SOLITUDE AETURNUS: Into the Depths of Sorrow

SOLITUDE AETURNUS: Into the Depths of Sorrow

Dunkelheit, Einsamkeit. Allein sitze ich in meinem Zimmer und schwelge in Melancholie. Gerade eben habe ich die Debüt-CD einer Band namens SOLITUDE AETURNUS eingelegt. Düstere Choräle durchbrechen die Ruhe, die zuvor noch in meinem Zimmer herrschte und die Melancholie weicht einer dunklen Beklemmtheit. Dann schwere, schleppende Gitarrenriffs unterlegt von tiefen Drumklängen. Die Spannung ist zum Zerreißen und in diesem Moment erklingt die göttliche Stimme von Robert Lowe. Ein grandioser Auftakt eines der besten Doom-Metal-Alben aller Zeiten. Und genau wie eben beschrieben war meine erste Begegnung mit den Texas-Göttern SOLITUDE AETURNUS.

Zwar hatte ich bereits schon gehört, dass es da eine sehr vielversprechende Demo-Band namens SOLITUDE geben sollte, in die Hände gefallen ist mir bis zu diesem Zeitpunkt jedoch keines dieser hochgelobten Tapes (inzwischen gibt es diese ja glücklicherweise in limitierter Vinyl-Form). Das waren sie also nun, SOLITUDE, die ihrem ursprünglichen Namen aus Verwechslungsgründen noch ein verdammt gut passendes AETURNUS angehängt hatten. Jungejunge, was für ein Debüt!

Ich kann mir nicht vorstellen, dass es tatsächlich einen Metal-Fan geben könnte, der sich der enormen Intensität von Into the Depths of Sorrow entziehen könnte. Ein verdammt schwerer Gitarrensound, geniales Riffing und Songs, wie sie nur die Götter erschaffen können zeichnen diesen Doom-Klassiker aus. Mit Robert Lowe hat die Band zudem noch einen Sänger am Start, der zum einen eine einzigartige und unverkennbare Stimme besitzt und gleichzeitig noch ein verdammt gutes Gespür für ergreifende Melodielinien besitzt. Besonders seine leichten Ausflüge ins Orientalische machen Songs wie Dream of Immortality zu echten Meisterwerken. Hammer! Und was zum damaligen Zeitpunkt wirklich ungewöhnlich war: für eine Doom-Band arbeiteten SOLITUDE AETURNUS sehr viel mit Double-Bass, was der Band noch zusätzlich eine besondere Eigenart verschaffte. Auf Grund der Drums und leichten Anleihen aus dem Power-Metal-Lager wurden einige Schreiberlinge gar dazu verleitet eine neue Genre-Bezeichnung zu kreieren: Power-Doom!

Doch für mich waren und bleiben SOLITUDE AETURNUS schon alleine wegen dieser besonderen Traurigkeit immer astreine Doomer und da konnten auch keine Double-Bass-Drums was daran ändern. Ich gehe sogar so weit, SOLITUDE als die wohl wichtigste Doom-Band der 90´er zu bezeichnen. Das belegen diverse Nebenprojekte der Band und vor allem John Perez ist für seinen Enthusiasmus im Doom-Bereich bekannt, der ihn auch zur Gründung seines eigenen Labels (Brainticket) veranlasste.

Doch kommen wir wieder zurück zu Into the Depths of Sorrow. Unzählige Hymnen hat die Band 1990 auf ihr Debüt gebannt. Der tieftraurige Opener Opaque Divinity, der SOLITUDE-Hammer schlechthin, Destiny Falls to Ruin (der einige Zeit später auch von STEEL PROPHET auf deren Album Into the Void unter dem Titel Your Failure inscribed in Stone adaptiert wurde) oder das tonnenschwere Mirror of Sorrow. Gerade bei letzterem kann Robert Lowe wieder einmal durch seinen ergreifenden Gesang brillieren, der mich auch heute noch desöfteren mit den Tränen kämpfen lässt. Was für eine Genialität! Über die gesamte Länge des Albums ist kein Lückenfüller zu finden und die genannten Höhepunkte können sich nur wenig von den restlichen Songs des Albums abheben, die Qualität ist durchgehend enorm hoch. Vom Gesangsintro Dawn of Antiquity (A Return to Despair) bis hin zum vertrackten Rauswerfer Where Angels dare to tread wird der Hörer von der unglaublichen Atmosphäre dieses Albums festgehalten und selbst nach dem letzten Ton gelingt es einem nicht, sich von dieser zu lösen.

Die ausgefeilten Songstrukturen und vielen unerwarteten Breaks, die aber nie songzerstörend wirken, runden dieses Meisterwerk ab und machen klar, warum es sich bei diesem Album um einen echten Klassiker handelt. Keine Frage, dieses Album ist in der Hell of Fame essentiell!
Erscheinungsjahr: 1991

Spielzeit: 47:44

Line-Up

John Perez – Guitars

Lyle Steadham – Bass

Robert Lowe – Vocals, Keyboards

John Covington – Drums

Edgar Rivera – Guitars

Produziert von SOLITUDE AETURNUS & Danny Brown

Label: Roadracer Records

Homepage: http://www.solitudea.com

Tracklist:

1. Dawn of Antiquity (A Return to Despair)

2. Opaque Divinity

3. Transcending Sentinels

4. Dream of Immortality

5. Destiny Falls to Ruin

6. White Ship

7. Mirror of Sorrow

8. Where Angels dare to Tread