HELLO BLACK HOLE: In No Good Hand

HELLO BLACK HOLE: In No Good Hand

Johan „Goatspeed“ Snell machte zusammen mit Mat „Kvohst“ McNerney mit dem unglaublich guten BEASTMILK-Album „Climax“ auf sich aufmerksam – sie erweckten  Post Punk zu neuem Leben. Mit dem fiebrigen Bastard aus JOY DIVISION-Hooklines, der Aggressivität alter SAMHAIN- und MISFITS-Songs und der Abgedrehtheit von KILLING JOKE ist der Band ein Meisterstück gelungen. Kurz danach war schon wieder vorbei mit der düsteren Herrlichkeit – man trennte sich. Aus BEASTMILK wurden GRAVE PLEASURES mit McNerney als Boss. Er führte die Idee fort – mit dem ziemlich gute Album „Dreamcrash“ und der erst kürzlich erschienenen, zumindest auf einer Seite extrem gut gelungene Single „Funeral Party„.

Jetzt ist auch Johan Snell wieder aufgetaucht – und aus dem Schatten McNerneys getreten. Denn der beansprucht das Songwriting für BEASTMILK und GRAVE PLEASURS für sich alleine. Dabei kann der Snell auch was – und das hat er jetzt mit HELLO BLACK HOLE bewiesen: Am 17. März 2017 erscheint die EP „In No Good Hand“ mit vier Songs. Und die sind gar nicht so weit weg von Songs wie dem BEATMILK-Hit „You Are Now Under Control“!

Doch Snell macht einiges anders: Er setzt auf einen lässigen Schrammelsound, wie man ihn zuletzt in den frühen Neunzigern bei Indie-Bands wie MUDHONEY und THE PIXIES gehört hat. Einfach mal hingerotzt, von Rückkopplungen getrieben. Der Druck kommt hier ganz bestimmt nicht vom Bass, sondern eher von grundsätzlich undifferenzierten Gitarrengeschrubbel, in dem sich Melodien mit Melodien überlagern. Das Schlagzeug ist trocken, die Becken scheppern übersteuert irgendwo mittendrin und Snell nölt sich mit beachtlicher Gleichförmigkeit durch die vier Songs. Trotzdem ist das alles richtig, richtig gut.  

Zu „Five Hundred Rocks To Throw“ gibt’s ein verstörendes Video, dass den Musiker im knallgelben Friesennerz inklusive Regenhut zeigt, wo ansonsten mit Lebensmitteln gespielt wird. Da hat offenbar jemand den Anspruch, etwas Eigenes zu machen und bloß nicht in Verbindung mit der ex-Band gebracht zu werden. Funktioniert glücklicherweise nur bedingt. Musikalisch sind die beiden Musiker mit der gemeinsamen Ex-Band nicht so weit voneinander entfernt, McNerney macht den Düsterpoet, während Snell sich für die grelle, PIXIES- und Indierock-beeinflusste Schiene fährt. Gut unterwegs sind beide, ich bin gespannt, wohin die Reise jeweils geht!

HELLO BLACK HOLE “Five Hundred Rocks To Throw” Video bei YouTube.

Veröffentlichungstermin: 17. März 2017

Spielzeit: 15: 48

Label: Svart Records

Mehr im Netz: www.facebook.com/helloblackhole/

Tracklist:
1. Tight Rope Tightens
2. 500 Rocks To Throw
3. Crude Awakening
4. Hero Libido

Teilen macht Freude:

andrea
Kümmere mich seit 1999 um Reviews, Interviews und den größten Teil der *Verwaltung*, Telefon-Dienst, Beschwerdestelle, Versandabteilung, Ansprechpartner für alles, Redaktionskonferenz-Köchin...