausklingen – eigentlich ja der perfekte Chill-Out zu einem herrlich heftigen und doch sehr melodiösem Album, das einen Kracher nach dem anderen liefert und einem durch die vielen Instrumentalspielereien kaum Luft zum verschnaufen lassen.

Den großen Durchbruch hätte ich INTO ETERNITY ja eigentlich schon beim Vorgänger zugetraut, wenn der mit „Buried in Oblivion“ nicht gelingt, dann kann ich mir nicht vorstellen, dass er jemals eintreten könnte. Ein Videoclip zu einem Hitsong wie „Beginning of the End“ oder „Spiralling into Depression“ müsste da eigentlich reichen, denn als Zielgruppe kommen da genauso Melodic Deather, Power-Thrasher wie auch Fans von melodiöserem Nu-Metal in Frage – alle müssen sie zwar etwas über den Tellerrand hinaus blicken, aber das lohnt sich definitiv!

Veröffentlichungstermin: 23. Februar 2004

Spielzeit: 44:42 Min.

Line-Up:
Chris Krall – lead / death vocals

Rob Doherty – guitar / death vocals

Tim Roth – lead / death vocals, guitar

Scott Krall – bass / backing vocals

Jim Austin – percussion / death vocals
Label: Century Media

Hompage: http://www.intoeternity.com

Tracklist:
01 Splintered Visions (sample)

02 Embraced By Desolation

03 Three Dimensional Aperture

04 Beginning Of The End

05 Point Of Uncertainty

06 Spiralling Into Depression

07 Isolation

08 Buried In Oblivion

09 Black Sea Of Agony

10 Morose Seclusion