IMMORTAL: Northern Chaos Gods

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Neun Jahre ist es schon wieder her, dass IMMORTAL ihr letztes Album “All Shall Fall” veröffentlicht haben. Seitdem war man mehr mit sich selbst, als mit Musik beschäftigt. Das Ergebnis der ganzen Querelen ist, dass Frontmann ABBATH raus aus der Band ist und nun unter eigenem Namen weiter macht, während DEMONAZ, der ja auch mal ein Soloalbum veröffentlicht hat und lange Zeit kein so richtig aktiver Teil der Band war, wieder fest im Sattel sitzt. Neben ihm ist Horgh, der jetzt immerhin auch schon seit 1996 auf dem Drumhocker sitzt das einzige feste Bandmitglied. Den Bass auf “Northern Chaos Gods” hat Produzent Peter Tägtgren eingespielt.

Zwischen Schlachten im Norden und dem Herzen des Winters finden wir die nördlichen Chaos-Götter!

Die Songtitel klingen wie mit Hilfe eines IMMORTAL Songtitel-Generators entworfen und musikalisch geht die Reise zurück zu „Battles In The North“ aber auch „At The Heart Of Winter“ – so zum Beispiel bei der mächtigen Hymne “Where Mountains Rise” oder “Called To Ice”. Auch die typischen, unverzerrten Gitarren, die immer mal wieder zwischendurch auftauchen, erinnern an “At The Heart Of Winter” und natürlich “Blashyrkh Mighty Ravendark”. „Gates Of Blashyrkh“ ist eine deutliche Hommage an eben diesen Song von “Battles In The North”, das wird schon bei der Einleitung klar. Und auch sonst erinnert das episch veranlagte Stück deutlich an den Band-Klassiker. Der neun Minuten lange Abschlusstrack hört dann sogar auf den Namen “Mighty Ravendark”. Ja echt, es war anscheinend echt schwierig neue Songtitel zu finden… Dafür huldigt besagtes Stück mal wieder den großen BATHORY, um genau zu sein dem mächtigen “A Fine Day To Die”. Die Ähnlichkeit ist durchaus frappierend. Aber wenn kümmert es, wenn ein so mächtiger Stampfer dabei herauskommt?

Daneben gibt es aber auch mehr als genug rasenden Black Metal wie den Titelsong „Northern Chaos Gods“, oder bei “Into Battle Ride” und “Blacker Worlds”. Besonders das Drumming von Horgh ist bei diesen Stücken mal wieder mehr als beeindruckend. Der Kerl schafft es selbst im ICE-Tempo noch Abwechslung in sein Spiel einzubauen. Demonaz liefert dazu die typischen, mal erhabenen, mal klirrend kalten Riffs.

„Northern Chaos Gods“ ist ein musikalisch überraschungsfreies aber überraschend starkes Album!

Irgendwie wirkt „Northern Chaos Gods“ schon ein wenig kalkuliert. DEMONAZ hat hier ein absolut klassisches IMMORTAL-Album geschrieben, von dem mit Sicherheit kein Fan der letzten zwanzig Jahre enttäuscht sein wird. Von den Songtiteln, der Musik bis zum Produzenten ist das neunte Album der Norweger eine komplett überraschungsfreie Veranstaltung. Aber kalkuliert hin oder her – verdammte Axt, „Northern Chaos Gods“ ist einfach eine ziemlich gute IMMORTAL-Platte. Alles, was mich an der Band gereizt hat, ist hier vorhanden, die klirrende Raserei und die grimmigen, erhabenen Epen. Wie soll ein gutes IMMORTAL-Album auch anders klingen? Eben!

ABBATH vermisse zumindest ich zu keiner Sekunde. Das mag auch daran liegen, dass DEMONAZ´ Gesang gar nicht so weit von dem seines ehemaligen partners in crime entfernt – etwas weniger knurren, etwas mehr krächzen. IMMORTAL machen mit diesem Album eindeutig klar, dass sie sich weder von der langen Auszeit, noch vom Ausstieg ihres Frontmanns aufhalten lassen. Jeder, der von IMMORTAL nicht nur die ersten beiden Scheiben mag, dürfte beim Hören von “Northern Chaos Gods” vor Freude im Kreis hüpfen. Ganz frostig und grimmig natürlich! Das was ich vom neuen ABBATH-Album gehört habe, lassen IMMORTAL jedenfalls weit hinter sich. Großes Black Metal-Kino!

Veröffentlichungsdatum: 06.07.2018

Spielzeit: 42:18

Line Up:
Demonaz – vocals, guitars
Horgh – drums
Peter Tägtgren – bass (Session)

Produziert von: Peter Tägtgren

Label: Nuclear Blast

Bandhomepage: immortalofficial.com
Facebook: facebook.com/immortalofficial

Tracklist:
01. Northern Chaos Gods
02. Into Battle Ride
03. Gates To Blashyrkh
04. Grim And Dark
05. Called To Ice
06. Where Mountains Rise
07. Blacker Of Worlds
08. Mighty Ravendark