GENERAL SURGERY: Corpus in Extremis – Analysing Necrocriticism

GENERAL SURGERY: Corpus in Extremis – Analysing Necrocriticism

So ein Medizinstudium ist eine wirklich langwierige Angelegenheit, du glaubst ja wohl nicht ernsthaft, dass man das Wunderwerk mit dem schönen Namen menschlicher Körper in nur sieben bis acht Jahren kennen lernt? Nein, GENERAL SURGERY haben nach siebzehn Jahren Schulzeit ihren Studienbeginn mit dem großartigen Left Hand Pathology gefeiert, die Prüfung steht aber bisher aus. Die Frage ist nun natürlich: Was haben die jungen Aspiranten in diesem Semester alles gelernt?

Dass CARCASS unantastbar bleiben werden, haben sie gelernt, aber das war eh klar. Die Semesterarbeit, betitelt mit dem schönen Namen Corpus in Extremis – Analysing Necrocriticism, ist eine morbide, grobe Angelegenheit, ganz im Stil des Debütalbums, allerdings mit deutlich mehr Groove als zuvor, einen Tick melodischer außerdem. Aber ansonsten genau das, was von GENERAL SURGERY zu erwarten war. Keine Überraschungen, kräftige, derbe Riffs, grooviges Drumming, chaotische Soli und morbide Leadgitarren sind die richtige Untermalung für den Gesang, der schön nach Gedärmekauen klingt. Sehr appetitlich, Mr. Sahlström! Weil dieser steht seinem Vorgänger Grant McWilliams in nichts nach. Im Gegenteil, sowohl das brutale Grunzen als auch das garstige Kreischen, alles sitzt und passt zur Musik.

Ach ja, die Weiterentwicklung. Die gibt es natürlich nicht wirklich. GENERAL SURGERY haben sich nur in ihrem eigenen Mikrokosmos marginal verändert, ein Dilemma. Weil natürlich, was gibt es an dieser Musik zu verändern? Eine etwas andere Herangehensweise hätte ich von Corpus in Extremis – Analysing Necrocriticism dennoch erhofft, immerhin haben es NECRONY vor fünfzehn Jahren auf ihrem Debütalbum auch schon beeindruckend gut geschafft, avantgardistische Elemente in den Pathologen-Death Metal aufzunehmen. Andererseits ist das Zweitwerk von GENERAL SURGERY natürlich eine erwachsenere Version des Debütalbums, mit besseren Riffs, durchdachterem Material und fast ausschließlich Killersongs. Also, nimm dich in Acht vor Necronomics, Final Excarnation, Virulent Corpus Dispersement, Perfunctory Fleshless Precipitate und Deadhouse. Weil das sind Nummern, die dich ausweiden, das kannst du mir glauben. Ihre genialsten anderthalb Minuten haben GENERAL SURGERY mit dem sensationellen Unwitting Donor/Cadaver Exchange parat: Hier perfektionieren sie das ganze Genre des medizinischen Death Metals, und das ist keine Übertreibung.

Um sich von den abertausenden Genrekollegen abzugrenzen und ins oberste Feld des Genres zu katapultieren, reicht ein Überraschungsangriff der Marke Left Hand Pathology dieses Mal freilich nicht aus, stattdessen setzen die fünf Schweden auf gesteigerte Qualität, ein tödliches, von der Band selbst erschaffenes Soundgewand und ein grandioses Artwork, was sie sogar noch authentischer wirken lässt als THE COUNTY MEDICAL EXAMINERS. Copus in Extremis – Analysing Necrocriticism ist auf keinen Fall so eine Sensation wie das Debütalbum, aber ein einwandfreies, altmodisches, liebevolles und herrlich ironisches Death Metal-Album, das wegen seiner Qualität überzeugt. Ach ja, das Semester ist natürlich bestanden.

Veröffentlichungstermin: 13. März 2009

Spielzeit: 36:12 Min.

Line-Up:
Erik Sahlström – Vocals
Joachim Carlsson – Guitars
Johan Wallin – Guitars
Andreas Eriksson – Bass
Adde Mitroulis – Drums

Produziert von GENERAL SURGERY
Label: Listenable Records

Homepage: http://www.generalsurgery.nu

MySpace: http://www.myspace.com/generalsurgery

Tracklist:
1. Necronomics
2. Decedent Scarification Aesthetics
3. Restrained Remains
4. Final Excarnation
5. Necrocriticism
6. Exotoxic Septicity
7. Adnexal Mass (CD) / Excessive Corpus Delicti (LP)
8. Virulent Corpus Dispersement
9. Ichor
10. Idle Teratoma Core
11. Perfuctory Fleshless Precipitate
12. Plexus Necrosis
13. Unwitting Donor/Cadaver Exchange
14. Mortsafe Rupture
15. Deadhouse

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