ICED EARTH: Plagues Of Babylon

ICED EARTH: Plagues Of Babylon

Mit Dystopia haben sich ICED EARTH 2011 eindrucksvoll zurück gemeldet, nachdem ich die Band schon abgeschrieben hatte. Und Dystopia war keine Eintagsfliege, so viel sei schon mal gesagt, denn Plagues Of Babylon schafft es, das Niveau seines Vorgängers zu halten. Stu Block singt hier noch mal souveräner als auf seinem Einstand und überzeugt sowohl mit hohen Schreien als auch mit starkem melodischen Gesang wie bei der Power-Ballade If I Could See You. Manchmal erinnert sein Timbre immer noch an Mat Barlow. Nachdem Bassist Freddie Vidales und Schlagzeuger Brent Smedley ICED EARTH aus verschiedenen Gründen verlassen haben, besteht die neue Rhythmus-Abteilung aus Bassist Luke Appleton und Drummer Jon Dette. Ohne Line Up-Änderung geht es halt nicht bei ICED EARTH, aber das ist man ja gewohnt.

Der Opener erinnert zum Teil an seelige Something Wicked This Way Comes-Zeiten, ein klassischer ICED EARTH-Mid Tempo-Stampfer. Democide ist eine kompakte und schnelle, nah am Thrash gebaute Riff-Attacke. Geiles Teil, von dem ich hoffe, es auf der Tour nächsten Monat live zu hören. The Culling glänzt mit einem starken, hymnischen Refrain, ist ansonsten allerdings etwas unauffällig. Dafür folgt mit dem düsteren Up Tempo-Song Among The Living Dead gleich eines der großen Highlights des Albums, nicht nur durch den Gastauftritt von BLIND GUARDIAN-Sänger Hansi Kürsch. Cthulhu beginnt als flotter Nackenbrecher, geht nach einem IRON MAIDEN-mäßigen Break aber in einen epischen Refrain über. Das gallopierende Riff von Peacemaker passt prima zum Thema des Songs. Der Song klingt tatsächlich wie eine Hymne auf Revolverhelden.

Spirit Of The Times ist nach dem bereits erwähnten If I Could See You die zweite Ballade auf Plagues Of Babylon. Beide Songs sind gelungene Balladen, können es aber mit den Highlights, welche ICED EARTH in diesem Bereich zu verantworten haben, nicht mithalten. Songs wie I Died For You, A Question Of Heaven oder Watching Over Me sind da einfach unerreichbar. Beim Cover-Song Highway Man, der am Ende des Albums steht, gibt es Gastauftritte von Michael Poulsen (VOLBEAT) und Russel Allen (SYMPHONY X, ADRENALINE MOB). Heraus kommt dabei ein netter Song, der zum Schunkeln einlädt und untypisch für ICED EARTH, allerdings für mich eher verzichtbar ausgefallen ist.

Alles in allem ist die Hit-Ausbeute auf Plagues Of Babylon ähnlich hoch wie auf dem Vorgänger und setzt somit den, mit dem letzten Album begonnenen, positiven Trend für ICED EARTH fort. Auch die Mischung der Songs stimmt – alles, was man von ICED EARTH hören will, ist vertreten, von der Mid Tempo-Hymne über thrashige Nackenbrecher bis zu gefühlvollen Balladen. Ich, als langjähriger Fan der Band, bin mit dem neuen Album absolut zufrieden, auch wenn man das Songmaterial vielleicht um zehn bis fünfzehn Minuten hätte straffen können. Auch wenn man erneut nicht an die Glanzzeiten der Band heranreicht, so liefern ICED EARTH immer noch eine Sammlung hochkarätiger Songs ab, die einen Großteil der Genre-Kollegen alt aussehen lassen.

Veröffentlichungstermin: 03.01.2014

Spielzeit: 62:20 Min.

Line-Up:
Stu Block – vocals
Jon Schaffer – guitars
Troy Seele – guitars
Luke Appleton – bass
Jon Dette – drums

Label: Century Media

Homepage: http://www.IcedEarth.com

Mehr im Netz: https://www.facebook.com/OfficialIcedEarth

Tracklist:
01. Plagues Of Babylon
02. Democide
03. The Culling
04. Among The Living Dead
05. Resistance
06. The End?
07. If I Could See You
08. Cthulhu
09. Peacemaker
10. Parasite
11. Spirit Of The Times
12. Highwayman

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